Samstag, 5. September 2015

#dieDurchstarter - Workshop mit Felix Klemme - Teil 2

Keine Kommentare :
Ich bin im Workshop Bewegung und Ernährung bei Felix Klemme gelandet. #dieDurchstarter heißt die Aktion der AOK und meine Gedanken zum ersten Workshop-Tag könnt ihr hier nachlesen. Durchgestartet bin ich bisher nicht so recht - die Empfehlung, nur zwei Mal am Tag zu essen und dann auch noch weniger Kohlenhydrate, ist bei mir auf taube Ohren gestoßen. Trotzdem bequatschen wir beim zweiten Treffen erst mal, wie die letzten beiden Wochen so gelaufen sind. Das Frühstück haben viele umgesetzt, ich auch. Ob ich Porridge mit Obst esse oder Obst mit Nüssen, ist irgendwie egal, funktioniert beides. Also dann Obst mit Nüssen. Auch am Wochenende erscheint es mir mittlerweile wie eine total absurde Idee, Brötchen zu frühstücken. Sogar nur mit Obst habe ich es schon geschafft, bis zum Mittagessen satt zu bleiben - das ist aber bei mir nicht um 15 Uhr, sondern unter der Woche eher so gegen 13 Uhr. Schokolade scheint bei einigen immer noch ein Problem zu sein, genauso wie mein Abendessen. Ich sehe es nicht ein, abends zu hungern, vor allem nicht nach dem Training - das kanns doch nicht sein.


Wir reden noch einmal über Kohlenhydrate und Glykogenspeicher, Fett und Eiweiß. Weil wir von Kohlenhydraten keine großartige Menge speichern können, sondern überschüssige Anteile in Fett umgewandelt werden, sollten wir lieber gleich weniger davon essen. Das bedeutet für mich: abends kein Brot mehr schmieren. Felix revidiert seine Ansage mit den zwei Mahlzeiten am Tag ein kleines bisschen: drei sind auch noch besser als zehn. Ist irgendwie klar. Also ist abends essen jetzt doch wieder erlaubt, aber bitte kein Brot. Hm.

Vor Fructose müssen wir übrigens keine Angst haben, wir sollen so viel Obst essen, wie wir wollen - enthaltene Faser- und Ballaststoffe sorgen für eine natürliche Sättigung. Ich denke an diese Ladys auf Instagram, die tagelang nichts anderes als Bananen essen - ok, das könnte mir nicht passieren. Dafür enthält meine Müslischüssel morgens jetzt Obstsalat.

Einfach nur hier sitzen ist auch ganz schön.
Dann das Eiweiß-Thema. Als pflanzliche Eiweiß-Lieferanten stehen an der Tafel nur Nüsse und Samen. Ich ringe mit mir, ob ich diese Diskussion jetzt tatsächlich führen möchte und entscheide mich dann dafür: Soll das alles sein? Was ist mit Hülsenfrüchten? Die Antwort: Ja, die enthalten auch Eiweiß. Aha! Aber hier steht eben nur der Idealfall an der Tafel. Oh weia. Die Sache mit den Aminosäuren und der biologischen Wertigkeit ist hier erklärt - wie immer findet man wahrscheinlich Studien, die "hü" und andere, die "hott" sagen. In einer Liste mit Eiweißlieferanten Hülsenfrüchte einfach mal komplett zu unterschlagen und nur Fleisch, Fisch, Milch und Ei zu empfehlen - und Nüsse und Samen, versteht sich - ist einfach nicht vollständig. Es gibt inzwischen echt genug Beispiele für Sportler, die ohne tierisches Eiweiß auskommen - "Idealfall" hin oder her: Ausdauersportler wie der Ultramarathonläufer Scott Jurek genauso wie Kraftsportler wie Patrik Baboumian, stärkster Mann Deutschlands 2011 - um mal nur die bekanntesten zu nennen. Ich will keine Flugzeuge durch die Gegend ziehen und nicht mal einen Marathon laufen - ich bin ganz sicher, dass für mein bisschen Triathlon pflanzliches Eiweiß hervorragend ausreicht. Und für jeden anderen auch. Für mehr Hülsenfrüchte in Eiweiß-Listen!


Und wo wir schon bei Eiweiß sind, kommt auch Gluten auf den Tisch. Das kann nämlich auch bei Nicht-Glutenunverträglichen ein negative Wirkung haben: Wer zum Beispiel wenige Darmbakterien hat, macht Gluten den Weg in die Darmzellen frei. So ist das Immunsystem damit beschäftigt, das irrtümlich eingedrungene Gluten zu bekämpfen und provoziert Entzündungsreaktionen. Deshalb: Darmflora aufbauen, Übersäuerung vermeiden, durch Bewegung gesund halten und die Aufnahme von Gluten reduzieren. Bedeutet konkret: vor allem weniger Weizen essen.


Wir sprechen über Stress, und was bei mir hängen bleibt, ist: Du hast die Wahl, deine Sicht zu ändern. Du kannst vielleicht nicht jede Situation ändern, aber deine Einstellung dazu. "Um dich aus der Ruhe zu bringen, muss schon einiges passieren, oder?" Da liegt Felix ganz richtig. Klar stressen und belasten mich einige Dinge, aber das Grundrauschen ist bei mir nicht Hektik, sondern Ruhe. Und so kann ich ganz gut damit umgehen. Ich rege mich zum Beispiel furchtbar gern und leidenschaftlich über Autofahrer auf. Zwei Stunden am Tag sitze ich mindestens im Auto, und wenn du mich fragst: alle bekloppt. Besonders bei Regen. Oder alte Männer mit Hut. Oder Frauen. Ja, Frauen! Viele jedenfalls. Oder diese Volltrottel, die konstant 45 fahren, wenn 50 ist. Oder die auf der Autobahn nicht gucken, einfach mal blinken, dann doch noch eben gucken und doch nicht rausziehen. Oder die einfach mal gar nicht blinken und trotzdem rüberziehen. Alle bekloppt! Da kann ich mich drüber aufregen. Aber nur im Auto. Wenn ich aussteige, bin ich wieder die alte.

Es gibt ja auch diese Leute, die alles immer irgendwie schlimm finden. Das Wetter, die Jahreszeit, die Arbeit, das Fernsehprogramm, dieses oder jenes. Ich kann das nicht mehr hören. Ich meine, ich kann auch sehr gut über irgendwas meckern, zum Beispiel beim Laufen. Die Wade zwickt, das Knie tut weh, ganz schön anstrengend alles heute. Ich will dann aber kein Mitleid, sondern höchstens einen Arschtritt - irgendwie muss man sich ja bei Laune halten und am Ende bin ich trotzdem gelaufen. Solange die Grundeinstellung eine positive ist, kann man sich auch ruhig mal aufregen.


Nach dem Mittagessen, bei dem ich mir wieder das Gemüse zusammenklaube, gehts nach draußen. Yay, endlich Bewegung! Und weil Felix der Gründer vom Outdoorgym ist, erwartet uns natürlich ein Zirkeltraining im Park. Zirkel finde ich gar nicht so übel. Ich mache ja nur nie Krafttraining, also ist es für mich immer ziemlich anstrengend. Felix verteilt munter Hütchen, Seile und allen möglichen anderen Schnickschnack auf der Wiese und an Bäumen. Als er uns alle Stationen erklärt hat, kann ich mich schon längst nicht mehr daran erinnern, was bei der ersten zu tun ist.


Auf jeden Fall ist so einiges für uns zu tun. Weil manche Übungen für zwei Leute gedacht sind, bilden wir Teams. Ausdauer- und Kraft-Übungen wechseln sich ab, genauso wie Belastung und Pausen. Unglaublich, wie lang auf einmal ein paar Sekunden sein können, während man um Hütchen sprintet - und wie kurz, wenn man zur nächsten Station wechselt und einmal durchschnauft ...

Ich bleib einfach hier liegen!
Am Ende bin ich geschafft, aber zufrieden. Es hätte schlimmer sein können und ich weiß genau, dass mir einige Übungen letztes Jahr noch deutlich schwerer gefallen wären. Trotzdem ist natürlich noch ganz viel Luft nach oben. Outdoorgym würde ich gerne öfter einbauen, aber zurzeit passt es einfach weder in meinen Trainings- noch in den Finanzplan... Es ist ja auch nicht so, als würde ich mich zu wenig bewegen - mal abgesehen von den Stunden im Büro und im Auto. Ich könnte das Ganze nur noch etwas zielgerichteter angehen. Und dann ist da ja noch diese Baustelle mit den Kohlenhydraten. Wir werden sehen.




Wieder vielen Dank an Britta Montenbruck für einige der Fotos!
Hier gehts zu Teil 3.

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen