Montag, 16. März 2015

3 Tage Wochenende

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Ich habe jetzt freitags frei. Zumindest für die nächsten Monate. Ich hatte das Gefühl, viel zu viel um die Ohren zu haben und dass die Zeit nur so an mir vorbei fliegt. Deshalb mache ich jetzt weniger. Ich lasse mich in meiner Freizeit nur noch auf die Sachen ein, auf die ich wirklich Lust habe - nicht die, von denen ich glaube, irgendwem gegenüber zu irgendetwas verpflichtet zu sein. Und wenn ich Sachen gerne mache, aber spüre, dass es gerade zu stressig ist und ich eigentlich Zeit für mich bräuchte, dann nehme ich mir diese Zeit. Auch, wenn das den ein oder anderen vor den Kopf stößt. Meine Gesundheit ist mir am Wichtigsten und dazu zählen momentan mein Training genauso wie genug Zeit zum Erholen - von der Arbeit, von Anstrengungen, vom schnelllebigen Montag bis Freitag, das bei mir jetzt nur noch Montag bis Donnerstag ist.
4°, Sonnenschein und blauer Himmel. Kein bisschen kalt. Wären die Bäume nicht so kahl, kämen Frühlingsgefühle auf.
Ich habe den Freitag als neue Ruhe-Oase schon in der ersten Woche liebgewonnen: um nicht gar nichts zu machen (gibts was Ärgerlicheres als ein verlorener Tag, bei dem man drinnen vergammelt ist und nichts geschafft hat?), habe ich mir einen Plan geschrieben. Mit einer Uhrzeit zum Aufstehen, einer Mittagspause und dann einem Haufen Dinge, die ich immer so vor mir her schiebe und erledigen will, "wenn mal Zeit ist". Zeit ist natürlich nie und die mahnende To-Do-Liste wird immer länger. Umso schöner fühlt es sich an, endlich mal einen großen Teil davon abzuhaken.
Ganz oben auf der To-Do-Liste: Schreibtisch aufräumen. Bin mit dem Ergebnis zufrieden.
Um 9.30 Uhr stand Laufen auf meiner Liste, sozusagen als Lichtblick zwischen all den Hausarbeiten und dem Schreibtischkram. Schon erstaunlich, vor einem Jahr wäre das wahrscheinlich der Punkt auf der Liste gewesen, vor dem ich mich am liebsten gedrückt hätte. Jetzt habe ich mich drauf gefreut, ganz ohne Zeitdruck bei schönem Wetter dann laufen zu können, wann ich möchte. Und: vormittags unter der Woche ist eine wundervolle Zeit zum Laufen. Die Stadt scheint noch zu schlafen, dabei ist der ganze Berufsverkehr schon vorbei und alle sitzen in ihren Büros. Auf den Straßen sind kaum Fußgänger unterwegs, beim geschäftigen Treiben lassen sich höchstens ein paar Handwerker und Lieferanten beobachten. Ich bin wieder von zuhause aus die Brückenrunde gelaufen - bei strahlendem Sonnenschein und trotzdem fast alleine. Irgendwie magisch.
Jetzt ist hier aber wirklich mal keiner unterwegs. 
Der Lauf war lange nicht so locker und unbeschwert wie in München, aber dafür war die Strecke auch deutlich länger und meine Beine noch etwas müde vom letzten Lauf. Eineinhalb Wochen Pause wie vor München scheinen ja perfekt zu sein, leider kann ich die nur nicht ständig zwischen den einzelnen Läufen machen. Schön wärs! Mit schweren Beinen und den falschen Socken hatte ich mir also die gut 9 Kilometer auf der neuen Hausrunde vorgenommen. Auf halber Strecke haben sich beide Füße so sehr beschwert, dass ich die Socken neu zurechtzuppeln und dafür natürlich kurz anhalten musste. Nach dem letzten längeren Lauf hatte ich eine gigantische Blase unter einem Fuß, die ich beim Laufen noch gar nicht gespürt hatte. Jetzt war die gleiche Stelle wieder auf dem besten Weg, sich aufzuscheuern - mit zwei Unterschieden: 1. an beiden Füßen. 2. ich habs gemerkt. Aber sowas von. Nicht schön!

Auf der Uhr standen schließlich 9,3 km in 59:58 Minuten. Die letzten paar Hundert Meter habe ich das Tempo ordentlich angezogen, weil ich plötzlich unbedingt unter einer Stunde bleiben wollte. Es war noch Luft da und das Rennen tat gut. Kein Scherz! Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie ich im Anschluss die vier Stockwerke zu meiner Wohnung rauf gekommen bin, aber als ich oben war, fühlte sich das gut an. Ziemlich gut. Ich freue mich so sehr auf die nächsten freien Freitage.

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