Sonntag, 3. Mai 2015

Mallorca Tag 1 - Viel Warten und brennende Beine

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Ich bin mit meinem Vater sechs Tage auf Mallorca – eine Mischung aus Trainingslager und Urlaub. Abflug um 4.55 Uhr? Beim Buchen denkt man noch: „Oh super, dann haben wir ja noch total viel vom Tag!“ – in Wirklichkeit bedeutet das: nicht schlafen, um 1 Uhr losfahren zum Zug, zu früh sein, auf den Zug warten, nach Köln/Bonn fahren, an der Gepäckaufgabe warten, aufs Boarding warten, Fliegen, auf die Koffer warten, auf den Transfer warten, Bus fahren und warten, dass man endlich raus gelassen wird.
Macht 8 ½ Stunden Reise bei nicht mal 2 Stunden Flug. Dabei mal ein halbes Stündchen im Flieger und im Bus dösen. Und was macht man dann, wenn man endlich da ist? Apartment inspizieren, Koffer auspacken, Räder abholen, einkaufen. Und bevor man müde wird: radeln.
Honigkuchenpferd-Freude über ein "richtiges" Fahrrad. In meiner Größe. Yay. 
Wir machen eine gemütliche kurze Runde zum Einradeln und Gegend erkunden aus und starten in eine Richtung, von der wir vermuten, dass es einigermaßen flach ist. Ist es auch für normale Radler. Für mich ist es eine höllische Berg- und Talfahrt bei 30°C. Das Wasser in der Trinkflasche ist nach ungefähr 10 Minuten pisswarm. Die Straßen gehen ewig geradeaus. Rauf und runter zwar, aber nur geradeaus. Abzweigung nein danke. Man hat also nicht mal eine Wahl – alles was bleibt: einfach weiter treten.
Das ist mal ein Lenker, mit dem ich mich anfreunden kann.  
Diese Straße hat kein Ende.
Hier gings rauf, nicht runter.
Oben angekommen. Erst mal Foto-Pause.
Es riecht nach Pinienwäldern, Heu und Blumen. Nach Sommer. Wie schön es hier ist! Schafe tragen Kuhglocken, überall begrenzen kleine Mauern die Straßen und es ist nichts los. Insgesamt kommen uns mehr Radfahrer als Autofahrer entgegen – dabei dachte ich, die Saison sei schon so gut wie vorbei (wer radelt auch freiwillig nachmittags bei brütender Hitze und wolkenlosem Himmel?). Ich will von Can Picafort nach Petra und Sineu. Allein bis nach Petra dauert es schon eine halbe Ewigkeit. Wir decken uns mit neuen kühlen Getränken ein und beschließen, für heute erst mal die Heimfahrt anzutreten. Und offenbar haben wir das Schlimmste hinter uns, denn es geht mehr bergab als bergauf. Immerhin!
In Petra.
Am Ende sind es knapp 50 Kilometer bei einem 23 km/h Schnitt. Die Höhenmeter (gut 400 laut Runtastic) sind eigentlich ein Witz. Ich muss mich noch ein bisschen an ein „richtiges“ Rennrad gewöhnen (sorry Gabi!), aber so eine vernünftige Schaltung ist echt nicht zu verachten. Man muss nicht erst umständlich am Rahmen rumfuhrwerken, sondern ein Fingertipp reicht und wie Butter rutscht der nächste Gang rein. Das macht Spaß! Außerdem wurde beim Radverleih endlich mal meine Schrittlänge gemessen und ich hatte von Anfang an das Gefühl, besser auf dieses Rad zu passen. Irgendwie habe ich zwar keinen höheren Sattel, aber trotzdem mehr Platz für die Knie und kriege so etwas mehr Druck auf die Pedale.
Schon von oben aus dem Flieger sah die Insel ziemlich grün aus.
Nach der Runde gönne ich mir und meinen brennenden Oberschenkeln etwas Erholung am Pool (man hat ja sonst nichts zu tun!) und nicke erst mal schön ein. Danach reicht die Kraft gerade noch, um kurz was zu kochen, ein Glas Wein zu trinken und dann ins Bett zu fallen. Tag 2, du kannst kommen!
Der Weg vom Apartment zum Pool.
Abendessen.

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