Dienstag, 1. September 2015

#dieDurchstarter - Workshop mit Felix Klemme - Teil 1

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Die AOK hat die Durchstarter-Wochen ausgerufen und drei Workshops verlost: mit einer Achtsamkeitstrainerin, einem Laufcoach und einem Ernährungs- und Bewegungsberater. Einen Laufkurs habe ich ja schon hinter mir, jetzt hat mich das Komplett-Programm gereizt - und so bin ich im Workshop Bewegung und Ernährung bei Felix Klemme gelandet. Felix ist Gründer vom Outdoor Gym und ist - zumindest wenn man hin und wieder RTL II einschaltet - bekannt durch die Sendung "Extrem schwer". Er ist Sportwissenschaftler und hat eine Ausbildung in Psychoneuroimmunologie. Hatte ich vorher auch noch nie gehört, bekommen wir aber im Laufe des Workshops noch öfter aufs Brot geschmiert. Wir sind nur 7 Teilnehmer und treffen uns für drei Samstage im Seminarraum eines Hotels in Düsseldorf. Die ersten beiden Termine liegen nur zwei Wochen auseinander, der dritte folgt einige Wochen später. Weil es doch etwas länger wird, als ich dachte, starte ich mal mit Teil 1:


Der erste Tag findet komplett im Seminarraum statt - Bewegung ist also gleich Null, Ernährung gibt es dafür in Theorie und auch Praxis beim Mittagessen. Der Workshop startet mit gegenseitigem Kennenlernen: Die Gruppe ist so klein, dass sogar ich es schaffe, mir alle Namen zu merken. Mütter sind hier, die in ihren stressigen Alltag gerne mehr Sport und weniger Schokolade integrieren würden. Eine Altenpflegerin, die gesund und fit bleiben möchte (und die ich leider auf dem Foto verdecke - entschuldige!). Ein Mann, den ich überhaupt nicht dick finde, der aber trotzdem schon sämtliche Diäten ausprobiert hat und von seiner Frau für den Workshop angemeldet wurde. Und eine jüngere Teilnehmerin ohne Kinder in einer ähnlichen Lebenssituation wie ich.

Ich bin hier, weil ich die Disziplin, die ich beim Sport habe, auch auf die Ernährung übertragen möchte. Felix kommentiert sofort: "Uuh Disziplin. Ein hässliches Wort." Hm. Durch das Pendeln bin ich bei einem 8-Stunden-Arbeitstag mindestens 11 Stunden unterwegs. Danach gehts meist zum Training und wenn ich abends um 9 oder 10 nach Hause komme, habe ich auch keine Lust mehr zu kochen. Dann gibts meist geschmierte Brote oder irgendwas, das schnell fertig ist. Sehr schnell. Morgens esse ich Porridge mit Früchten, mittags oft Salat - eigentlich alles kein Problem. Vegetarisch bin ich schon ewig und seit einer Weile mehr oder weniger vegan - ich glaube, es gibt viele Leute, die ungesünder essen als ich. Trotzdem. Die Baustelle ist das Abendessen. Das langfristige Ziel ist leichter zu laufen - denn alle Kilos, die unnötig mitgeschleppt werden wollen, sind nur zusätzlicher Ballast.

Wir sollen erst mal definieren, was Gesundheit bedeutet. Nicht krank sein. Das ist nicht genug: Wenn es nach Felix geht, muss das Zusammenspiel aus Bewegung, Ernährung und dem sogenannten Natural Network funktionieren. Das Natural Network versteht er als inneres und äußeres Netzwerk des Menschen: also sowohl unser Körperinneres wie Organe und das Immunsystem als auch unser Umfeld wie Familie, Freunde, Beruf. Hier ist das ganz gut erklärt (unten in der zweiten Navigation auf Natural Network). Es reicht also nicht, gesund zu essen und sich zu bewegen, wenn etwas anderes nicht stimmt. Auch wenn ich in den Achtsamkeitskurs gar nicht wollte - so ganz ohne kommen wir wohl doch nicht aus.


Und so wir schon bei Definitionen sind: Was ist eigentlich eine Mahlzeit? Für mich ist das etwas, das man morgens, mittags oder abends isst und das länger satt macht als ein Snack. Also kein Schokoriegel, sondern ein Müsli. Diese Sichtweise kann ich mir direkt wieder abschminken, denn: Alles ist eine Mahlzeit. Jedes Kaugummi und sogar jede Cola Light. Denn sobald wir etwas essen, kauen oder das Signal "süß" im Körper ankommt - egal ob durch Zucker oder Süßstoffe - wird Insulin ausgeschüttet. Essen wir viele Mahlzeiten am Tag, steigt und sinkt der Blutzuckerspiegel ständig - das sollen wir vermeiden. Insulin hemmt nämlich grob gesagt den Abbau von Fettgewebe. Felix empfiehlt uns daher zwei Mahlzeiten am Tag. ZWEI. Am besten Frühstück morgens um 10 und Mittagessen um 15 Uhr. Ende. Als dann noch der Vorschlag kommt, das Frühstück könne ja aus Obst mit Nüssen oder Öl bestehen, bin ich raus. What? Nur zwei Mal am Tag essen? Und einmal davon nur Obst?!

Ich bin ziemlich gut darin, nebenbei zu essen. Nüsse, Trockenfrüchte, Schokolade. Chips. Wahlweise auf der Arbeit oder auf der Couch. Kaugummi kauen. Wenn ich unterwegs bin, habe ich immer mindestens irgendeinen Frucht-Riegel dabei - es könnte ja sein, dass ich Hunger bekomme. Und das ist dann für alle Beteiligten wirklich nicht schön. Ich denke, das alles nebenbei könnte ich wohl aufhören (Vorräte würde ich trotzdem mit mir rumschleppen - sicher ist sicher!) - aber abends habe ich nun mal Hunger. Wenn ich nach der Arbeit zum Training fahre, esse ich auf dem Weg schon mal (mindestens) Mahlzeit Nummer drei: eine Banane, ein paar Feigen oder irgendetwas anderes, was nicht belastet und schnell Energie liefert. Direkt nach einer Trainingseinheit habe ich meistens gar keinen Hunger, sondern nur Durst - ziemlich genial im Sommer sind dann Wassermelone oder Kokoswasser. Und etwas später will ich dann was essen. Also was richtiges. Als ich die 100 km geradelt bin, wollte ich danach keinen Salat. Sondern eine verdammte Pizza. Ausnahmsweise mit Käse. Zum Glück radele ich nicht so oft 100 km.

Und nun?
Das ist eine wundervolle kleine Gruppe, die die AOK da zusammengestellt hat. Vielen Dank, dass ich dabei sein darf! Von Tag 1 nehme ich mit: Felix ist ein netter Kerl. Mit drastischen Einstellungen. ALLES ist eine Mahlzeit. Idealerweise gibt es davon am Tag nur zwei, also überleg dir gut, was und wann. Abends gibts nix. Auch nicht nach dem Training (Nachbrenneffekt).
Ich finde das alles erst mal ziemlich krass und verabschiede mich ein kleines bisschen früher, weil ich auf dem Open Source Festival verabredet bin. Ironie des Schicksals: nach dem Frühstück und dem etwas spartanischen veganen Teil des Hotel-Mittagessens gibts für mich kein Abendessen. Das Festival hat zwar sogar einen veganen Grillstand, allerdings ist die Schlange gefühlt jedes Mal, wenn ich dort vorbei komme, noch länger geworden. Ich hab keine Lust mich stundenlang anzustellen und nachher noch Death Cab For Cutie oder sonst wen zu verpassen - irgendwann bin ich so genervt, dass mir der Hunger vergangen ist. Die Sache mit den zwei Mahlzeiten am Tag hat also zum ersten Mal geklappt.

Danke für die Fotos an Britta Montenbruck!
Hier gehts zu Teil 2.

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