Samstag, 16. April 2016

Im Test: CEP Run Ultralight Socks

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Meine ersten Erfahrungen mit Kompressionssocken habe ich Anfang des Jahres gemacht: Ich hatte gerade die Einlagen bekommen, war vorher immer nur schmerzhafte 3 km gelaufen und brauchte irgendwas, das meinen Kopf davon überzeugt, dass Laufen nicht mehr weh tut und ab sofort auch wieder über längere Strecken funktioniert. Zaubersocken.


Vorweg: Ich habe mich mit der Studienlage nicht weiter beschäftigt. Die einen sagen wohl einen Effekt nach, die anderen nicht – ich wollte es ausprobieren. Die ersten Läufe mit verschiedenen Kompressionssocken waren angenehm – da kam das Angebot von CEP sehr gelegen, die Run Ultralight Socks zu testen. Für diesen Zweck habe ich das Paar kostenfrei erhalten, allerdings ist es meine Entscheidung, inwiefern ich berichte. Ihr könnt euch wie immer sicher sein, hier meine ehrliche Meinung zu lesen. Los gehts:

Erster Test bestanden: Zur Bettwäsche passen die Socken ja schon mal hervorragend.
Die richtige Größe
Der Size-Finder möchte nur mein Geschlecht und den Umfang an der stärksten Stelle der Wade wissen. Hä? Woher wollen die denn wissen, wie groß mein Fuß ist, wenn ich nur die Wade vermesse? Verwirrt frage ich erst einmal nach, wie das für Leute mit kleinen Füßen und starken Waden oder andersrum funktionieren soll. Die Antwort: Die Socks seien sehr elastisch und passten sich dem Fuß wie eine zweite Haut an. Das Fußteil für Männer sei etwas weiter geschnitten, aber generell ließe sich das Material gut dehnen. Das Wadenmaß garantiere die nötige Kompression. Aha.

Aus meiner Laborvergangenheit ist noch hängen geblieben, dass man Messungen am besten so häufig wie möglich macht, allerdings hilft mir das hier nicht weiter. Ich schließe alle Messungenauigkeiten aus und messe mehrfach hintereinander 38 cm. Toll. Das ist die Obergrenze von Größe III und ich befürchte, ich könnte mich ja doch irgendwie vertan haben und die Socken könnten zu klein sein. Egal, Größe III wird bestellt.


Der erste Eindruck
Ich habe mich für viper/green entschieden und der Name hält, was er verspricht: Die Dinger sind wirklich giftgrün. Die Verpackung fühlt sich gut an (ziemlich wichtig für haptisch leicht verstrahlte Menschen wie mich – meine neue Actioncam möchte ich am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen, weil sie sich einfach so toll anfühlt). Die Socks selbst wiegen gefühlt fast nichts, auch das "ultralight" scheint also Programm zu sein.

Das Anziehen
Ich habe jetzt also giftgrüne, superleichte Socken und ich kriege die verdammten Dinger nicht an die Füße. Aber mal so gar nicht. Ich muss in die Anleitung gucken. Um Socken anzuziehen. Im Ernst! Ich kanns kaum fassen, aber der Trick mit halb auf links ziehen und Ferse festhalten funktioniert. Trotzdem hab ich noch keine Ahnung, wie meine schwabbeligen Waden in das bisschen Stoff passen sollen, das schon über dem Mittelfuß ordentlich spannt. Aber sobald der Fuß samt Ferse einmal drin ist, geht der Rest ganz einfach. Und: es passt. Es steht nichts über, der Fuß passt rein, die Wade auch, oben schnürt nichts ab und der Druck ist angenehm.


Das sagt der Hersteller
CEP empfiehlt die Run Ultralight Socks für ambitionierte Läufer, Triathleten und Ausdauersportler. Das mit dem Triathlon ist so eine Sache: Beim Schwimmen dürfen Körperteile unterhalb der Knie nicht bedeckt sein – und niemand würde ernsthaft versuchen, die Socks beim ersten Wechsel über die nassen Beine zu bekommen. Inzwischen gibt es auch Calf Sleeves, also im Prinzip Socken ohne Fuß. Die sind aber auch nur unter dem Neo erlaubt - bei Neoverbot gilt wieder, dass die Beine knieabwärts frei sein müssen (man berichtige mich bitte, falls sich das inzwischen wieder geändert hat). Vielleicht geh ich spaßeshalber trotzdem mal mit den Socken schwimmen.

Das sollen die Run Ultralight Socks übrigens alles können:
  • Starke Kompression für maximale Leistungsfähigkeit
  • Reduktion von Muskelvibrationen
  • Maximale Stabilität für Muskeln und Gelenke zur Verletzungsprophylaxe
  • Propriozeptive Stabilisierung von Knöchel und Fuß
  • Verbesserte Bewegungskoordination
  • Schnellere Regeneration

Der Hintergrund: Der Kompressionsverlauf im Gestrick soll die Durchblutung steigern, das sorgt für mehr Sauerstoff für die Muskeln und somit für mehr Energie. Gleichzeitig sollen Stoffwechselreste wie beispielsweise Laktat schneller abtransportiert werden, was die Regeneration beschleunigt. 

Der erste Test
Klingt für mich ziemlich nach Raketenwissenschaft. Weil die Socks nur einen Tag vor dem Halbmarathon im März ankommen, traue ich mich nicht, sie direkt beim Lauf zu testen. Dafür aber in der Nacht davor. Intelligenterweise saß ich nämlich an genau dem Tag zum ersten Mal dieses Jahr auf dem Rad – und erfahrungsgemäß finden die Waden das erst mal überhaupt nicht gut und zicken beim nächsten Lauf rum. Immer. Nach einer Nacht in giftgrün: nichts. Es gibt zwar extra Modelle, die Recovery heißen und wohl genau dafür noch besser geeignet sind, aber ich kann mich auch so nicht beschweren. Die Nacht nach dem Halbmarathon dürfen die Füße und Waden auch nochmal eingepackt in grün verbringen und ich will mal behaupten, dass es mir nach dem letzten Halbmarathon im November am Tag danach schlechter ging. Dieses Mal reicht es für einen Tag durch Venlo wandern, zwei Stunden auf Zehenspitzen in der zweiten Reihe beim Venloop zuschauen und noch einen Sprint zu bekannten Gesichtern hinlegen. Regeneration: top.

Die nächsten Laufschuhe müssen grün sein. Geht ja gar nicht. 
Beim Laufen
Man kann ja über die bunten Kniestrümpfe denken, was man will. Ich fand sie erst lächerlich, vor allem in meiner Leistungsklasse. Ich habe keine Ahnung, wie effektiv die Kompression wirklich ist, wenn meine Waden aus einer abenteuerlichen Mischung aus Fett und Muskeln bestehen und da einfach alles zusammengedrückt wird. Aber: es fühlt sich gut an. Ich laufe wirklich gern mit den Socks und ich habe das Gefühl, die Beine seien beim Laufen leichter. Vergleichen kann ich die Run Ultralight Socks mit den Run Socks 2.0 ebenfalls von CEP, die ich allerdings leider nur in Größe IV habe (wenn meine Messungen stimmen also eigentlich zu groß, aber das war ein Geburtstagsgeschenk). Im Gegensatz zu den "normalen" Run 2.0 sind die Ultralight extrem dünn und auf keinen Fall zu warm – auch nicht bei höheren Temperaturen. Da mir ungefähr immer warm ist, ist das schon mal ein gutes Zeichen – die 2.0 werde ich im Sommer nämlich bestimmt nicht mehr tragen.

Zum Vergleich: die Run Socks 2.0
Fazit 
Ich trage die Run Ultralight Socks gerne, vor allem bei längeren Läufen über 10 km. Ob das wirklich was bringt, weiß ich nicht. Die Beine sind gefühlt weniger schwer und auf jeden Fall hilft das Ganze dem Kopf. Und allein dafür lohnt es sich, selbst wenn es "nur" der Zaubersocken-Effekt sein sollte. Inzwischen fühl ich mich beim Laufen mit normalen Socken an den Beinen schon fast nackt, so als würde etwas fehlen. Die Ultralight im Gegensatz zu den Run 2.0 finde ich für den Sommer super, für Triathlon herrlich unsinnig und mit 54,90 Euro ganz schön teuer. Nach den Erfahrungen vor und nach dem Halbmarathon schwöre ich allerdings auf die Auswirkungen auf die Regeneration und allein deshalb möchte ich sie absolut nicht mehr missen.


Was habt ihr für Erfahrungen mit Kompressionssocken? Fährt jemand von euch schon mal damit Rad? Schwört jemand auf die Sleeves?

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