Ich hasse laufen.

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Montag, 20. August 2018

Triathlon, Marathon, Ultra? - Gar nichts muss ich!

Mein Leben hat keine Bucket List. Marathon laufen? Einmal im Leben einen Ironman finishen? Steht und stand nie auf irgendeiner Liste. Marathon bin ich trotzdem gelaufen, inzwischen zweimal. Und wenn ich mich aktuell in meinem Umfeld online und offline so umschaue, könnte mich ziemlich leicht der Gedanke beschleichen, dass ich damit eigentlich ziemlich öde bin. Mehr ein Jogger als ein Läufer. Inzwischen scheint es nämlich dazu zu gehören, Ultra zu laufen. Mindestens 50 Kilometer dürfen es schon sein, gerne mehr. Entweder flach auf einer winzigen Runde im Kreis oder am besten mit möglichst vielen Höhenmetern. Achso, jeder Waldlauf ist übrigens auch ein Trailrun, aber bitte weit und bergig. Was, du läufst nur große Wettkämpfe auf der Straße? Total Mainstream.


Das ist die Läufer-Bubble. Meine normalen Freunde differenzieren nicht zwischen bekloppt und #allebekloppt. Vor einer Weile habe ich mit einer sehr guten Freundin, einer Gelegenheitsjoggerin, gesprochen. Sie habe das Gefühl, jeder sei auf einmal Triathlet. Als gäbe es einen gesellschaftlichen Druck, einmal an einem Triathlon teilzunehmen. Die vielen Jedermänner bei den Veranstaltungen, egal ob Marathon oder Triathlon, suggerierten den Zuschauern, das könne jeder. Und wenn es schon jeder kann, wenn also selbst diejenigen, die in ihrem ganzen Leben noch nie Sport gemacht haben, sich auf einmal vom Sprint zur Olympischen Distanz vorarbeiten und so weiter - dann bekäme man als eigentlich gar nicht so unsportlicher Zuschauer schon fast ein schlechtes Gewissen.

Ist das jetzt gut, weil jemand denkt: "Oh stark, wenn der das kann, dann kann ich das auch!" oder ist es schlecht, wenn man einen Druck verspürt, an Events teilzunehmen und den Haken auf der Bucket List zu machen? Kann man eigentlich mit einem Marathon noch irgendwen beeindrucken? Muss es nicht eher ein Ultra sein oder eben eine Triathlon-Langdistanz - oder ist die nicht inzwischen auch fast schon Standard und nur noch etwas Besonderes, wenn die Bedingungen so richtig menschenfeindlich sind?

Wem willst du's eigentlich zeigen?

Bleiben wir mal beim Thema Eindruck schinden. Mir schwirren dazu viele Gedanken durch den Kopf. Einer geht so: Jede sportliche Leistung kann für jemanden persönlich herausragend sein. Besonders, unvorstellbar, beeindruckend. Das können die ersten fünf Kilometer am Stück nach jahrelanger Sport-Abstinenz sein, das kann der erste Triathlon sein, der erste (Halb-)Marathon, 70 oder 100 Kilometer, eine Langdistanz, drei Langdistanzen hintereinander, ein vor dem Besenwagen gefinishtes Rennen, ein mehrwöchiges Radrennen quer über einen kompletten Kontinent. Ich habe Respekt vor allen diesen Leistungen und ich erlebe das gleiche aus meinem sportlichen Umfeld. Sportler kannst du also relativ leicht beeindrucken, weil sie - wenn sie nicht bei schwierigen Downhills mehrfach auf den Kopf gefallen sind - wissen, wie sich das anfühlt, was du geleistet hast. Wenn sie es nicht aus eigener Erfahrung wissen, können sie es erahnen. Sie wissen, wie unerreichbar weit weg ein Ziel erscheinen kann. Sie wissen, wie sich durchhalten anfühlt. Die Nicht-Sportler beeindruckst du noch leichter - denn wer keine 10 Kilometer laufen kann, findet 42 genauso unvorstellbar wie 50. 80 hören sich dann natürlich nochmal krasser an, sind aber genauso weit weg im #allebekloppt-Universum.

Der zweite Gedanke geht so: Warum zur Hölle wollen wir eigentlich irgendwen beeindrucken und vor allem wen? Wenn es bei den Sportlern und den Nicht-Sportlern mit der Anerkennung eigentlich so einfach ist, wer bleibt übrig?
Du. Dein eigenes Ego. Und das ist erfahrungsgemäß in den seltensten Fällen zufrieden. Schau dich doch nur mal um! So viele sind schneller als du, legen weitere Distanzen zurück, nehmen an mehr Rennen teil, haben mehr Spaß dabei, erleben die cooleren Sachen, wuppen den Spagat aus Arbeit, Familie, Freunde, Haushalt und Sport so viel müheloser.


Ich habe mir an die eigene Nase gefasst und überlegt, aus welchen Motiven heraus ich welche sportliche Herausforderung eigentlich angegangen bin. Der erste 5-Kilometer-Lauf? Ein Zwischenschritt auf dem Weg zum Hindernislauf. Der erste Volkstriathlon? Eine Schnapsidee aus Neugierde, ob ich das schaffen kann. Aber dann, die ersten zehn Kilometer, die erste Olympische Distanz, der erste Halbmarathon. Ich glaube nicht, dass all das nur aus mir selbst entstanden ist, dass ich das nur für mich gewollt habe. Vielmehr spielt eine Selbstverständlichkeit da rein, dass es eben so weiter geht. Wenn du fünf Kilometer laufen kannst, dann auch zehn. Wenn du einen Sprint schaffst, warum nicht auch eine Olympische Distanz? Wenn die Olympische klappt, beginnst du automatisch, über die Mitteldistanz nachzudenken. Weil es der nächste Schritt ist. Wenn du 42 Kilometer laufen kannst, wieso dann nicht auch 50? Wenn du 50 ...

Zwei Herzen

Natürlich spielt unser Umfeld eine entscheidende Rolle. Bin ich der einzige in meinem Bekanntenkreis, der Sport treibt und an Wettkämpfen teilnimmt? Oder habe ich lauter Freunde um mich herum, die gemeinsam mit mir Pläne schmieden, die sich ebenfalls steigern oder schon drei Schritte weiter sind? An dieser Stelle schlagen zwei Herzen in meiner Brust: Einerseits finde ich es toll, sich anstecken zu lassen. Unbedarft an Dinge heranzugehen, die auf einmal erreichbar erscheinen, weil sie in einem bestimmten Umfeld normal wirken - für dich selbst aber vielleicht etwas ganz großes sind, was du dich allein nicht getraut hättest. Es ist toll, zusammen Schnapsideen auszuhecken, und ich liebe es, andere mit Ideen anzufixen. Deshalb schreibe ich diesen Blog. Ich freue mich wie Bolle, wenn mir wieder jemand schreibt: Danke, du hast mich motiviert, ich kaufe mir jetzt ein Rennrad. Oder ich fahre mein erstes Rennen. Starte beim Triathlon.

Begeisterung überschwappen zu lassen und andere anzustecken, ist etwas Großartiges. Es ist so schön, neue Dinge auszuprobieren, auf die man alleine nie gekommen wäre. Aber kann das auch schaden? Erzeugen die super-sportlichen Freunde unbewusst einen Druck, selbst auch immer mehr erreichen zu wollen? Steigern wir uns zu schnell in sportliche Herausforderungen hinein? Das kann mit Sicherheit passieren. Aber es liegt an uns, ob wir das Wettrennen um höher, schneller, weiter mitmachen.


Ich bin ziemlich sicher, dass ich ohne meine Freunde keine Mitteldistanz angegangen wäre. Zu viert zusammen etwas so großes zum ersten Mal machen - das ist eine ziemlich schöne einmalige Sache. Ich bin froh, dabei gewesen zu sein, auch und gerade weil ich das alleine nicht gemacht hätte. Trotzdem denke ich, dass es wichtig ist, sich nicht immer nur von der Euphorie leiten zu lassen und so andauernd in Dinge hinein zu rutschen, für die man (noch) nicht bereit ist, die aber alle machen. Von denen man glaubt, man müsste sie auch machen.

Du musst gar nichts. Nur Apfelmus.

Wenn ich eines in den letzten vier Jahren Ausdauer-Sport gelernt habe, dann ist es, auf meinen Körper zu hören. Ruhetage einzuhalten. Mich zu erholen. Nicht unendlich weiter zu machen, "weil es so viel Spaß macht" und dann ja nicht schaden kann. Oder weil es alle machen. Zum Glück bewahrt mich meine Faulheit vor Übertraining. Wenn ich mir irgendwann trotzdem zutraue, eine absurde Anzahl von Kilometern und Höhenmetern durch die Gegend zu rennen oder mit dem Rad mehrere Länder zu durchqueren, dann würde ich mir keine Sorgen darum machen, dass es zu viel sein könnte. Weil ich immer im Hinterkopf habe, wie außergewöhnlich derartige Vorhaben sind, wie wenig normal. Wir müssen nämlich gar nichts. Niemand muss Marathon laufen, oder Ultra oder auch nur einen Kilometer. Wir müssen gar nichts. Aber wir könnten.

Hier auf dem Blog gibt es keine Kommentarfunktion mehr. Schreib mir deine Gedanken zum Thema gerne unter den Beitrag auf Facebook, Instagram oder Twitter. Bist du auch zwiegespalten, was das Anstecken unter Freunden, Bekannten und der eigenen Timeline angeht? Glaubst du, es gibt einen gewissen Druck, bestimmte Dinge einmal im Leben zu erleben? 

Fotos: Christian Siedler

Mittwoch, 8. August 2018

Raceday No. 60 - Rad am Ring 24h-Rennen

Erste Runde 

Der Staffelstab ist eine Trinkflasche mit Transponder, die man nicht öffnen darf und aus der man auch nicht trinken kann. Unser Startfahrer Ansgar übergibt mir die wichtigste Flasche und wünscht mir viel Spaß. Er kennt die Strecke in und auswendig und ist gespannt, wie ich die Nordschleife finden werde. Die grüne Hölle. Eine 90 Jahre alte Rennstrecke, die bereits 1976 als zu gefährlich für die Formel 1 eingestuft wurde. Na wunderbar. Insgesamt hat die Runde mit der Grand Prix Strecke 26 Kilometer, etwa 580 Höhenmeter und 93 Kurven. Das einzige, was ich vorher weiß: Es gibt steile Abfahrten und steile Anstiege. In der Fuchsröhre knacken einige Radfahrer die 100 km/h, während es an der Hohen Acht mit bis zu 17 Prozent bergauf geht. Es besteht also die Gefahr, dass ich hier rückwärts wieder runter rolle.

Mehr weiß ich nicht, als ich zum ersten Mal von der zwar harmlosen, aber auch schon irgendwie coolen Grand Prix Strecke auf die Nordschleife abbiege. Diese Asphaltkilometer, die wir schon vor zehn Jahren bei Rock am Ring als heiligen Boden bezeichnet haben. An deren Rand man campen konnte, wenn man keinen Bock auf Kuhwiese hatte. Heute ist weniger Rock'n'Roll. Die Strecke verpasst mir ganz von allein einen Rausch. Um die 20 Meter Breite, rechts und links die rot-weißen Begrenzungen, dahinter Wiese. Zum allerersten Mal bergab, in die Kurven. Ich verliebe mich auf Anhieb. Der Mythos Nordschleife liegt einfach in der Luft, ich habe ihn unter meinen Reifen und mein Herz hüpft wie wahnsinnig, weil ich hier fahren darf. Hier mit dem Rad runter zu düsen, die Kurven zu nehmen, dabei immer im Hinterkopf, dass es gleich noch länger runter geht, noch krasser wird, und dann einige Kilometer lang steil wieder rauf. Das Glücksgefühl, hier Rennrad zu fahren, vermischt mit dem Respekt vor der Strecke - ein bittersüßer Cocktail, der mich bis zur Hälfte der Runde trägt.


Im Vorbeifahren lese ich die historischen Namen der Streckenabschnitte. Schwedenkreuz, Adenauer Forst, Metzgesfeld, Exmühle, Bergwerk. Abfahrten wechseln sich mit kurzen Anstiegen ab. Bei einigen gelangt man mit genug Schwung bis nach oben, bei anderen bleibt man einfach stehen, wenn man nicht rechtzeitig runter schaltet. Wo war jetzt eigentlich die Fuchsröhre? Inzwischen geht es schon seit einer Weile bergauf und wird immer steiler. Und warum heißt es eigentlich ausgerechnet Klostertal, wenn die Strecke mit acht, neun, zehn Prozent bergauf führt?

Es zieht sich. Ewig. Ich glaube, mein Garmin ist kaputt, denn es zeigt permanent 11,8 km/h an und nichts anderes mehr. Vielleicht sind auch nur die Beine kaputt. Endlich wieder ein halbwegs flaches Stück vor dem Caracciola-Karussell: "Flache" vier bis fünf Prozent, klasse. Nach der Steilkurve (wie gut, dass ich schon mal auf der Bahn war!) kann ich kurz durchatmen, danach geht es in das letzte Stück rauf zur Hohen Acht. Ich warte darauf, dass die 17 Prozent mich umhauen, dass ich rückwärts den Berg wieder runter rutsche, einfach umkippe oder absteigen muss. Nichts davon passiert. Ich sehe schon von unten einen Zielbogen und hoffe, dass er den höchsten Punkt markiert. Allerdings traue ich mich nicht, bei den Nebenmännern zu fragen. Die Gefahr, dass ich sofort absteige und mich auf die Wiese setze, falls mir irgendwer verrät, dass es danach noch weiter rauf geht, ist zu groß.


Oben ist zum Glück wirklich oben. Das Schild "Ab jetzt Kette rechts!" lässt mich hoffen, dass es jetzt wieder angenehmer wird. Wippermann, Brünnchen, Pflanzgarten, Galgenkopf. Rauf und runter, aber im Vergleich  zu den vier Kilometern von der Exmühle bis zur Hohen Acht alles kein Problem. Die Döttinger Höhe zieht sich noch ein bisschen, Windschatten wäre bei diesem langen Stück geradeaus praktisch. Bisher habe ich mich von anderen Radfahrern aus Angst vor Stürzen möglichst ferngehalten, aber hier wäre ein hübscher Zug schon ziemlich fein. Ich merke, wie ich die restlichen Kilometer rückwärts zähle. Was bin ich froh, erst einmal nur eine Runde fahren zu müssen! Nach mir sind wieder die anderen drei dran.

Endlich ist die Zielgerade in Sicht. Danach noch schnell die drei, vier Kurven bis zu unserem Camp und Übergabe der Staffel-Flasche. Ich fühle mich ein kleines bisschen besonders, weil ich jetzt im gleichen Club wie Ansgar bin und mitreden kann, während das Debüt von Christian und Jan noch aussteht. Wir schicken den dritten Fahrer auf die Strecke. Wie wars? "Geil! Aber auch hart! Total krass! Viel Spaß!" Ansgar schiebt "Genieß es!" hinterher, was irgendwie der beste Tipp ist. Die Nordschleife fordert viel, aber sie gibt dir auch alles.

1:02 Stunden habe ich für meine Runde gebraucht. Ich hatte keine Vorstellung, wie schlimm oder nicht schlimm die Höhenmeter sein würden und hatte eine grobe Stunde angepeilt - kommt hin. Abgesehen davon habe ich den großartigen Plan ausgeheckt, die erste Runde erst einmal langsam anzugehen, um die Strecke kennenzulernen. Steigern kann man sich ja hinterher immer noch. Denkste. Die erste Runde wird auch 24 Stunden später noch meine schnellste sein.

Zweite Runde 

Die anderen drei sind alle etwas schneller unterwegs, so dass ich meine Pause dahinschwinden sehe. Obwohl ich gefühlt eben erst zurück gekommen bin, sitze ich nach knapp drei Stunden schon wieder auf dem Rad. Die Vorfreude hält bis zur ersten dezenten Welle. Scheiße! Wieso merke ich schon in der zweiten Runde meine Beine? Das kann ja noch lustig werden. In den Abfahrten bin ich immernoch vorsichtig, traue mir aber mehr zu als in der ersten Runde. Die größte Angst: Bei Rechtskurven, die ich nicht innen fahren will, zu weit nach links zu geraten und von einem schnelleren Fahrer von hinten abgeräumt zu werden. Ich blicke mich also lieber 27x um, bevor ich in eine Kurve fahre.

Inzwischen weiß ich, wo die Fuchsröhre ist und freue mich über eine lange Abfahrt, bei der man die Kurven fast ignorieren kann. Trotzdem traue ich mich nicht von Anfang an, die Bremse komplett zu lösen. Erst als ich alles einsehen kann, mache ich die Bremse auf und werde immer schneller. In der ersten Runde war die Straße hier noch vom Regen nass, mittlerweile ist zum Glück alles abgetrocknet. Ich fliege. Ich kann währenddessen nicht nach unten gucken, sondern halte den Lenker fest, will nicht denken, aber schwanke zwischen "ist das geil" und "ach du scheiße". Erst im nächsten Anstieg wage ich den Blick aufs Garmin: bergauf noch 77 km/h. Strava verrät mir später, dass die Höchstgeschwindigkeit bei 81,7 km/h lag. Ich glaube, wer hier völlig ohne Angst runter fährt, tickt nicht ganz sauber. Meine Mischung aus Respekt und Euphorie bringt mich irgendwie sicher durch die Runde.

Zumindest bis zur Kurve Wehrseifen, als ich jemanden im Kiesbett liegen sehe. Zwei Fahrer stehen etwas ratlos daneben, es ist noch kein Krankenwagen da. Mich irritiert, dass die beiden so weit weg stehen und sich keiner direkt um den Verletzten kümmert, deshalb halte ich an. Frage, ob sie noch Hilfe brauchen und erkenne im gleichen Moment: ja. Ein Rettungswagen ist bereits informiert, ich kann eigentlich gar kein Blut sehen, aber jetzt kann ich es doch und kümmere mich um den Fahrer am Boden. Ich denke nicht, sondern funktioniere nur. Versuche, ihn zu beruhigen, überhaupt erst einmal zu ihm durch zu dringen, mit ihm zu sprechen. Als nach einer gefühlten Ewigkeit die Notärztin eintrifft, weiß ich, dass es für mich nichts mehr zu tun gibt. Ich fahre weiter, auch wenn ich nichts lieber will als zurück am Camp sein.

Die Hälfte der Runde liegt noch vor mir, damit also auch die Anstiege. Ich will nicht mehr. Aber da ich auch nicht hier bleiben kann, fahre ich weiter. Irgendwie. Mein Kopf ist leer. Meine Beine auch. Mein Ehrgeiz liegt irgendwo mit einem kaputten Rennrad im Grünstreifen. Ich schiebe die letzten Meter der Hohen Acht und es ist mir nicht mal peinlich. Ich rolle zurück zu den anderen und denke, ich muss irgendwie die Fassung bewahren, damit meine Ablösung nicht mit einem schlechten Gefühl auf die Strecke geht. Als er weg ist, kommt alles raus. Bis eben habe ich funktioniert, aber jetzt nicht mehr.

Dritte Runde 

Ich brauche eine Pause. Körperlich und mental. Ich gehe duschen, versuche auf andere Gedanken zu kommen. Mir ist schlecht, aber ich esse, weil irgendwie Energie rein muss. Tortellini mit Tomatensauce. Als die Zeit verstreicht, wird mir klar, dass ich die nächste Runde nicht mehr im Hellen fahren werde. Ich würde am liebsten gar nicht mehr fahren, aber ich ahne: Wenn ich jetzt kneife und mich nicht wieder aufs Rennrad setze, wars das mit mir und der Nordschleife. Ich blicke der neu gewonnenen Angst vor Kurven, Abfahrten und Stürzen also lieber jetzt gleich ins Auge als irgendwann später.

Als ich gegen 22 Uhr starte, ist die Sonne bereits untergegangen, aber es ist noch nicht stockdunkel. Christian sagt, ich soll die Lichter genießen. Das mache ich. Die Grand Prix Strecke leuchtet so wunderbar. Viele Teams haben als Erkennungszeichen Lichterketten, leuchtende Gartenzwerge, Weihnachtsdeko oder gleich Leuchtreklame installiert. Ich schaffe es tatsächlich, die Atmosphäre aufzusaugen. Beim Abbiegen auf die Nordschleife nehme ich mir vor, es so langsam wie nötig anzugehen. Mir so viel Zeit zu nehmen, wie ich brauche.


Die Dämmerung weicht der Dunkelheit. Ich bin froh, dass ich im Winter schon öfters im Dunkeln Rennrad gefahren bin. Dass ich dieses Gefühl schon kenne, wenn die Sicht schlechter wird und alle anderen Sinne sich schärfen. Anspannung und Konzentration sind auf Maximum. Alles ist plötzlich unheimlich laut: der Wind in den Ohren, der Freilauf. Ich rausche bergab. Die Ankunft im nächsten Anstieg ist ein Auftauchen aus dem rauschenden Ozean. Eine völlig andere Welt. Eine totenstille Welt, die nur daraus besteht, dass viele rote Lichter aufgereiht bergauf kriechen. Vereinzelt höre ich Atemgeräusche oder mal eine ratternde Schaltung. Niemand spricht. Wir sind viele, eine ganze Armee aus roten Punkten, wir haben alle das gleiche Ziel, aber niemand ist zu Smalltalk aufgelegt.

Das langsamere Tempo tut mir gut. Ich beschließe, dass ich die Hohe Acht dieses Mal hoch fahre, egal was kommt. Hinterher stelle ich fest, dass ich damit nicht schneller war als in der Runde zuvor zu Fuß, aber immerhin stolz, es mir selbst noch einmal bewiesen zu haben. Meine Kopfschmerzen, die ich schon seit der zweiten Runde mit mir rumschleppe, nehmen zu, so dass ich die anderen zurück im Camp um eine längere Pause bitte. Es ist nach 23 Uhr und ich kann mir nicht vorstellen, um 2 Uhr schon wieder auf dem Rad zu sitzen. Ich brauche eine Pause für den Kopf und eine Mütze Schlaf.

Vierte Runde 

Als um 4.15 Uhr der Wecker klingelt, frage ich mich, was die Scheiße soll und was ich hier eigentlich mache. Es ist kühl draußen und schön warm in meinem Schlafsack. Warum zur Hölle sollte ich jetzt das Zelt verlassen? Wer ist eigentlich auf diese bescheuerte Idee gekommen, ein 24h-Rennen zu veranstalten und Leute mitten in der Nacht radfahren zu lassen?

Es ist 5 Uhr und ich sitze auf dem Rennrad. Zum ersten Mal mit langem Trikot, weil 13° in den Abfahrten dann doch ein bisschen frisch sind. Die Sinnfrage verlässt mich zum Glück gleich mit dem Losfahren: Ich mache das, weil ich es möchte. Weil ich das Radfahren liebe, weil diese Strecke der Hammer ist, weil wir ein Team sind und weil wir das irgendwie zu Ende bringen. Und weil jeder eben beisteuert, was er kann. Ein Gedanke hält mich besonders bei Laune: Wenn ich von der Runde zurückkehre, wird es hell sein.


Nur noch einmal in die dunklen Abfahrten. Ins rauschende Meer, um in der Stille zwischen den roten Punkten wieder aufzutauchen. Endlich dämmert es. Die Sonne schafft es noch nicht so richtig durch die Wolken, aber der Himmel färbt sich wunderbar rot. Jemand vor mir hält an, um ein Foto zu machen. Ich speichere alles in meinem Kopf, will den Moment nicht vergessen. Die Berge würde ich gern vergessen. Sie werden mit jeder Runde schwerer. Meine Beine sind inzwischen Blei. Ich kann bergauf keine annähernd sinnvolle Trittfrequenz mehr fahren. Und trotzdem überhole ich in diesem Schneckentempo noch den einen oder anderen (der vermutlich die drölfzigste Runde als Einzelfahrer dreht). Einmal ruft mir von hinten jemand "Starke Leistung!" hinterher und ich weiß nicht, ob es ironisch oder ernst gemeint ist. Ich krieche weiter nach oben, habe längst kein Zeitziel mehr für irgendeine meiner Runden. Ankommen zählt. Nur irgendwie gut durchkommen.

Ende

Ich lege mir zurecht, wie ich den anderen freudestrahlend zurufe: "Ich habe euch den Tag mitgebracht!" Blöd nur, dass keiner am Camp ist, als ich zurückkomme. Einer duscht, zwei schlafen. Hallo hier, Teamdings?! Weil in der Nacht wegen einer ausgefallenen Lampe einmal getauscht wurde, weiß wohl keiner mehr, wer jetzt dran ist. Schließlich erklärt sich einer bereit, muss aber erst noch frühstücken. Und ein bisschen wach werden. Das Gute daran: Sollten wir nächstes Jahr noch einmal starten, haben wir bei den Wechseln auf jeden Fall Luft nach oben gelassen. Ich kündige schon einmal vorsichtig an, dass meine Beine extrem durch sind und ich nicht weiß, ob eine fünfte Runde drin ist. Dann stelle ich den Wecker auf weitere drei Stunden und krabbele zurück ins Zelt. 

Dieses Mal stehe ich vor dem Wecker auf und hadere mit mir. Ich würde gern noch eine Runde fahren. Ich möchte es später nicht bereuen, sie ausgelassen zu haben. Aber ich weiß, dass meine Beine echt am Ende sind und dass es für uns um nichts geht. Vier Runden klingt verdammt wenig. 100 Kilometer und über 2200 Höhenmeter hören sich schon etwas anders an. Ich bereue nichts, weil ich weiß, dass ich nicht zum letzten Mal hier war.


Die letzten 24 Stunden waren wir wie in einem Tunnel verschwunden. Kaum genug Zeit, all die vielen tollen radfahrenden Menschen zu treffen, die sich hier tummeln. So viel zu tun mit essen, schlafen, fahren, mitfiebern, warten, den Pavillon bei Windböen festhalten und und und. Dass diese wunderbare anstrengende Zeit gleich vorbei ist, wird mir klar, als wir zur Zielgerade fahren, um auf unsere Teamkameraden zu warten und gemeinsam über die Ziellinie zu rollen. Rechts und links der Strecke stehen Rennradfahrer und Mountainbiker bunt durcheinander gemischt. 8er, 4er, 2er-Teams, Fans von Einzelfahrern, alle. Jeder, der irgendwas mit einem der 24h-Rennen zu tun hat, wartet hier auf seinen Fahrer, sein Team. Endlich sind wir komplett und Ansgar fragt, ob wie über die Ziellienie hahnern. Nein! Kein Sturz auf den letzten Metern! Nebeneinander fahren muss reichen.

Im Team mit dem Motto "Erlebnis vor Ergebnis" haben wir 20 Runden zusammengekriegt. Macht 520 Kilometer, 11.000 Höhenmeter und vier ziemlich müde, aber glückliche Fahrer. Der beste Einzelfahrer hat übrigens 27 Runden geschafft, das beste 4er Team 32. Der helle Wahnsinn. Also, es ist so: So hart das war, ich habe mein Herz an den Ring verloren. Spätestens jetzt. Ich komme wieder! Und ich möchte am liebsten dazu beitragen, dass mehr Frauenteams auf der Strecke sind. Bei den 8er-Teams waren es nur vier, bei 4er-Teams genau 20, wenn ich richtig in die Ergebnisliste geschaut habe. Und davon sind 17 Teams mehr als 20 Runden gefahren - das ist ne Ansage! Auch die Rundenzeiten sind verdammt flott. Ich geh dann noch ein bisschen trainieren ...


So, was noch?

Einschlafen geht nach diesem Wochenende übrigens ungefähr so: Ins Bett legen, Gute Nacht sagen, Augen zumachen, schlafen. Bäm!

Christian hat dieses Mal übrigens nicht nur großartige Fotos, sondern auch ein hübsches Video gemacht. Das gibt's hier zu sehen. Bis zum Ende gucken. Viel Spaß!


Der Veranstalter von Rad am Ring hat uns den Startplatz zu vergünstigten Konditionen zur Verfügung gestellt. Es gab in keiner Form Einflussnahme auf die Berichterstattung. Vielen Dank, dass wir dabei sein durften und bis zum nächsten Mal!

Donnerstag, 28. Juni 2018

Wir fahren nach Berlin!

Seit ich 2016 beim Berlin-Marathon zugeschaut habe, lässt mich der Gedanke nicht los, diesen Marathon irgendwann im Leben einmal zu laufen. Diese Gänsehaut, als ich während des Starts auf der Siegessäule stand, habe ich nicht vergessen. Ebenso wenig den Zieleinlauf durchs Brandenburger Tor. Blöd: Du kannst dich nicht einfach anmelden, sondern musst im Losverfahren Glück haben. Das lässt sich mit #skatetorun umgehen: BMW Berlin-Marathon Inlineskating 2018 finishen, vorher bei der Anmeldung den Code angeben und einen garantierten Startplatz für den Lauf 2019 erhalten. Da bin ich dabei! 

Inline-Marathon jetzt also. Öfter mal was Neues! Ich denke, wenn ich die Strecke laufen kann, kann ich sie auch skaten und mache mir daher keine großartigen Sorgen, das Ziel nicht zu erreichen. Als Jugendliche habe ich bei uns im Ort fast jeden Weg auf Inlineskates zurückgelegt, in den letzten Jahren standen haben die Skates allerdings etwas Staub angesetzt. Schon genug Bewegung mit schwimmen, radeln, laufen - wozu noch inlineskaten? Und vor allem wann? 

Inlineskaten für Läufer (und Laufhasser)

Tatsächlich ärgert es mich ein bisschen, nicht früher darauf gekommen zu sein, das Inlineskaten einfach als Alternativtraining zum Laufen zu sehen. Perfekt für mich, weil Laufen ja bekanntlich nicht meine liebste Disziplin ist. Auf der BMW Berlin-Marathon Inlineskating Website heißt es, Ausdauersportler sollten auf Vielseitigkeit setzen, um entscheidende Muskelgruppen nicht durch zu einseitiges Training zu vernachlässigen. Inlineskaten sei ein Ganzkörpertraining, das nicht nur die Beine, sondern auch die Rumpfmuskulatur kräftige - und macht zumindest mir ungefähr eine Million Mal mehr Spaß als jedes Stabitraining! Eine verbesserte Koordination gibt es noch obendrauf.

Vor allem für Läufer spannend: Inlineskaten trainiert das Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur, aber gönnt dem Körper dabei gleichzeitig eine Pause, weil die Belastung für die Gelenke viel geringer als beim Laufen ist. Am besten lassen sich lange, langsame Recovery-Runs im Trainingsplan durch eine Inlineskating-Einheit ersetzen. Mehr Infos dazu gibt's hier.

Die Inlineskates

Weil meine alten Skates aus dem letzten Jahrtausend stammen, freue ich mich besonders über die Unterstützung von Rollerblade. Ich rolle nämlich ab sofort mit dem Macroblade 110 3WD durch die Gegend - und wie! Neu daran für mich: Nur drei Rollen und die haben mit 110 Millimetern auch noch einen viel größeren Durchmesser als ich gewohnt bin. Perfekt für die lange Strecke.

Erster Test im Büro, nachdem das Paket angekommen ist: Wackelig. Und ich stehe so weit oben! Ohje, das kann ja was werden ... Zweiter Test, draußen auf verkehrsarmen Wegen, sicherheitshalber mit kompletter Schutzausrüstung: Ganz schön geil! 

Natürlich habe ich nicht die perfekte Technik drauf, aber ich kann mich fortbewegen und bremsen. Keine Stürze bisher zu vermelden! Das Fahrgefühl ist großartig - ich bin überrascht, wie mühelos und schnell das geht! Meinen Freund, der den Marathon eine Stunde schneller läuft als ich, hänge ich beim ersten Training locker ab. Wie wunderbar, auch mal bei irgendetwas schneller zu sein! 

Berlin, Berlin!

Während ich bei der Anmeldung für den BMW Berlin-Marathon Inlineskating noch dachte, ich mache das nur wegen der Startplatzgarantie für den Lauf und sehe das Ganze eher als Sightseeing auf Skates, habe ich mittlerweile die leise Ahnung, dass ich das Rennen doch nicht ganz so gemütlich angehen werde. Dafür macht es einfach viel zu viel Spaß! Dieses Gefühl, sich auf gutem Asphalt aus eigener Kraft schnell und geschmeidig fortzubewegen, erinnert mich an alles, was ich am Rennradfahren liebe. Inklusive Fahrtwind und Radmütze unter dem Helm! 

Natürlich habe ich von Zeiten absolut keine Ahnung. Der Zielschluss in Berlin liegt bei 2:30 Stunden. Für den Marathon! 42,195 Kilometer also. Klingt erst mal irre schnell, aber angeblich sind sogar unter zwei Stunden für durchschnittlich trainierte Ausdauersportler relativ einfach möglich. Ich denke, genug Kondition bringe ich mit - in den nächsten Wochen heißt es an der Technik feilen und auch mal Windschatten fahren üben. Ich freue mich wahnsinnig drauf! Berlin, du kannst kommen!


Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Rollerblade entstanden. Die Inlineskates wurden mir kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich hab mich sofort verliebt. Vielen lieben Dank!

Montag, 18. Juni 2018

Raceday No. 59 - Škoda Velodom | Rund um Köln

Der Škoda Velodom bei Rund um Köln - definitiv ein Pflichttermin, wenn man aus dem Rheinland kommt und Rennrad fährt. Ich stehe zum allerersten Mal am Start und habe die dumpfe Vorahnung, dass es für mich nicht einfach wird. Aber was heißt eigentlich einfach? Ohne Anstrengung mühelos über die Strecke fliegen und eine super Zeit hinlegen? Könnte ich dann zufrieden sein oder würde ich nicht denken, da sei mehr drin gewesen? Und wann ist es schwer? Wenn die Beine brennen, die Lunge zu platzen droht und jede kleine Welle sich anfühlt wie der Mount Everest? Wenn ich kämpfen muss, während es bei den anderen so leicht aussieht?


Fakt ist: Ich habe mir die Strecke zweimal angeschaut. Einmal bin ich sie komplett abgefahren und beim zweiten Mal haben wir für ein Fotoshooting einige Schlüsselstellen abgeklappert. Ich weiß also, was auf mich zukommt. Ich weiß, dass 650 Höhenmeter auf 68 Kilometern jetzt nicht die Welt sind - aber eben auch nicht nichts. Vor allem, wenn die ersten und die letzten 20 Kilometer so gut wie flach sind (oder nur leicht bergauf bzw. bergab) - dann tummeln sich alle Anstiege mal eben auf den mittleren 28 Kilometern. Nicht falsch verstehen, da liegt keine weltbewegende Wand auf der Strecke, vor der ich so richtig Bammel hätte - außerdem habe ich mir ja sowieso vorgenommen, diese Sache mit der Bergangst mal in den Griff zu kriegen. Ich mache mir keine großen Sorgen um die kurzen und knackigen Dinger in Sand und am Bensberger Schloss, aber ich ahne, dass der lange Anstieg hinter Odenthal (2,2 km mit 5 %) mich von den Gruppen trennen wird, die ich unten im Flachen noch halten kann und oben im Welligen gut gebrauchen könnte.


Fakt ist auch: Ich habe mir nichts vorgenommen. Eigentlich. Die 333 Kilometer ans Meer sind erst eine Woche her und stecken mir natürlich noch in den Knochen. Trotzdem wäre es gelogen, würde ich behaupten, komplett ohne irgendein Ziel ins Rennen zu gehen. Das Wichtigste ist natürlich immer, gesund und gut durchzukommen. Das nächste Minimalziel sollte sein, alles zu geben und hinter nicht zu denken "hättest du mal". Weil ich wirklich nicht einschätzen kann, wie gut oder schlecht ich die Anstiege packe, nehme ich mir als Zeitziel einen ziemlich groben Bereich von 1:50 bis 2 Stunden vor. Das wäre ein Schnitt zwischen 34 und 37 km/h - ersteres traue ich mir absolut zu, auch auf der Strecke, und letzteres wäre schon eine Hausnummer.


Und wie das so ist mit den eigenen Zielen, mit dem Ehrgeiz und der Vernunft - du kannst dir vorher so viel (oder wenig) vornehmen, wie du willst, das Ergebnis kann auf dem Papier okay aussehen, der Kopf kann wissen, dass 1:54:10 Stunden, also 35,8 km/h ganz gut sind. Es kann sich trotzdem scheiße anfühlen.

Wenn so ein Ergebnis rauskommt, kann aber nicht alles scheiße sein. Ziemlich fantastisch sind die ersten 20 Kilometer, die sich wie fliegen anfühlen - bei einem 40er Schnitt auch kein Wunder. Ich hatte seit dem Münsterland Giro im letzten Oktober fast vergessen, wie herrlich es ist, über gesperrte Straßen zu fliegen. Mit mehr als 40 Sachen bergauf sausen ist etwas, das dir nur im Rennen passieren kann. Und diese Mischung ist so bittersüß. Du weißt, das ist schnell, fühlt sich gigantisch an und der erste Berg wird den Spaß gleich beenden. So ist es dann auch. Obwohl ich vorher weiß, dass ich bergauf langsamer bin und mein eigenes Tempo fahren muss, fühlt sich der Wechsel von 42 auf 12 km/h einfach mal beschissen an. Wenn dann noch alle überholen und man gefühlt als einziger bergauf mehr kriecht als fährt, ist es echt schwer, bei Laune zu bleiben. Immerhin entschädigt die Strecke ein bisschen, denn die ist wirklich schön. Das Bergische Land ist grün, wellig, rechts und links der Straße stehen Kühe auf der Wiese. Schon hübsch!


Es geht wieder runter, ein Stückchen halbwegs flach und ich fahre viel alleine. Ich weiß, dass mir bei Kilometer 39 direkt nach einer Kurve der Anstieg in Sand blüht - ein Ort, von dem ich gehört habe, dass die Kölner Rennradfahrer ihn liebevoll "das Kackdorf" nennen. In Sand geht es gut 700 Meter lang kurvig bergauf, mit durchschnittlich 7 %, teilweise bis zu 13. Der Witz ist: Ich weiß, das wird schlimm, aber ich freue mich drauf. Und natürlich bin ich langsam, aber ich überhole tatsächlich Menschen. Ich. Bergauf. In diesem steilen Kackdorf. Ha!


Fünf Kilometer später geht es rauf zum Schloss Bensberg. Nur wenige Meter, aber bei 10 % über Kopfsteinpflaster - ich kann mir schöneres vorstellen. Aber irgendwie ist es mir total egal: Es stehen so viele Zuschauer am Rand, jeder muss hier rauf kämpfen und ich weiß, dass das Stück verdammt kurz ist, Danach geht es quasi nur noch bergab nach Hause. Denkste. Irgendwie habe ich nach meinem Streckentest ausgeblendet, dass es durchaus noch bis Kilometer 50 wellig bleibt und die Strecke erst danach bergab bzw. flach wird. Shit. In meinem Kopf war alles auf "nach Bensberg wird alles gut" programmiert und ich habe wirklich nicht die geringste Lust, hier noch irgendwo bergauf zu fahren, und sei es auch noch so wenig. Ich lasse hier verdammt viel Zeit liegen, bis es endlich ab Forsbach wirklich nur noch runter und zurück nach Köln geht.

Für die letzten 18 Kilometer finde ich wieder eine Gruppe, wechsele das Hinterrad oder erhöhe den Abstand, wenn mir einer zu komisch fährt und schmunzele vor mich hin als ich entdecke, dass der ganze Zug von einem Typ mit einem Trikot angeführt wird, das wie eine Lederhose aussieht. Falls der Kollege aus Bayern kommt, kennt er sich mit Bergen ja sicher aus. Ich freue mich am meisten über den Kreisel auf die Severinsbrücke, weil sich in der Kurve schnell bergauf fahren zur Abwechslung einfach mal geil anfühlt. Ansonsten sind die letzten Meter genau die richtige Mischung aus "oh schade schon vorbei" und "zum Glück gleich geschafft".


Ich weiß, dass ich bei meinem Ergebnis auf hohem Niveau jammere. Und ich kenne meine Baustellen: natürlich die Berge, aber auch meine Einstellung zu Dingen, die ich nicht ändern kann. Sich nicht wie der unfähigste Radfahrer der Welt fühlen, wenn bergauf andere überholen, wäre schon mal ein guter Anfang. Und auch wenn ich weiß, dass ich es bei einem Rennen mit diesem Profil niemals weit vorne in die Ergebnisliste schaffen werde, ist das kein Grund zu kneifen. Natürlich fahre ich gerne flach und schnell, aber andererseits mag ich die Herausforderung - auch wenn ich mich währenddessen von Zeit zu Zeit daran erinnern muss.

Ich bin dieses Rennen nicht nur für mich ganz alleine gefahren. Im Vorfeld des Škoda Velodom war ich ein bisschen das Gesicht des Jedermann-Rennens. Dass aus einer Einladung zur Pressekonferenz gleich ein ganz schön langer Beitrag im WDR werden würde, habe ich anfangs nicht im Entferntesten geahnt. Und auch, wenn ich diesen Fernseh-Trubel ein wenig peinlich finde, freue ich mich über zwei Sachen.


Erstens: Es ist schön, dass neben dem Profirennen auch das Jedermannrennen Beachtung findet. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, die Frauen unter den Jedermännern anzusprechen und es freut mich wahnsinnig, dass der WDR dem Thema so viel Raum gibt. Auf der kurzen Strecke des Škoda Velodom sind 2070 Männer und 231 Frauen ins Ziel gekommen. Auf der langen waren es 955 Männer und nur 39 Frauen. Da ist auf beiden Distanzen noch ziemlich viel Luft nach oben. Vor allem auf der kurzen Strecke ist die Mindestdurchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h trotz Höhenmeter auch für Jedermänner (und -frauen!) auf dem Rennrad absolut machbar. Wirklich!

Hier geht's zum WDR Bericht über Rund um Köln. Und über ichhasselaufen. Ab Minute 26:40.

Zweitens: Ich freue mich über eure Nachrichten, über den vielen Zuspruch und über jede einzelne, die mich wissen lässt, dass ich ihr den Floh Radrennen ins Ohr gesetzt habe. Allein dafür lohnt es sich.


Dieser Artikel ist in Kooperation mit Rund um Köln entstanden. Danke an Stefan Schwenke, der einen grandiosen Job gemacht hat. Der 2. Juni 2019 ist im Kalender markiert!

Merke: Wer die Helmnummer nicht vernünftig klebt, ist halt auf fast keinem Bild vom Rennen selbst zu sehen... Macht aber nichts, schließlich gibts ja Bewegtbilder und Fotos vom Streckentest.

Fotos: Neil Baynes | Rund um Köln, Streckentest und Pressekonferenz

Samstag, 9. Juni 2018

333 km ans Meer: ERG2Nordsee - Vitamin Sea

Von Essen an die Nordsee. 333 Kilometer. Mit dem Rennrad. Im Januar halte ich das für eine prima Idee und melde mich ohne Zögern an. Bis April ist erst einmal der Rotterdam Marathon wichtiger, so dass ich mehr laufe als radele. Im Mai gibt Kati, eine der Organisatorinnen von der ERG, Tipps, wo man eine 200-Kilometer-RTF fahren könnte. Als Training. Zum Equipment-Check. Ups. Ich habe bisher nicht in Erwägung gezogen, dass es Sinn ergeben könnte, vorher mal 200 Kilometer zu fahren, wenn man sich 300 vorgenommen hat. Eigentlich stelle ich mir die ganze Geschichte ziemlich easy vor: Um Beine und Kondition mache ich mir keine Sorgen. Die einzige Unsicherheit ist, ob ich 300 Kilometer lang auf dem Sattel sitzen kann oder mir nach 150 Kilometern einen Wolf fahre und in den Lenker beißen will.


Treffpunkt ist um 3 Uhr nachts in Essen, Abfahrt um 4. Am Vortag beschleicht mich die leise Vorahnung, es wäre vielleicht doch nicht blöd gewesen, längere Strecken zu trainieren und mal zu testen, wie lange der Akku vom Garmin und der Akku von Maren eigentlich halten. Stattdessen lade ich die Powerbank und kaufe Schokoriegel, weil mir Julia erzählt hat, dass sie so eine Tour auch schon einmal gemacht hat und nach drölfzig Powerriegeln und Gels einfach nur noch ein Snickers herbei gesehnt hat. Ich decke mich also mit Mars in rauen Mengen ein. Spoiler: Ich werde keines während der Tour essen, sondern die Hälfte davor und den Rest danach.

Ich bin nicht nur unterirdisch vorbereitet, sondern auch genauso mies bei der Zeitplanung. Am Vorabend arbeite ich bis 22 Uhr, packe in letzter Minute meine Sachen und falle um kurz vor eins ins Bett, nur um eine Stunde später wieder aufzustehen. Ich weiß nicht, ob eine Stunde oder gar nicht schlafen besser ist - am besten wäre wohl so viel wie möglich. Egal: Es ist, wie es ist.

Kilometer 0: Knapp 40 Teilnehmer und 4 Guides treten den Ritt an die Nordsee an. Aufgeteilt in zwei Gruppen rollen wir in die Nacht.

Kilometer 1: Keine Spur von Müdigkeit. Die frische Luft, die Dunkelheit und die volle Konzentration, die beim Fahren in der Gruppe vor allem nachts gefordert ist, schärfen die Sinne. Ich bin hellwach und fühle mich, als würden wir zu einem Eroberungszug ausrücken. Sea you soon, Nordsee!

Kilometer 23: Endlich raus aus dem Pott. Weg von den Städten, den Ampeln, dem Stop & Go nachts um 5. Es dämmert und ich wünsche mir nichts mehr, als in den Sonnenaufgang hinein zu radeln. Und dann mit der Sonne ans Meer. Wie schön wäre das?

Kilometer 30: Es ist so was wie hell, aber grau in grau.

Kilometer 50: Erste große Pause. Ich finde es übertrieben, nach einer so kurzen Strecke schon eine Pause zu machen, aber als ich die Leckereien auf dem Tapeziertisch entdecke, der uns noch den ganzen Tag verfolgen wird, ändere ich meine Meinung. Her mit den Keksen in Fahrradform! Wir sind am Schloss Raesfeld (nie gehört bisher) - definitiv eine schicke Kulisse für den ersten Stopp. Ein Fahrradverleih ist ausgeschildert und wirbt mit: "Mieten Sie ein E-Bike!" Ganz bestimmt nicht.


Irgendwo im Nirgendwo: Pipipause. Es gibt Männer-Pipipausen (jeder Straßenrand eignet sich) und Frauen-Pipipausen (richtige Toiletten kommen ins Spiel). Dies ist eine Männer-Pipipause, was aber keine der Frauen aus unserer Gruppe davon abhält, sich in den Wald zu hocken. Ich bin kein Fan vom Gruppenpinkeln, gehe noch um 23 andere Bäume und schäle mich schließlich aus Windjacke und Trikot. Wie nervig, dass man sich dank Bibshorts immer gleich obenrum auch komplett ausziehen muss, wenn man sich eigentlich nur kurz in den Wald hocken will.

Kilometer 60: Borken. Ich habe wieder eine grobe Idee, wo wir sind. Es ist weitläufig, alles ist grün, rechts uns links Felder, manchmal Bäume. In anderen Worten: Langweilig.

Irgendwo im Nirgendwo: Es beginnt zu regnen. Und zwar nicht zu knapp. Kurzer Stopp, um die Regenjacken anzuziehen.

Kilometer 90: Bäume, Felder, Felder, Bäume, Grün. Nass.


Kilometer 110: Wie groß ist eigentlich dieser verdammte Kreis Borken??

Kilometer 113: Zweite große Pause. Gronau. rock’n’popmuseum. Der Regen lässt nach. Wieder habe ich eigentlich gar keinen Hunger, stelle aber dann fest, dass es andere leckere Sachen als eben gibt und schiebe Bananenbrot in mich hinein.

Kilometer 120: Ab jetzt ist die Strecke länger als ich jemals zuvor am Stück geradelt bin. Als ich das beiläufig erwähne, fallen meinem Nebenmann fast die Augen aus dem Kopf.

Kilometer 145: Nordhorn. Endlich ein neuer Kreis, tschüss du blödes Borken! Haken: Hier wohnen anscheinend die beschissensten Autofahrer. Ein Kleinwagen in Elefantenschuhgröße meint, sofort nach dem Überholen beim Einscheren einen so scharfen Schlenker machen zu müssen, dass die erste Reihe ausweichen muss. Ich verbringe die nächsten Kilometer damit, innerlich das Kennzeichen aufzusagen, falls irgendjemand den Fahrer anzeigen möchte. Immerhin eine Beschäftigung.

Irgendwo im Nirgendwo: Es regnet wieder.

Immernoch irgendwo im Nirgendwo: Felder, Bäume, Felder, Bäume. Regen. Der untere Rücken tut weh, mir ist schlecht und ich fürchte, ich brauche gleich mal eine Frauen-Pipipause (und zwar nicht zum Pinkeln). Die Müdigkeit wird immer stärker.

Kilometer 160: Ich weiß nicht, ob es anstrengender ist, die Augen offen zu halten oder die Rückenschmerzen auszuhalten.

Kilometer 170: Ich wünsche mir das E-Bike von Kilometer 50.


Irgendwo im Nirgendwo: Es regnet immer noch.

Immernoch irgendwo im Nirgendwo: Männer-Pipipause. Ich freue mich über das Anhalten und nutze die Zeit zum Essen. Bei der letzten Verpflegung habe ich einen selbstgebackenen Müsliriegel eingepackt. Er schmeckt gigantisch und ich lecke jede einzelne Haferflocke aus der Alufolie.

Immernoch irgendwo im Nirgendwo: Rechts und links ist es immer noch grün und die Straßen führen endlos geradeaus. Ich zähle die Kilometer bis zur nächsten Pause rückwärts und habe nicht die geringste Ahnung, wie ich danach noch weitere 130 Kilometer auf dem Rad verbringen soll. Mit diesem Rücken. Kurz vor dem Einschlafen.

Ist ja auch scheißegal, wo: Hatte ich bereits erwähnt, dass es regnet?

Kilometer 203: Dritte große Pause. Niederlangen, dieses Mal keine Sehenswürdigkeit in der Nähe. Mir ist alles egal, ich freue mich nur wahnsinnig über die Pause. Ich will alles essen, aber habe Angst, dass mir wieder schlecht wird. Die Entscheidung fällt auf Kartoffel- und Couscoussalat. Und Kuchen. Kuchen ist wichtig. Cola auch. Weil die zweite Gruppe Probleme mit der Navigation hatte, haben wir einen zu großen Vorsprung herausgefahren. Gut für uns, denn so dauert unsere Pause länger. Nach einer guten halben Stunde werden wir wieder auf die Strecke geschickt: "Wir sehen uns in 70 Kilometern bei der nächsten Pause!"


Kilometer 204: Ich weiß nicht, was die Salate, der Kuchen oder die Cola mit mir gemacht haben, aber ich habe nicht nur keine so starken Schmerzen mehr, sondern vor allem wieder Bock. Die Selbstverständlichkeit, dass wir jetzt mal eben 70 weitere Kilometer radeln und dann zur vierten und letzten Pause anhalten, schwappt auf mich über. Okay, dann machen wir das mal.


Irgendwo im Nirgendwo: Mittlerweile ist es mir scheißegal, ob ich hinter meinem eigenen Baum hocke oder neben vier anderen Frauen auf einer Wiese aufgereiht. Pipipausen werden da gemacht, wo angehalten wird.

Kilometer 226: Wir überqueren die Ems und direkt darauf den Dortmund-Ems-Kanal.

Kilometer 236: Papenburg. Temperaturhöhepunkt mit 20°. Ich ziehe alles aus, was geht (also nur die Windjacke).

Kilometer 240: Aus irgendeinem Grund kommen die ersten Reihen auf die Idee, das Tempo anzuziehen. Ich würde mir eher die Zunge abbeißen, bevor ich "Kürzer!" rufe, aber ich komme nicht drum herum, zur Fahrweise etwas zu sagen. Es nervt unglaublich, wenn die vorderen Reihen nicht ruhig an Hindernissen vorbeifahren oder nach dem Anfahren an Ampeln so lange langsam rollen, bis die gesamte Gruppe wieder in Bewegung ist. Wenn Reihe eins nach jeder Ampel sofort kräftig reintritt, steht Reihe zehn noch an der Haltelinie und kann danach erst mal eine riesige Lücke zusprinten. Nach jeder Kurve, jeder Ampel, jedem Hindernis. Das kostet natürlich Kraft - vollkommen unnötig ausgerechnet bei einer Tour über 333 Kilometer. Leider wird meine Kritik ein bisschen falsch verstanden: "Ja, wir machen gleich mal was langsamer." Ich will nicht langsamer! Ich will nur nicht ständig Lücken schließen müssen. Es hilft auch nicht, weiter vorne zu fahren, außer man ist die allererste Reihe und bestimmt das Tempo. Ich versuche, mich nicht zu sehr aufzuregen. Immerhin lerne ich so meine disziplinierten Gruppen zuhause zu schätzen, mit deren ruhiger Fahrweise sich ein 30er Schnitt locker wie ein 25er anfühlt - egal an welcher Position du in der Gruppe bist. Geht nämlich auch.

Kilometer 260: Wie schön ist Leer eigentlich?

Kilometer 272: Vierte große Pause. Veenhusen. Es gibt Kuchen. Ich atme ein Stück Kuchen ein und entdecke dann die Tüte Chips. Geil! Nach all dem süßen Zeug endlich mal was Salziges. Wie großartig sind Chips bitte?!


Irgendwo im Nirgendwo: Ich bin mir sicher, dass wir über die allererste Straße fahren, die jemals in Ostfriesland gebaut wurde. Selbst der Mittelstreifen ist gepflastert.

Irgendwo im Nirgendwo vor 1000 Jahren: Immernoch Kopfsteinpflaster. Ein Hoch auf Gel-Lenkerband.

Kilometer 300: Aurich. So langsam nimmt das hier absurde Ausmaße an. Ich weiß exakt, wo wir sind und wie weit es noch ist - 25 Jahre Nordsee-Urlaub haben ihre Spuren hinterlassen.

Kilometer 315: Ich kenne jede Straße und finde es komplett absurd, dass wir heute morgen noch in Essen waren und jetzt hier. Und dazwischen nur Rad gefahren sind.

Kilometer 326: Ich überlege, ob die Holzmöwe auf dem Ortsschild von Westerbur ("Urlaub pur in Westerbur") aus Holz oder echt ist. Ich weiß, dass sie aus Holz ist, aber ich überlege trotzdem.

Kilometer 327: Wir biegen auf die Straße direkt am Deich ab und mir geht das Herz auf. Geht es schöner, als die letzten Kilometer direkt neben dem Deich zu radeln? Mit über 300 Kilometern in den Beinen, seit über 15 Stunden unterwegs und jetzt mit dem Wissen, dass wir direkt am Meer sind. Fast am Ziel. Die Endorphine schrauben das Tempo wieder ein bisschen höher. Fühlt sich gut an.

Kilometer 333: Hafeneinfahrt Bensersiel. Wie perfekt das auf den Kilometer genau aufgeht. Und wie wunderbar der Ort passt: An diesem Strand habe ich schon als 5-Jährige im Sand gespielt und Wattwanderungen unternommen. Zuletzt war ich Anfang des Jahres da und bin zusammen mit meiner Schwester auf das Klettergerüst geklettert, das früher irgendwie viel höher war. Und jetzt bin ich wieder hier. Mit dem Rad. Aus eigener Kraft. Einfach hingeradelt. An einem Tag. Vollkommen bescheuert. Auf jeden Fall bekloppt genug, um die Freudentränen in die Augen zu treiben und für Welt-umarmen-wollen-Stimmung zu sorgen. Wie geil ist das bitte?!


Der Empfang ist fantastisch: Es gibt bunte Luftballons, Bier und freudige Gesichter. Nur das Meer ist nicht da. Ich kriege das Grinsen trotzdem nicht mehr aus dem Gesicht und mache mich stattdessen auf die Suche nach dem Strandkorb mit der Nummer 333.


Kilometer 334: Das letzte, was ich möchte, ist sitzen. Weil wir nicht am Strand schlafen (schade eigentlich!), setze ich mich trotzdem nochmal aufs Rad (autsch). Diese letzten Handvoll Kilometer sind die schmerzhaftesten des Tages - aber das ist völlig egal. Es hat sich so sehr gelohnt. Was für ein Ritt! Danke, liebes ERG-Team. Was ihr hier auf die Beine gestellt habt, ist absolut fantastisch. Jede Sekunde war euch das Herzblut anzumerken, das in dieser Geschichte steckt. Darauf erstmal ne Portion Apfelmus mit Vanillesauce! Sea you soon!


Wen die Langstrecke jetzt reizt, dem möchte ich den zauberhaften Artikel von VeloQ ans Herz legen: 300 Kilometer sind nur 150 pro Bein.

"Ich habe es vorher nie verstanden, denn Dreihundert sind anders. Es ist kein gewonnener Sprint, kein KOM auf der Liste, kein PR für die Bücher. Dreihundert ist kein Wettbewerb gegen andere. Es ist ein Wettbewerb gegen sich selbst. Ein Wettbewerb, den man alleine austrägt, dessen Bedeutung man nicht suchen sondern nur finden kann. Aber nicht auf der Straße, nicht auf Asphalt, Kopfsteinpflaster, Strava oder Garmin. Dreihundert sind der ultimative Beweis an sich selbst. Es ist der Sieg über sich selbst. Man ist so weit weg, wie noch nie zuvor. Und man ist so weit weg, wie andere es nie sein werden."

Zahlen:
333,9 Kilometer
Fahrtzeit: 12:22 Stunden
Schnitt: 27 km/h
Gesamtzeit: 16:21 Stunden

Gruppenbild: ERG 1900 e.V.

Mittwoch, 23. Mai 2018

Plan für die Saison: Bergangst besiegen

Wir müssen reden. Über Berge. Ich hasse sie. Und ich liebe sie. Irgendwie.

Von vorne: Meine Radfahrer-Karriere begann 2014 mit einer spontanen Anmeldung zum Triathlon. Während ich bis zu diesem Zeitpunkt nur gemütlich im Fitnessstudio auf dem Spinning-Bike gesessen hatte, musste ich plötzlich erfahren, was es heißt, nicht nur ein bisschen Widerstand rein zu drehen, sondern wirklich bergauf zu fahren. Den Anstieg zu sehen. Die brennenden Beine zu spüren. Nach Luft zu schnappen. Langsamer zu werden. So langsam, dass Umfallen droht. Nach vorne zu schauen und festzustellen, dass oben immer noch ganz schön weit weg ist.


Diese Triathlon-Radstrecke ist ein bisschen hügelig und meine größte Sorge war es, dass ich diesen einen, fiesen Berg zweimal erklimmen musste. Der Anstieg - ein Kilometer mit durchschnittlich 3 %, kurz vor Ende um die 9 % - ist eigentlich ein Witz. Er war für mich damals der Endgegner, und es war mir egal, ob das ein kleiner popeliger Hügel in Ratingen Eggerscheidt war oder die Alpen. Natürlich bin dort oben angekommen, aber Spaß hat es nicht gemacht. Ich habe mich genauso gefühlt wie beim Laufeinstieg: langsam und schlechter als alle anderen.

Meine Einstellung zu Bergen beim Radeln hat sich in den nächsten Jahren nicht großartig verändert. Ich könnte mit dem Rennrad auch wunderbar nur flach und schnell fahren. Ich mag es nicht, wenn es langsamer wird - und das lässt sich bergauf ja nun mal schwer vermeiden, wenn man nicht gerade Nairo Quintana heißt. Bei mir wirds langsam. Bei den Jungs, mit denen ich in der Ebene mithalten kann, nicht. Toll. Ich mag das Gefühl nicht, dass der ganze Körper sich gegen den Berg sträubt: die Beine, die Lunge, der Kopf. Das Schlimmste: absteigen und schieben müssen. Das ist mir ein paar Mal passiert. Zuhause, als meine Beine, die Übersetzung und der Anstieg irgendwie nicht so recht zusammen passten. Auf Mallorca, als ich 2015 das erste Mal am Cap Formentor war und fast den kompletten Rückweg zu Fuß zurückgelegt habe, weil einfach gar nichts mehr ging.


2016 war ich wieder am Cap Formentor, musste dieses Mal nicht wandern, aber hatte auch nicht sonderlich viel mehr Spaß als beim ersten Mal. Natürlich ist die Strecke gigantisch, die Aussicht unschlagbar, aber ich habe auch sehr gelitten und hatte wenig Zeit zum Genießen. Dieses Jahr war es endlich anders, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Während ich zuhause wegen des Marathontrainings kaum auf dem Rad saß und nur flache Runden gedreht habe, habe ich mich auf Mallorca von Anfang an auf die Berge gefreut. Habe an den ersten Tagen bei den welligen Runden im Inneren der Insel auf die Gebirgskette geschielt und von nichts anderem geredet, als dass es mich dort hin zieht. Eine bittersüße Mischung aus Vorfreude und Angst, es könnte wieder scheiße laufen, keinen Spaß machen, zu hart werden. Und doch voller Vorfreude.


Zum ersten Mal hat die Freude überwogen. Der Spaß. Am bergauf Fahren. Dass ich das mal sagen würde! Wie immer liegt der Hund irgendwo da begraben, wo man sich keinen Stress macht. Wo negative Gedanken keinen Platz haben und wo es nur zählt, das eigene Tempo zu fahren, bei dem man sich gut fühlt. Und dann entsteht da auf einmal dieses Gefühl, dass du spürst: Das ist anstrengend, aber du kannst es aushalten, es schaffen, ohne dass es dir dabei so richtig, richtig schlecht geht - das ist fantastisch. Wenn sich die Steigung in den Beinen auf einmal nicht brennend und furchtbar anfühlt, sondern wohlig warm. Wenn du noch eine Frequenz treten kannst, die Sinn ergibt, die nicht sagt: "Was machst du hier eigentlich, steig doch besser ab, du wärst zu Fuß schneller!" Wenn du 10, 11, 12 % Steigung aushalten kannst, wenn sich 7-8 % richtig gut anfühlen und 4-5 % schon fast flach sind. In dieser verkehrten Welt bin ich so glücklich wie noch nie bergauf gefahren. Der Moment, als ich realisiert habe, dass die Anstrengung mir gerade tatsächlich Spaß macht, war genau in der schönsten Kurve der Welt: Cap Formentor, letzter Anstieg, rechts das Meer (und der Abgrund), links eröffnet sich zum ersten Mal der Blick auf den Leuchtturm. Gigantisch. Mit Freudentränchen in den Augen und einem Herz voller Glück bin ich dem Leuchtturm entgegen gerollt und wollte die ganze verdammte Welt umarmen.


Sich aus eigener Kraft mit dem Rad irgendwo rauf kämpfen, macht stolz. Oben zu sein und zu sehen, was man geschafft hat, wie weit man über den Meer ist oder über anderen, kleineren Bergen, ist unheimlich schön. So langsam kann ich das genießen. Es ist nicht mehr nur: "Oh scheiße, endlich bin ich oben, ich wäre fast gestorben!" sondern es ist: "Geil, das war hart, aber hat Spaß gemacht!" Sa Calobra zum Beispiel. 10 Kilometer mit 7 %, die man erst runter eiert, um sie dann wieder hoch zu fahren - vollkommen bekloppt, aber so schrecklich schön. Und was für ein glückseliges Grinsen einem so ein erfolgreich passiertes Col-de-Weißderkuckuck-Schild ins Gesicht tackert ...



Und weil dieses Gefühl, diese Herausforderung, zum Radfahren anscheinend irgendwie dazu gehört, fahren Menschen Rennen mit sehr vielen Höhenmetern. Ich nicht. Aber ich traue mich immerhin mal an dezent hügelige Geschichten heran: Nach dem Škoda Velodom bei Rund um Köln kommt das 24h-Rennen bei Rad am Ring im 4er Team. Ich bin sehr gespannt, wie mich mit der Nordschleife anfreunden werde. Nur eine Woche später geht's in die Rhön, wo man anscheinend dringend Radfahren sollte - ich werde mir das mal angucken. Bei der RHÖN300 kann man 300 km mit 5200 hm fahren. Das ist mir dieses Jahr definitiv viel zu krass. Ich werde mich mit 110 km und 2300 hm begnügen - nicht als Rennen, sondern im RTF-Format. Trotzdem eine Herausforderung und ich freue mich drauf, mal eine andere Ecke von Deutschland auf dem Rad zu sehen als das Rheinland. Wer Lust auf die RHÖN300 bekommen hat und bei der Anmeldung 20 % sparen möchte, gibt einfach diesen Code ein: P_VYFPY6. Der Startplatz sowie der Rabattcode wurden mir vom Veranstalter zur Verfügung gestellt.

Breaking: Wo es rauf geht, geht's auch wieder runter. 
Bilder: Jan Peifer (umsturzvegan.de | Coffee & Chainrings), Julia Jachmann, ich.

Mittwoch, 9. Mai 2018

Raceday No. 56 - Rotterdam Marathon 2018

Mittagshitze. Kilometer 30. Aus dem Schlauch des Trinkrucksacks kommt nichts mehr raus und ich verstehe nicht, warum. Eben ging das noch. Manchmal ist ein Knick im Schlauch, also Rucksack abziehen, Schlauch entwirren, nochmal versuchen. Nichts. Nochmal prüfen. Kein Erfolg. Dann die Erkenntnis: Der Rucksack ist leer. Kein Wasser mehr. Oh Mann! Ich ärgere mich, dass ich nicht früher darauf gekommen bin. Noch zwölf Kilometer. Mit leerem Rucksack. Mein wunderhübscher Plan, dass ich in Rotterdam, dieser niederländischen Sauna, immer etwas zu trinken habe, scheitert also. Es ist heiß und ich will Wasser. Und zwar nicht alle paar Kilometer, sondern jederzeit. Ich will keine blöden Becher, ich will aus dem Schlauch ganz bequem kleine Schlucke trinken. Aber das kann ich nicht mehr, denn ich habe bereits den ganzen Rucksack leer gesoffen. Ich ärgere mich, dass ich absolut nicht bedacht habe, dass das passieren könnte. Anstatt den leeren Trinkrucksack einfach abzuhaken und mich ab jetzt auf die Getränkestände zu konzentrieren, stelle ich das gesamte Vorhaben Rotterdam-Marathon in Frage. Wenn der Plan sowieso schon wankt, warum überhaupt noch weiter machen?


Long story short: 2017 bin ich zuhause in Düsseldorf meinen ersten Marathon gelaufen. Schon beim Finish war mir klar, dass das nicht alles sein kann, dass ich das nochmal machen werde. Weil mich diese Herausforderung reizt, weil es mich antreibt, das noch einmal schaffen zu wollen, es besser zu machen und zufriedener zu sein. Die Gelegenheit kam mit Dein erster Marathon - ein Projekt von bunert und New Balance. Ich bin hier gleich doppelt involviert: Zum einen bei der Organisation des Projekts und zum anderen, weil ich mich entschlossen habe, selbst mitzulaufen. Auch wenn es nicht mein erster Marathon ist, bin ich am Vortag aufgeregter als so mancher Teilnehmer. Mir ist schlecht, ich zittere und bringe keinen geraden Satz raus. Na das kann ja was werden. Der holländische Zaubertrank Jupiler sorgt immerhin dafür, dass ich Schlaf finde.


Am Marathon-Morgen sieht die Welt zum Glück viel besser aus: Ich bin ruhig und voller Vorfreude. Ohne Angst. Und ich habe Bock! Niemand, der ein Herz hat, kann sich der Stimmung entziehen, die am Marathon-Morgen über der Stadt liegt. 15.000 Läufer pilgern die Zielgerade in verkehrter Richtung hinunter zum Start. Aus den Boxen schallt "You'll never walk alone", einige stimmen ein, ich habe einen freudigen Kloß im Hals und die ersten Tränchen des Tages in den Augen. Scheiße, falls ich gestern noch nicht wusste, weshalb ich das mache, dann jetzt. Genau dafür! Für diese Aufregung, diese wunderbare Anspannung und diese elektrisierte Luft.



Rotterdam ist großartig. Schon direkt nach dem Start führt die Strecke das erste Mal über die riesige Erasmus-Brücke. Gefühlt jedes Stückchen Streckenrand ist von Zuschauern gesäumt, die die perfekte Mischung aus Anfeuern und Party feiern finden. Nicht so übertrieben wie in Venlo, sondern sympathisch und herzlich. Mit genug Zeit, Namen abzulesen und einzelne Läufer anzufeuern. Und mit einem Händchen dafür, was die Läufer gebrauchen könnten: Unabhängig von den offiziellen Verpflegungsständen bieten die Zuschauer Wasser, Salzstangen, Gummibärchen oder Orangenscheiben an. Wenn die hier jetzt noch gute Musik und weniger Scooter spielen würden ...


Ich hadere mit meiner Taktik. Der Start war erst um 10.30 Uhr, ich habe vor, 4:30 Stunden zu laufen und dieser Tag ist ausgerechnet der erste, an dem es richtig warm wird. Ich habe lange Läufe bei Minustemperaturen gemacht, war bei Schnee, Regen und Hagel draußen, aber ich bin nicht auf 25° und Sonne eingestellt. Noch nicht, es ist gerade mal Frühling! Ich schwanke zwischen "langsam und ruhig durchlaufen" und "lieber am Anfang nicht zu sehr trödeln (aber auch nicht überpacen), denn hart wird es auf jeden Fall irgendwann - besser du bist dann schon so weit wie möglich gekommen". Der Grat ist schmal. Ich entscheide mich für eine vorsichtige Version von Variante zwei und laufe minimal schneller als geplant - 06:15 statt 6:20 min/km bis Kilometer 25.


Die Beine fühlen sich anfangs nicht gut an, aber ich komme gut rein. Ich treffe den Mittelweg ganz gut, will es auf keinen Fall übertreiben, aber auch nicht länger als nötig unterwegs sein. Die erste Hälfte vergeht trotz Pipipause bei Kilometer 18 schnell. Von den Kilometermarkierungen kommt eine nach der anderen und ich kann die Stimmung genießen. Nach dem zweiten Überqueren der Brücke dämmert mir: So einfach wird es nicht weiter gehen. Ich habe mich gut verpflegt, meine Gels planmäßig genommen und genug getrunken. Die Beine sind mittlerweile gut, trotzdem nehme ich Tempo raus. Da kommt noch einiges auf mich zu.

Zum Beispiel bei Kilometer 30 das Rucksack-Gate. Blöd, dass mentaler und körperlicher Tiefpunkt hier exakt aufeinander treffen. Ich merke, wie mir die Energie ausgeht, bekomme Kreislaufprobleme, Magenschmerzen und zweifle zum ersten und einzigen Mal. Gehpause. Keine andere Chance. Ich beschließe, dass der Magen schlimmer nicht werden kann und nehme ein Iso-Getränk des Veranstalters - normalerweise mache ich mit meinem empfindlichen Magen damit keine Experimente. Schlimmer als jetzt wäre nur noch Übergeben, danach fühlt es sich gerade nicht an, also rein damit. Wichtiger ist es, den Kreislauf wieder anzuschubsen. Das Iso bleibt drin, also drücke ich das letzte Gel hinterher. Ich schleppe mich mit einer Mischung aus wenig laufen und viel gehen bis Kilometer 34 und auf einmal ist es, als hätte jemand einen Schalter umgelegt.


Ich kann wieder laufen. Mit dem Wissen, dass meine 4:30 Stunden nicht mehr drin sind (außer ich renne die letzen acht Kilometer und das ist keine Option), laufe ich einfach so, wie ich mag. Das ist nicht flott, aber immerhin genauso schnell wie von Kilometer 25-30. Ich freue mich absurd darüber, dass die Beine absolut keine Probleme machen, dass auch der Rest wieder mitspielt und dass ich vor allem wieder laufen will. Da ist nicht genug Ehrgeiz, um noch um irgendeine möglichst schnelle Zeit zu kämpfen, aber immerhin so viel, um nicht komplett zu bummeln. An den Getränkeständen gönne ich mir kurze Pausen, dazwischen laufe ich so, wie es sich gut anfühlt.

Die letzten beiden Kilometer ziehen sich wie Kaugummi. Gleichzeitig sind sie wunderschön, weil die Zuschauerreihen immer dichter werden und das Publikum anders anfeuert als bei Kilometer 5 oder 10. Alle, die hier vorbeilaufen, haben es gleich geschafft. Ich auch. Und daher versuche ich, alles in mich aufzusaugen. All diese Menschen, die Stimmung, diese bittersüße Mischung aus Anstrengung und Glück und Stolz. Ich muss nicht auf jedem Kilometer Spaß am Laufen haben, ich mache das für genau diese Momente. Für das Gefühl, um die letzte Kurve zu biegen und die Zielgerade in schier unerreichbarer Entfernung zu entdecken. Zwei Stimmen im Kopf brüllen gleich laut: "Gleich geschafft!" und "Oh Kacke, noch so weit?!"


Wenn du bis Kilometer 42 gekommen bist, fängst du nicht auf den letzten 200 Metern noch an zu gehen. Oder ans Aufhören zu denken. Wenn du das geschafft hast, läufst du ins Ziel, so schnell wie deine Beine dich noch tragen. Weil es egal ist, wie weit das exakt weg ist - wenn du es sehen kannst, schaffst du auch diese letzten Meter. Als Belohnung gibt es eine goldene Medaille - selbst für Platz 9.000-irgendwas - und eine Rose. Ich halte beides in Ehren, aber ich muss auch verdammt dringend zum Klo. Und was trinken. Und endlich zurück zu den Fans stiefeln, um zu berichten, wie schrecklich und wie schön das war.

04:35:14 Stunden lang habe ich bis auf kurze Begegnungen mit anderen aus dem Team alles mit mir selbst ausgemacht. War alleine zwischen 15.000, komplett abgetaucht in meiner eigenen Marathon-Welt. Ich freue mich drauf, langsam wieder in die Realität zurück zu kehren, und ich weiß mittlerweile: Ich will nochmal in dieses Wasser springen. Nicht mit der Motivation, etwas besser zu machen. Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis unter den Bedingungen und zufrieden mit meinem ziemlich schnell gewonnenen Kampf. Ich will das einfach nochmal machen.


Fotos: Christian Siedler. Danke, danke, danke!
Danke an den bunert Onlineshop, an New Balance und an all diese fantastischen Menschen, die dieses Projekt zu dem gemacht haben, was es war: Fantastisch. Danke!