Mittwoch, 14. August 2019

Test: Garmin Vivoactive 3 Music

Ich schreibe ja selten Testberichte (unter anderem, weil ich die Relevanz oft vermisse) - aber wenn ich nach fünf Jahren des Laufens zum ersten Mal eine GPS-Uhr besitze, so ist das doch ein mittelgroßes Event im Hause ichhasselaufen. Seit einigen Wochen laufe ich mit der Garmin Vivoactive 3 Music*, die jetzt nicht die typische Sport-Uhr ist - warum es genau diese geworden ist und welche Stolpersteine bei der Nutzung der Uhr zu beachten sind, fasse ich hier zusammen. Stichwort: Mit der Garmin Vivoactive 3 Music kompatible Bluetooth Kopfhörer finden... Eine Wissenschaft für sich!

Garmin Vivoactive 3 Music Testbericht

Disclaimer: Der Test ist in keinster Weise von einem der genannten Unternehmen beeinflusst oder beauftragt. Ich habe alle erwähnten Produkte auf herkömmlichem Weg erstanden und schreibe den Test vor allem aus dem Grund, da ich kaum Informationen zu kompatiblen Ohrhörern gefunden habe. Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sowie Werbebanner unten sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von Amazon eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Warum die Garmin Vivoactive 3 Music?

Wie gesagt: Ich habe es fünf Jahre lang geschafft, ohne Uhr zu laufen - #nogarminnorules. Ich war rein nach Gefühl unterwegs, habe die Läufe mit der Strava-App getrackt und später einen kurzen Blick auf Distanz und Geschwindigkeit geworfen. Da ich noch nie nach Trainingsplan trainiert habe, bin ich bisher nicht in die Verlegenheit gekommen, Intervalltrainings oder ähnliches durchführen zu müssen. Bei Wettkämpfen habe ich manchmal eine alte Polar Pulsuhr benutzt, bei der mich hauptsächlich die sekundengenaue Zeitanzeige interessiert hat. Bei jeder Kilometer-Markierung ging dann das Rechnen los. So habe ich diverse Triathlons und sämtliche Läufe bestritten, darunter auch zwei Marathons.


Auf 42 Kilometern einen groben Überblick zu haben, schadet garantiert nicht. Bei einigen Halbmarathons hingegen habe ich sogar auf die Uhr mit ihren rudimentären Funktionen verzichtet und war im völligen Blindflug unterwegs. Ich meine immer noch: Eine gute Übung fürs Körpergefühl.

Warum werfe ich diese Taktik jetzt über Bord und meine auf einmal, eine GPS-Uhr zu brauchen? Tatsächlich ist der Grund so simpel wie dämlich: Mein neues Handy ist zu groß, um es beim Laufen mitzunehmen. Das war der ausschlaggebende Punkt, so dass ich mich langsam mit dem Gedanken angefreundet habe, auch unterwegs meine Geschwindigkeit zu kennen. Und den Puls. Und was man halt sonst noch so wissen will.

Warum jetzt ausgerechnet diese Uhr? Ich bin bisher davon ausgegangen, die Vivoactive Reihe hätte mit Laufen nicht viel zu tun und würde sich eher an Menschen richten, die gelegentlich ein bisschen Fitness betreiben und generell aktiver sein möchten. Ich habe sie eher für einen Fitness-Tracker als für eine Laufuhr gehalten - und die meisten Lauf-Nerds sehen das wahrscheinlich genauso. Nach genauerem Hinsehen und Budget-Check habe ich festgestellt, dass es für meine Bedürfnisse allerdings keine Forerunner und keine Fenix sein muss. Da ich meine Radfahrten schon mit einem Garmin Edge 1000 aufzeichne und daher sowieso Garmin Connet nutze, wollte ich am liebsten eine Garmin Uhr, um mich nicht bei noch einer weiteren Plattform anmelden zu müssen.

Garmin Vivoactive 3 Music Testbericht

Was unterscheidet die Garmin Vivoactive 3 Music von den typischen Garmin Laufuhren? Der deutlich günstigere Preis schlägt sich natürlich in der Leistung nieder, zum Beispiel bei der Akkulaufzeit. Für die Garmin Vivoactive 3 Music sind hier 13 Stunden im GPS-Modus und 5 Stunden im Musikmodus angegeben. Für meine Anforderungen reicht das - für Ultraläufer oder Langdistanz-Triathleten wohl eher weniger. Das ist aber auch gar nicht die Zielgruppe dieser Uhr. Im Vergleich zu den Laufuhren, zum Beispiel aus der Forerunner-Serie, spuckt die Vivoactive 3 Music weniger Daten zur Analyse aus. Erholungszeit, Laufzeit-Prognose, Bodenkontaktzeit sind einige Beispiele, die hier theoretisch fehlen - die ich aber nicht vermisse.

Funktionen der Garmin Vivoactive 3 Music

Ich würde sagen: Die Garmin Vivoactive 3 Music ist ein guter Fitness-Tracker mit ein bisschen Smart Watch, der sich auch zum Laufen eignet. Neben Laufen können auch andere Aktivitäten aufgezeichnet werden - von Radfahren oder Inlineskaten über Skifahren bis zu Rudern usw. Einen Multisport-Modus für Triathlon bietet die Uhr von selbst nicht - eine passende App lässt sich aber kostenlos über Garmin Connect IQ herunterladen. Gleiches gilt für Freiwasser-Schwimmen. Die Datenfelder lassen sich in den Aktivitäts-Apps wie bei anderen Uhren oder dem Edge auch individuell anordnen.

Die Garmin Vivoactive 3 Music kann für meine Begriffe ansonsten recht gut mit den umfangreichen Funktionen der teuren Konkurrenten mithalten, wenn man eben nicht zu sehr ins Detail gehen möchte. Sie zählt beim Schwimmen die Bahnen und erkennt den Schwimmstil, sie bietet diverse Golf-Funktionen (die ich vermutlich niemals nutzen werde), sie dient mir beim Radfahren als Herzfrequenzsensor am Handgelenk und überträgt die Daten auf mein Edge 1000. In Garmin Connect lassen sich Trainings - beispielsweise Lauftrainings - erstellen und auf die Uhr übertragen.

Garmin Vivoactive 3 Music Testbericht

Die Uhr misst Herzfrequenz und Stress, zählt Schritte, Stockwerke, Kalorien und wöchentliche Aktivitätsminuten. Ziele können natürlich angepasst werden. Für viele praktisch ist sicher die Verknüpfung zu My Fitness Pal, so dass verbrauchte und zugeführte Kalorien sich in beiden Apps automatisch synchronisieren. Andere nützliche Spielereien wie Timer, Stoppuhr und Taschenlampe sind auch enthalten.

Wetter, Benachrichtigungen und Termine kann man sich übrigens auch anzeigen lassen - natürlich nur, wenn das Handy über Bluetooth verbunden und in der Nähe ist. Die Garmin Pay Funktion finde ich interessant, vor allem wenn man beim Laufen keine Lust hat, Geld mitzunehmen. Momentan ist Garmin Pay nur in wenigen Uhren integriert, nämlich in der fenix 5 Plus Serie, der MARQ Serie, der Forerunner 645 und eben der Garmin Vivoactive 3 Music. Aktuell habe ich die Funktion noch nicht eingerichtet - das Feature bei einer eher niedrigpreisigen Uhr neben den Top-Modellen einzusetzen, ist aber schon ziemlich nice.

Die Bedienung der Garmin Vivoactive 3 Music funktioniert über den Touchscreen und eine Taste an der Seite. Ich finde sie nicht komplett intuitiv, so dass ich hier tatsächlich ins Handbuch schauen musste - wenn man einmal das Prinzip verstanden hat, ist die Handhabung allerdings einfach. Viele Testberichte kritisieren das Touchdisplay als zu träge. Für mich ist es genau richtig, denn ich hatte vorher Bedenken, beim Sport aus Versehen daran zu kommen und irgendetwas umzustellen - diese Sorge halte ich inzwischen für absolut unbegründet. Keine Probleme mit dem Touchscreen beim Laufen!

Musik von Spotify auf die Vivoactive 3 Music übertragen 

Die Garmin Vivoactive 3 Music lässt sich über Bluetooth einfach mit dem Handy verbinden. WLAN ist ebenfalls fix eingerichtet und beschleunigt die Synchronisation. Über Connect IQ muss zunächst die passende Musik-App heruntergeladen werden. Zur Auswahl stehen aktuell Spotify, Deezer und Runcasts und damit ist für mich das wichtigste abgedeckt. Um Playlisten, Alben oder Podcasts aus Spotify auf die Uhr zu laden, muss man in der Spotify-App auf der Uhr auf das Bibliothek-Symbol tippen und anschließend "Musik und Podcasts hinzufügen" wählen. Das geht auch über Garmin Connect und ist mit ein wenig Scrollen verbunden, klappt aber problemlos. Soll die Musik dann schließlich von der Garmin Vivoactive 3 Music abgespielt werden, müssen nur noch noch passende Bluetooth-Ohrhörer verbunden werden und das Handy kann zuhause bleiben. Ziemlich lässige Lösung, finde ich!

Garmin Vivoactive 3 Music Testbericht

Welche Bluetooth Kopfhörer sind mit der Garmin Vivoactive 3 Music kompatibel?

Ganz ehrlich: Darüber habe ich mir gar keine Gedanken gemacht. Uhr bestellen, Bluetooth Ohrhörer bestellen, miteinander verbinden und loslaufen. Pustekuchen. Bei dieser Variante wäre ich beinahe taub geworden, weil ich keine Funktion gefunden habe, die Lautstärke von der Vivoactive 3 Music aus zu regeln. Google hat geholfen und immerhin verraten, wo ich suchen muss. Die Lautstärke ließ sich jedoch trotzdem nicht einstellen. Mit anderen Kopfhörern das gleiche Problem. Selbst meine kleine Philips Bluetooth Box habe ich testweise mit der Uhr verbunden - nur um festzustellen, dass es auch hier keine Chance gibt, die Lautstärke zu verändern.

Etwas intensiveres Googlen hat die von Garmin empfohlene Liste mit kompatiblen Kopfhörern für diverse Uhren mit Music-Funktion ausgespuckt. Super, Garmin empfiehlt Bluetooth Ohrhörer, die auf jeden Fall mit meiner Vivoactive 3 Music funktionieren. Endlich die Lösung des Problems! Dachte ich, bis ich die Liste studiert hatte. Darin lauter Modelle von Premium Herstellern wie Bose - die sind sicher super gut und lassen sich wahrscheinlich prima mit der Uhr verbinden - ich wollte sie aber nicht ausprobieren, wenn sie mehr kosten als die Uhr selbst. Um auf langen Läufen hin und wieder ein bisschen Musik oder Podcasts zu hören, muss ich keinen dreistelligen Betrag für Kopfhörer ausgeben.


Also weitere Recherche. Gelandet bin ich schließlich bei den Soundcore Spirit Bluetooth Kopfhörern von Anker*. Sehr fairer Preis, wasserdicht und dank diverser austauschbarer Silikon-Nupsis sollten sie in ziemlich viele verschiedene Ohren passen. Ich habe absolut keine Probleme mit der Passform, auch beim Laufen saugen sie sich fest und halten im Ohr. Und: Die Kopfhörer lassen sich nicht nur mit der Uhr verbinden, sondern auch easy lauter oder leiser regeln - und zwar entweder ganz einfach über die Spotify-App auf der Uhr oder etwas umständlicher über den Regler am Kabel, der irgendwo zwischen Ohr und Nacken baumelt. Endlich!

Für wen ist die Garmin Vivoactive 3 Music geeignet?

Die Uhr ist definitiv mehr als ein simpler Fitness-Tracker. Für mich ist sie eine gelungene Kombination aus eben diesem, Smart Watch und Laufuhr. Ich bin nicht bereit, den Preis für die Top-Modelle unter den Laufuhren zu bezahlen und bin von der Vielfalt ihrer Funktionen sowieso völlig erschlagen. Ich wollte mein Handy beim Laufen zuhause lassen und eine Uhr, die Läufe aufzeichnet und Musik abspielt. Darüber hinaus bekomme ich bei der Garmin Vivoactive 3 Music noch einige Zusatz-Funktionen wie Garmin Pay und eben die Fitness Tracking Features. Als erste Laufuhr ist sie für meine Bedürfnisse auf jeden Fall gut geeignet. Wer es simpel mag und nicht nach jedem Lauf einen Haufen Daten auswerten möchte, ist mit der Garmin Vivoactive 3 Music ebenfalls gut beraten - vorausgesetzt, die Akkulaufzeit ist ausreichend.

Wenn der seltene Fall eintritt und ich mir ein neues technisches Gerät zulege, dann muss nicht nur das Preis-Leistungsverhältnis stimmen, sondern ich möchte das neue Gadget auch einfach schön finden. Das ist hier absolut der Fall - das graublaue Armband (das übrigens wechselbar ist) und die roségoldenen Details passen perfekt zusammen. Und wie die Verkäuferin bei der letzten Armbanduhr im gleichen Format schon sagte: "Sie können es ja tragen mit Ihren Handgelenken!"

Garmin Vivoactive 3 Music Testbericht