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Sonntag, 26. Februar 2017

Superfood-Frühstücksideen [Sponsored Post]

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Vielleicht erinnert ihr euch an Obstsalat zum Frühstück - oder: "Davon wirst du satt?" Nachdem das Anfang letzten Jahres eigentlich ganz gut funktioniert hat, bin ich seit einer Weile wieder davon abgekommen, nur Obst und Nüsse zu frühstücken. Auf Dauer vor allem im Winter doch nicht abwechslungsreich genug, der Kopf meint, der Bauch hätte mehr Hunger und so bin ich meistens wieder bei verschiedenen Sorten Müsli mit Sojajoghurt und Früchten gelandet. Nicht so geil, weil ungefähr jede Sorte Müsli, die ich gut finde, Zucker enthält. Ganz zu schweigen vom Sojajoghurt, der in der ungesüßten Natur-Variante einfach - naja, eben ziemlich beschissen schmeckt und die leckeren Versionen eben gezuckert sind. Weil ich sowieso an den Frühstücksgewohnheiten mal wieder etwas ändern will, freue ich mich über das Angebot von Fitmart, mich durchs Sortiment der Hausmarke ESN zu futtern.


Ich suche mir aus der Superfood-Ecke Kokosmehl, Weizengraspulver und Maulbeeren aus, außerdem noch Instant Haferflocken. Dazu später, erst mal der lustige grüne Kram:

Kokosmehl
Vom Kokosmehl verspreche ich mir großartige Low Carb Pancakes. Wenn ich morgens etwas mehr Zeit habe, backe ich unheimlich gerne Pfannkuchen - vegan und mit so wenig Mehl wie möglich.


Kokosmehl enthält extrem wenig Kohlenhydrate, dafür recht viel Eiweiß und sehr viele Ballaststoffe. Die Zusammensetzung ist erst mal ziemlich spannend für mich - wie könnte es leichter sein, den Anteil von Kohlenhydraten zu reduzieren, wenn es einfach ein anderes Mehl gibt, das normales Mehl ersetzt? "Wir empfehlen die Verwendung als Mehlersatz für Backwaren und zum Kochen. Ebenfalls gut geeignet als Zusatz für Cerealien, Smoothies und Shakes." Aha.

Nährwertepro 100 g Pulver
Brennwerte1658 kJ / 396 kcal
Fett11,7 g
davon gesättigte Fettsäuren11,6 g
davon ungesättigte Fettsäuren0,1 g
Kohlenhydrate8,9 g
davon Zucker8,9 g
Ballaststoffe45,4 g
Protein18,4 g
Natrium60 mg

So weit so gut. Wer allerdings nicht weiter recherchiert (so wie ich!), weiß möglicherweise nicht, dass Kokosmehl glutenfrei ist. Wenn man versucht, vegane Pfannkuchen mit glutenfreiem Mehl zu backen, sieht das ungefähr so aus:


Sieht nicht nur kacke aus, schmeckt auch so. Ich wills wenigstens probieren, aber die bröselige Masse wird im Mund immer mehr. Ein Hoch auf den hohen Ballaststoffanteil. Ich weiß, wieso ich kein Foodblogger bin, aber schließlich finde ich dann doch noch raus, dass ich Ei-Ersatz brauche. Und zwar einen, der ein bisschen mehr klebt als ein paar mickrige Chia-Samen. Banane ist super. Das Ergebnis sieht langsam etwas mehr nach Pfannkuchen aus. Ganz ohne Mehl geht es dann aber doch nicht. Nur Kokosmehl allein funktioniert nicht - viel zu gehaltvoll, viel zu bröselig.

Mit dieser Mischung bin ich zufrieden:

Kokos-Pancakes 
2 EL Kokosmehl
2 EL Weizen- oder Dinkelmehl
1 TL Backpulver
1 TL Agavendicksaft
1 Banane
1/2 Apfel
etwas Sojamilch

Die Banane ist zerdrückt im Teig gelandet, der Apfel in dünne Scheiben geschnitten oben auf den Pfannkuchen. Proteinpulver lässt sich natürlich auch noch im Teig unterbringen, wenn man möchte. Nach dem Backen habe ich ein paar Walnüsse, Zimt und einen Klecks Mandelmus dazu gegeben, dann sieht das Ganze so aus:


Die Pfannkuchen schmecken nicht aufdringlich nach Kokos, sondern nur leicht - für mich eine angenehme Abwechslung. Im Moment verwende ich das Kokosmehl auch zum Backen und ersetze zum Beispiel bei Bananenbrot 1-2 EL Mehl dadurch.

Weizengraspulver 
Ich stehe auf grüne Smoothies. Gerne zum Frühstück, gerne auch mal als Ersatz für Müsli & Co. Allerdings habe ich das Problem, dass Spinat (oder Grünkohl ... ich nehme an, Menschen mixen auch Grünkohl in ihre Smoothies) - jedenfalls wird das Grünzeug offenbar nur tonnenweise in Familienpackungen verkauft. Die Hälfte wird bei mir also schlecht.


Ich bin gespannt, ob mir grüne Smoothies mit Weizengraspulver schmecken. Klar, frisches Grünzeug ist immer gut, aber geht halt nicht immer. Das Pulver wird wenigstens nicht schlecht, hat einen hohen Proteingehalt und liefert außerdem deutlich mehr Eisen als beispielsweise Spinat.

Nährwertepro 100 g Pulver
Brennwerte1078 kJ / 257 kcal
Fett1,3 g
davon gesättigte Fettsäuren0,24 g
Kohlenhydrate12,7 g
davon Zucker12,6 g
Ballaststoffe28,7 g
Protein28,7 g
Natrium52 mg
Vitamin B15,35 mg
Vitamin B23,51 mg
Vitamin C2,9 mg
Eisen23,4 mg

Na dann mal ab mit dem pulverisierten Gras in den Smoothie! Örgs! Das Zeug riecht wie Heu. Mein Pferd würde es mögen. Ich nicht. Aber wie mit sämtlichem Grünzeug in Smoothies gilt: Zusammen mit Obst geht das klar.

Was aussieht wie Kartoffeln mit Staub sind Äpfel mit Weizengraspulver
Weizengras Smoothie
2 Äpfel
Saft einer Orange
2 TL Weizengraspulver
etwas frischer Ingwer
etwas Wasser

Das hellgrüne Pulver wird bei Kontakt mit Wasser sofort dunkelgrün und färbt den gesamten Smoothie. Ich habe zwischendurch mal probiert - nur Weizengras und Apfel geht gar nicht und schmeckt wie einmal in die Wiese gebissen. Frischer Orangensaft fängt das allerdings super auf. Ich kann mir auch gut anderes süßes Obst wie Banane oder Mango dazu vorstellen. Weil ich noch mit dem Rest einer Erkältung zu kämpfen habe, gebe ich etwas Ingwer dazu - das gibt dem Ganzen eine schöne leichte Schärfe und Frische, finde ich. Weizengraspulver im Smoothie geht absolut klar!


Maulbeeren
Ich stehe total auf Beeren. Himbeeren, Brombeeren, Blaubeeren, Erdbeeren (jaja, ich weiß, die heißen nur so und sind gar keine, die miesen fiesen Dinger). Liegt also auf der Hand, dass ich auch die getrockneten Maulbeeren probieren muss. Schön sind sie ja nicht gerade:


Wie auch die anderen getesteten Produkte aus der Superfood-Reihe haben auch die Maulbeeren Bio-Qualität. Die Nährwert-Tabelle ist nicht so wahnsinnig spannend - natürlich enthalten getrocknete Früchte unheimlich viel Fruchtzucker, aber ich habe ja auch nicht vor, sie in rauen Mengen zu verschlingen. Was außerdem noch drin ist: Vitamin C, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Zink und Mangan. Ich mische die kleinen schrumpeligen Freunde ins Frühstück, also unter frisches Obst und Joghurt, ins Müsli oder ins Porridge. Auch pur als Snack zwischendurch finde ich die Maulbeeren super - zum Beispiel wenn mir kurz vor einer Trainingseinheit noch einfällt, dass ich eigentlich mal was essen könnte.

Instant Oat Flakes
Das größte Mysterium bei der Fitmart-Lieferung sind für mich die Instant Oat Flakes. Was soll ich mit Haferflocken, die mal welche waren, dann pulverisiert worden sind und nun wieder in Haferflocken-Form gepresst sind? Schräg. Als erstes überrascht mich allerdings die Größe des Pakets - 2,5 Kilo sind verdammt viel!


Wahrscheinlich gehöre ich gerade nicht unbedingt zur Instant-Haferflocken-Zielgruppe. Die Dinger zeichnen sich nämlich dadurch aus, dass sie in kalten und warmen Flüssigkeiten sofort löslich sind und daher als zusätzliche Kohlenhydratquelle beispielsweise in Proteinshakes eingesetzt werden können. Wenn man Masse zulegen möchte. Das würde ich nach Möglichkeit lieber vermeiden.


Komplexe Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischem Index (ja, darüber kann man streiten, ich weiß) schaden ja prinzipiell trotzdem nicht - ich will sie ja schließlich nicht vollständig vom Speiseplan verbannen. Wie immer kommts auf die Menge an. Die Instant Oat Flakes bestehen aus Vollkorn-Haferflocken und haben gegenüber normalen Haferflocken eben den Vorteil, dass sie sich ratzfatz auflösen. Wenn man das denn will. Außerdem enthalten sie etwas weniger Fett und etwas mehr Kohlenhydrate als Instant Haferflocken aus dem Supermarkt.

Nährwertepro 100 g Pulver
Brennwerte1486 kJ / 355,4 kcal
Fett6,6 g
davon gesättigte Fettsäuren1,4 g
davon ungesättigte Fettsäuren2,6 g
davon mehrfach ungesättigte Fettsäuren2,6 g
Kohlenhydrate60 g
davon Zucker1 g
Protein14 g
Salz2 mg

Weil ich keinen Shake daraus machen will, frühstücke ich die Instant-Flocken einfach. Vermischt mit Wasser ergibt sich sofort eine Pampe, die das Obst ein bisschen sättigender macht, wenn das zur Abwechslung mal so sein soll. Die Version mit Erdbeeren, Maulbeeren, ein paar Cashews und Kakaonibs reicht auf jeden Fall absolut für ein Frühstück. Wer es nicht ganz so flüssig mag, kriegt mit weniger Wasser auch ein super schnelles Porridge hin. Zum Backen eignen sich die Instant Oat Flakes auch perfekt, weil sie sich im Teig einfach sofort lösen - ziemlich praktisch und somit auch ein heißer Kandidat fürs nächste Bananenbrot.



Fazit
Wenn ich mir die Social-Media-Kanäle von Fitmart und ESN so anschaue, fühle ich mich von sich auf dem Küchentisch räkelnden Damen mal so gar nicht angesprochen. Fragwürdige Bildsprache, aber: Gut zu wissen, dass hier aber auch normalsterbliche Sportler fündig werden.

Die grüne Reihe mit den Superfoods ist auf jeden Fall eine angenehme Ergänzung zu den üblichen Bodybuilder-Produkten im Shop. Die einzige Kleinigkeit, die mich stört: Alle grünen Packungen sehen von vorne gleich aus. Um zu wissen, was drin ist, muss ich also erst mal hinten das Kleingedruckte studieren. Anscheinend hat sich das inzwischen geändert - zumindest im Shop sind unterschiedliche Aufschriften auf den Verpackungen zu sehen. Die sind übrigens alle wiederverschließbar, was sich bei der Größe auch absolut anbietet. Bei sehr feinkörnigem Pulver wie dem Weizengras ist es allerdings gar nicht so einfach, den Verschluss wieder zusammen zu friemeln - ständig setzt sich Staub dazwischen, so dass man das Ganze nicht so richtig zudrücken kann. Mit etwas Geduld gehts dann aber doch.

Mein Favorit aus dem Testpaket ist definitiv das Kokosmehl. Seit ich rausgefunden habe, dass man das eben nicht alleine verwenden kann, sondern nur Anteile anderen Mehls damit ersetzen sollte, bin ich ein ziemlicher Fan. Die Instant Oat Flakes sind, wenn man sie in Wasser, Saft oder Milch lösen möchte, wirklich gut - ob ich jetzt für Porridge oder zum Backen wirklich Flocken brauche, die sich so schnell auflösen, ist ein anderes Thema. Die Maulbeeren sind eine nette Ergänzung zum frischen Obst im Frühstück und auch in Lernphasen ein prima Snack. Das Weizengraspulver ist von den Nährwerten her absolut interessant und funktioniert in grünen Smoothies für mich gut - das werde ich definitiv auch weiterhin benutzen.


Dieser Artikel ist Kooperation mit Fitmart entstanden. Er spiegelt unabhängig davon meine eigene Meinung wider.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Bicycle Film Festival Düsseldorf 2017

Kommentare :
Stell dir vor, es ist Bicycle Film Festival in Düsseldorf und keiner geht hin. Richtig, geht nicht. Trotzdem wollte ich keinen Festivalpass, weil es mir zeitlich gerade einfach in der Klausurphase absolut gar nicht in den Kram passt, vier Tage mit Fahrradfilmen anstatt Lehrbüchern zu verbringen. Prinzipiell finde ich die Idee super, meinetwegen könnten wir uns auch eine Woche lang treffen und übers Radfahren reden, Filme und Konzerte schauen, gut essen und natürlich radeln - aber bitte nicht ausgerechnet jetzt.


Tag 1 - Donnerstag - A Sunday in Hell
Gar nicht hingehen kommt aber auch nicht in Frage, also nehme ich mir vor, beim Warm Up wenigstens mal kurz vorbei zu schauen. Ich will wirklich nicht lange bleiben, nur mal hallo sagen, auschecken, wer so da ist und mich dann wieder zuhause vergraben. Natürlich will ich das nicht, aber die Vernunft hat den Abend so geplant. Das Warm Up bei Carhartt startet mit Freibier, Sandwiches, Fahrrädern zum Angucken, ein paar verwirrten jugendlichen Carhartt-Kunden, die sich wahrscheinlich fragen, was abgeht und einem Haufen netter Fahrradmenschen, die mich sofort in Gespräche verwickeln. Das Schöne in Düsseldorf ist ja, dass hier gefühlt jeder jeden kennt, mindestens vom Sehen, aus legendären Facebook-Gruppen oder über drei Ecken. So gibts immer was zu erzählen, und sei es nur, dass man gleich nicht den Film gucken will, wirklich nicht, sondern eigentlich, jaja, bla bla bla. Glaubt eh keiner. Weil es außerordentlich nette Menschen gibt und noch nettere Menschen zudem meinen, dass ich es aus irgendeinem Grund verdient hätte, bekomme ich einen Festivalpass geschenkt. Einfach so. Ich kann nicht nein sagen, möchte nicht nein sagen, sondern einfach nur danke. Scheiß auf den Plan und ab in den Film.


Im Cinema, mitten in der Düsseldorfer Altstadt, eröffnet Jørgen Leths "A Sunday In Hell" das Festival. Was für ein epischer Titel. Der Höllensonntag ist eine Doku, handelt vom legendären Rennen Paris-Roubaix und stammt aus 1976. Der Film ist auf Dänisch, ständig geben Protagonisten Interviews auf Französisch, die Untertitel sind auf Englisch und irgendwie könnte ich gut noch das ein oder andere Uerige gebrauchen. Immerhin ist meine Sitznachbarin als dänische Muttersprachlerin mehr als zufrieden mit dem Originalton.

 

Ich bin fasziniert vom Radsport in den 70ern - mehr als zehn Jahre, bevor ich überhaupt geboren wurde - und den Rädern, gegen die meine Gabi beinahe modern wirkt. Was für eine andere Welt! Fast keiner fährt mit Helm, die wenigsten haben ein bisschen Schaumstoff auf dem Kopf und all die coolen Kids haben schicke Mützen auf. In der Hölle des Nordens führen von 270 Kilometern Rennstrecke ungefähr 50 Kilometer immer mal wieder über Kopfsteinplaster. Allerdings kein normales Kaiserswerther Kindergeburtstags-Kopfsteinpflaster, sondern die Variante - nun ja, aus der Hölle eben. Gigantisch große Steine und Schlaglöcher so tief, dass das Ausweichen über den Grünstreifen bei einigen Passagen die beste Wahl zu sein scheint. Und über allem: Staub, Staub, Staub.

Ob ein Rennen 1976 oder 2016 stattfindet, ist irgendwie scheißegal, die Spannung ist die gleiche. Nur die Technik eben nicht so ganz. Natürlich fordern die katastrophalen Straßen ihren Tribut. Wer nur mit einem platten Reifen davon kommt, ist hier echt gut dabei. Die Bilder gleichen einem absurden Kriegsschauplatz: Fahrer liegen mit verrenkten Gliedmaßen und schmerzverzerrten Gesichtern am Boden. Weitere Bilder, die man so schnell nicht vergisst: Nach dem Rennen darf die Kamera mit unter die Gruppendusche, unter der die Fahrer sich die Kruste aus Salz und Matsch vom Körper waschen und nebenbei Interviews geben, als sei es das normalste der Welt. A Sunday In Hell kann man sich durchaus mal zu Gemüte führen und sich dran erinnern, wie gut es uns geht mit unseren komfortablen Rädern und dem klein bisschen Dreck auf den Wirtschaftswegen. Ein schöner Start ins Bicycle Film Festival!

Tag 2 - Freitag
Ich schwänze, weil ich eingeladen bin. Aber mein Festivalticket verbringt den Abend nicht alleine zuhause, sondern wird von Alex ins Metropol Kino getragen und sieht sich eine Reihe Fahrrad-Kurzfilme an. Wie ich mehrfach gehört habe, gibt es am Freitag die besten Filme zu sehen.

Tag 3 - Samstag - Freudentränen
Wie schon der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel bei der Eröffnung am Donnerstag angekündigt hatte, findet das Samstags-Programm in einer der coolsten Locations statt, die die Stadt derzeit so zu bieten hat. Die PostPost ist eine gigantische Halle und wurde früher - wer hätte das gedacht - von der Post genutzt. Als ich in der endlosen ehemaligen Versandhalle stehe, würde ich am liebsten direkt mal rausfinden, wie lange ich mit dem Rad vom einen bis zum anderen Ende brauche. Liebes Rad Race Team, könnt ihr hier drin nicht mal ein Battle veranstalten?


Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Das Schöne an der Düsseldorfer Radszene ist, dass du dich mit keinem verabreden musst, sondern einfach irgendwo auftauchst und die anderen sind auch da. Heute gibt es 90 Minuten Kurzfilme auf die Augen, danach für mich einen unheimlich guten Falafelteller und im Anschluss ein Konzert der Grandbrothers auf die Ohren. Ich bin schon nach vier Filmen überfordert, mich an den ersten zu erinnern, versuche alles aufzusaugen und muss mir zwischendurch allen Ernstes Notizen machen. Ich schwanke zwischen "ooh, was für schöne Bilder", "wieso sind Kurzfilme eigentlich so kurz?", "bitte mehr davon!" und "keine Ahnung, was mir das jetzt sagen will" - kurz: für jeden was dabei. Ich bin jetzt ein Fan von Chrystal, dem Einhorn, habe gelernt, dass man mit Fatbikes sehr kamerawirksam Pisten runterbrettern kann, dass die Cyclocrosser den besten Musikgeschmack haben und ich lache Tränen beim Hack Bike Derby. Die Story: 17 Briten basteln für unter 300 Pfund ihre eigenen Räder und tragen an einem Wochenende im Wald auf den abenteuerlichen Gefährten diverse Rennen gegeneinander aus. Der Film strotzt nur so vor urkomischen Szenen mit hemdsärmeligen Engländern und erinnert daran, dass Radfahren einfach verdammt nochmal viel Spaß macht. Mitten ins Herz trifft mich dann noch die Offenbarung eines Rahmenbauers: Ursprünglich sei er nur zum Spaß hier hin gekommen, das einzige vage Ziel war es, alles halbwegs unbeschadet zu überstehen. Aber nun sei es das wichtigste, das Rad nicht zu zerstören - es sei nicht mehr irgendein Rad, was er für den Wettbewerb gebaut habe, sondern (rührselige Augen, liebevolle Stimme): "It's my bike." Ja Mann!

Bild: Alexander Ignasiak
Tag 4 - Sonntag - A little bit of hell round Düsseldorf
Hinter dem Bicycle Film Festival stecken übrigens die Schicke Mütze und das Open Source Festival. Erster Gedanke: Hä? Zweiter Gedanke: Geil, das passt wie die Faust aufs Auge! Passt es wirklich. Das Bicycle Film Festival ist das erste Event im Rahmenprogramm der Tour de France und verknüpft Musik und Film mit Fahrradkultur. Auch Brendt Barbur, der New Yorker Initiator der mittlerweile weltweit bekannten Festivalreihe, turnt an diesem Wochenende in Düsseldorf herum. Den wichtigsten Gedanken formuliert allerdings Kerstin von der Schicken Mütze am ersten Abend: Es bringt nichts, mit dem Auto zum Kino zu fahren und Fahrradfilme anzuschauen. Wir müssen die Fahrradkultur auch leben.

Bild: Alexander Ignasiak
Und genau deshalb gehts am Sonntag aufs Rad. Unter dem Titel "A little bit of hell round Düsseldorf" lehnt sich die Ausfahrt an den Donnerstags-Film an - und die Strecke ist nicht von schlechten Eltern. Zwar kein Kopfsteinpflaster aus der Hölle, aber dafür zwei Hügel, die mich nach zwei Wochen komplett sportfreier Erkältungspause höllisch mitnehmen, etwas Schotter und dann ist da noch diese schlammige Schlagloch-Buckelpiste von Abfahrt durch den Wald (ich brauche einen Crosser!). Ich schaffe es so gerade eben, mich nicht auf die Fresse zu legen, und das auch nur, weil ich im allerletzten Moment noch ausweichen kann, als der Mensch vor mir mit seinem Rad einfach urplötzlich mitten auf dem Weg stehen bleibt. Immer eine top Idee in der Gruppe! Auf jeden Fall geht alles gut, Bruno macht die Tortur fröhlich mit und ich ahne, dass mir diese Sache mit den matschigen Wegen und dem Wald doch irgendwie Spaß machen könnte - mit einem anderen Rad, vor allem mit anderen Reifen, irgendwann.

Bild: Alexander Ignasiak
Die riesige Gruppe erregt Aufsehen. Wir sind viele. Menschen bleiben stehen und gucken, ein kleiner Junge jubelt: "Tour de France!" Jau Düsseldorf, da kommt was auf dich zu! Vom Sommer sind wir allerdings noch eine Weile entfernt. Das Wetter wechselt heute zwischen grau in grau und zaghaften Sonnenstrahlen. Die Luft schmeckt dezent nach Frühling und erinnert daran, dass bald endlich die Zeit kommt, zu der man die Überschuhe und Thermohose im Schrank einmotten kann, in kurz/kurz fahren kann und die Sonne auf den nackten Armen spürt. Wenns nach mir ginge, müsste das nicht mehr allzu lange dauern.

Bild: Steffen Weigold, @tempofest
Bild: Steffen Weigold, @tempofest
Ich schiele auf den Tacho und stelle fest, dass wir noch keine 30 Kilometer gefahren sind und ich eigentlich ganz gut bedient bin, trotz Cappucchino-Quassel-Tempo und inzwischen allerfeinstem Postkartenwetter. Aber es ist zu schön, um aufzuhören. Die restlichen 70 Kilometer sind flach und bei einer so riesigen Gruppe wirds nie langweilig. Alle paar Minuten habe ich einen neuen Nebenmann, bei etwa 50 Fahrern gleicht das Ganze hier sowieso mehr einer Klassenfahrt als irgendwas anderem. Ich höre viel englische Fachsimpelei, stelle fest, dass auch Kölner dabei sind (und zwar mit dem Fahrrad angereist!), sogar Frankfurter haben fürs Bicycle Film Festival den Weg nach Düsseldorf gefunden. Falls ihr zur Tour wieder kommen wollt, sagt Bescheid! Auf 100 Kilometern ist außerdem viel Zeit für Gespräche: Bruno lernt Olga kennen, weil ihr Besitzer ihm Komplimente macht. Sie ist allerdings keine Russin, sondern Koblenzerin, wohnhaft in Frankfurt, heute zu Gast auf den ein bisschen höllischen Straßen rund um Düsseldorf - Bicycle Film Festival, you are so international!

Bild: Steffen Weigold, @tempofest
Bild: Steffen Weigold, @tempofest
Als ich das nächste Mal auf den Tacho schiele, bin ich überrascht, dass er schon bei 75 Kilometern steht. Wo sind die letzten 45 denn hin verflogen? Ich habe plötzlich Knieschmerzen, und zwar von der Sorte, die mich überlegen lässt, wie ich von hier aus am besten nach Hause komme. Und zwar sofort. Aber hier greift die Magie des 50-Mann-Pelotons: Du findest immer jemanden, der dir das Ohr abkaut und dich jedes Mimimi vergessen lässt. Die Ablenkung funktioniert blendend: Wir verlieren uns in Renngeschichten, Horrorgeschichten, Angebergeschichten (kann ich auch! ha!) nur um am Ende zu der Erkenntnis zu gelangen, dass wir uns all das doch nur antun, weil wir das Gefühl so lieben. Wenn wir am Abend vor dem Rennen nichts essen können, wenn wir die Nacht nicht schlafen können und wenn wir zum Frühstück nichts runter kriegen - das ganze Drumherum gibts im normalen Alltag genauso wenig wie das Renngefühl selbst. Also versetzen wir uns zurück in unsere Kindheit, an den Abend vor dem Geburtstag, vor Weihnachten, vor der Klassenarbeit, an dem wir vor Aufregung nicht einschlafen können. Radfahren, mit Jahreskilometern, Höhenmetern und Durchschnittsgeschwindigkeiten prahlen, Grenzen austesten und verschieben - am Ende machen wir all das doch nur für das innere Kind. Lassen wir es spielen!

Bild: Steffen Weigold, @tempofest
Bild: Steffen Weigold, @tempofest
Der Vollständigkeit halber noch drei Sätze zum Sonntagbend: 1a vegetarisches Grillgedönse in der Schicke Mütze und inoffizieller Abschluss mit "Brevet", einem Film über einen Haufen verrückter Teilnehmer an Paris-Brest-Paris. 600 Kilometer mit dem Rad aus der Stadt in die eine Richtung bis ans Meer, umdrehen, 600 Kilometer auf der gleichen Strecke sofort zurück. Am Stück. Auf dem Rad. Natürlich. Zwischen 50 und 80 Stunden. Ich scheitere schon daran, das korrekt in Tage umzurechnen. Möglicherweise auf der Bucket List 2019, man möge mich davon abhalten.

Bild: Alexander Ignasiak
Bild: Alexander Ignasiak
Danke
Danke unbekannter Ticket-Schenker, danke Konrad fürs Einfädeln und für 50 Radler 100 Kilometer lang anführen. Danke Alexander mit den Socken mit Wiedererkennungswert für die traumhaften Fotos! Danke Malte fürs Knie vergessen Lassen und die treffende Verbalisierung der ziemlich schönen Erkenntnis; danke Steffen für die kontemplative Gesellschaft, epische Filmschnipsel (BFF Düsseldorf 2018!) und deine einmaligen Fotos, wie immer auf sehenswerte Weise während der Fahrt geschossen, mit einer Weste flatternd wie Supermans Cape. Liebe Schicke Mütze, liebes Open Source Festival, bitte habt euch noch lange lieb und beschert uns viele schöne kleine Bicycle Film Festivals. Was ihr da gezaubert habt, war großartig. Es war mir ein Fest!

Durch die Hölle gegangen ist bei der Ausfahrt nur einer: mein Festivalpass in der Trikottasche.
Bild: Kerstin Kortekamp, Schicke Mütze

Donnerstag, 2. Februar 2017

Raceday No. 29 - Winterlaufserie Duisburg 10 km - 2017

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Zwischen der Duisburger Winterlaufserie 2016 und 2017 liegen genau ein Jahr und 20 Rennen. Im letzten Jahr hatte ich hier einen wirklich schönen Lauf, an den ich tatsächlich noch häufig zurückdenke: Der erste 10er nach einer Verletzungspause, voller Dankbarkeit für einen wieder laufenden Körper und mit einer neuen Bestzeit. 1:01:41. Dass ich da mittlerweile deutlich drunter bin - ganz ohne irgendein besonders geplantes Training - erstaunt mich von Zeit zu Zeit selbst, ist aber inzwischen zu einer Art Selbstverständlichkeit geworden, von der ich mich manchmal ein bisschen selbst lösen muss. Selbstverständlich ist nämlich einfach mal gar nix. Weder Gesundheit, noch Verletzungsfreiheit, Geschwindigkeit, gute Beine, mentale Stärke oder einfach nur ein guter Tag, den man erwischt - oder eben nicht. Nichts davon kann man erwarten und schon gar nicht alles auf einmal und immer. Dort, wo es schon lange nicht mehr ums pure Ankommen geht, wo die Luft dünner wird, dämmert mir langsam: Es kommen immer mehr Faktoren zusammen, die ihren ganz eigenen Einfluss haben. An denen man arbeiten kann, die man aber niemals alle gleichermaßen unter Kontrolle haben kann.


Und so habe ich in der Woche vorher drei Tage lang grundlos schwere Beine, fühle mich Freitag fiebrig und Samstag gänzlich unfit, aber nicht krank. Daher ist mein einziger Plan für den Lauf, keinen Plan zu haben. Unausgesprochen peile ich dennoch irgendwas um die 53 Minuten an, denn es ist eine verdammte Lüge zu behaupten, es gäbe gar kein Ziel. Irgendwas ist immer im Kopf, mal mehr und mal weniger festgelegt.


Ich würde so gerne an den Lauf vom letzten Jahr anknüpfen, bei dem wirklich alles lief und die Freude über das Laufen-Können noch ewig später nachhallte. Gleichzeitig weiß ich, dass sich das nur schwer wiederholen lässt und will nicht zu viel erwarten. Ich weiß ja sowieso nicht, was heute geht, von daher nehme ich mir vor, heute zur Abwechslung wirklich mal vernünftig zu sein und das Ganze eher defensiv anzugehen.


Ich renne den ersten Kilometer in einer Pace unter 5 min/km. Nicht gerade defensiv. Ein bisschen langsamer wäre vermutlich schlau. Ich lasse Christian und Naomi ziehen und drossele das Tempo. Überhole kaum. Werde überholt. In der Startaufstellung konnte man sich nach Pace sortieren: Wir sind zwischen 5:00 und 5:30 gestartet und ich weiß wirklich nicht, wieso mich alle überholen, wenn ich ungefähr 5er Pace laufe. Fühlt sich blöd an. Aber der Blick auf die Uhr bei Kilometer 2 bestätigt mich: 10 Minuten. Ups. Langsam weiter. 


Julia und Lena laufen auch, entdecken mich und rufen von der Seite rüber. Ich überlege eine Sekunde, ob ich noch ein kleines bisschen Tempo rausnehmen und mit den beiden zusammen laufen will. Es gibt doch heute kein Ziel. Ich will trotzdem nicht. Gleichzeitig weiß ich aber auch nicht, ob es schlau ist, schneller als die beiden weiter zu machen - in meiner Welt sind wir eigentlich alle ungefähr gleich langsam (ich habe jetzt gelernt, es heißt nicht langsam, sondern sexy Pace. Danke Steffi!). Egal, ich laufe weiter und pendele mich bei 5:15 min/km ein. Das ist kein Spaziergang, aber auch kein Harakiri-Tempo.


Nach 4 Kilometern kommt uns der Führende entgegen. Um mich herum ist es abgesehen von Schritten und Atmen still. 5:15 ist offenbar keine Pace für Gespräche; auch der Jubel für die Verfolgergruppe und die erste Frau halten sich in Grenzen. Schade, letztes Mal war hier mehr Stimmung. Nach 5 Kilometern kommt die kleine Schleife durch den Wald - und ich habe vergessen, wie klein. Ich rechne mit einem kleinen Anstieg, der mich beim letzten Mal etwas überrascht hat, aber nachdem ich den Wendepunkt passiere und der Wald mich wieder raus auf den Asphalt spuckt, realisiere ich, dass ich mich bereits auf dem Rückweg befinde. Was ich da im Kopf habe, ist wohl die Strecke vom 15er. Also gut, dann geht es eben zurück! 

Mit der Aussicht auf nur noch 4 zu laufende Kilometer beschließe ich, das leicht eingebrochene Tempo wieder etwas anzuziehen. Einfach nur deshalb, weil es geht und weil ich hinterher nicht "hättest du mal" denken möchte. Kilometer 7 läuft wunderbar. Ich weiß gar nicht, wieso ich im Vorfeld keine Lust auf einen 10er hatte, läuft doch. Auf Kilometer 8, zu Beginn der Regattabahn, sieht die Welt urplötzlich anders aus: adieu schöner Asphalt, hallo matschiger Weg. Zum ersten Mal spüre ich, dass so ein 10er nicht nur konditionell, sondern auch muskulär anstrengend sein kann - auch, wenn man ihn gar nicht mal so sehr am Limit rennt. Die Beine finden Laufen gerade gar nicht mehr so prima. Zum Glück sieht der Kopf das anders und so laufen wir weiter. Die Beine. Und ich.


Ein Schnürsenkel macht sich selbstständig. 2 Kilometer vor dem Ziel. Anhalten und zubinden? Auf die Gefahr hin, aus dem Tritt zu kommen, beim Kopf nach unten Schwindel zu riskieren und dann nur umso schwerer wieder weiter zu laufen? Nee. Also lieber so tun, als ginge es um irgendwas und mit einem offenen Schuh weiterlaufen. Kilometer 9 macht keinen Spaß mehr, diesen Mini-Schlenker durch den Wald finde ich affig und der offene Schnürsenkel wäre jetzt wirklich eine willkommene Ausrede, um doch eben kurz anzuhalten. Wie dumm wäre das eigentlich, sich deswegen jetzt kurz vor dem Ziel auf die Fresse zu legen? Ey, wer einen Kilometer mit offenem Schuh gelaufen ist, schafft auch zwei ohne gebrochene Knochen.


Nach dem Schild mit der 9 ist die Luft raus. Ich gucke nicht mehr auf die Uhr und schleiche das letzte bisschen in einem Tempo gefühlt nur minimal schneller als gehen. Alles, nur nicht auf den letzten Metern kurz vor dem Stadion noch anfangen, zu gehen. Die Zeit ist mir egal, aber wenigstens laufend will ich ankommen. So viel Stolz muss sein. Als ich ins Leichtathletikstadion einbiege, schiele ich dann doch auf die Uhr: 52 Minuten. Was zur Hölle! Hätte ich gewusst, dass die Bestzeit (52:44) in Reichweite ist, hätte ich auf dem letzten Kilometer alles gemacht, aber nicht so dermaßen getrödelt! Scheiß auf schwere Beine und keine Luft, auf einmal kommt die Energie zurück - und zwar nicht zu knapp. Ich versuche einen 400 Meter langen Zielsprint. Wenn zu dem Zeitpunkt noch irgendein Funken Hirnschmalz seiner Arbeit nachgegangen wäre, wäre mir vielleicht klar gewesen, dass ich 400 Meter nicht in 44 Sekunden laufen kann. Dazu ist eine 1:50er Pace nötig, oder auch ein Schnitt von 32,7 km/h. Alles klar. Aber erstens ist bis zum Ziel keine komplette Stadionrunde mehr nötig und zweitens habe ich keine Zeit zu rechnen, ich muss rennen. 


Ich renne. Strava zeigt später abenteuerliche Zeiten an. Sehr abenteuerliche. Natürlich reicht es nicht - ich habe ja auch kein verdammtes Rennrad dabei. So laufe ich nach 53:19 Minuten über die Ziellinie - so weit erst mal nichts besonderes, bis mir die Zeit vom Silvesterlauf aus Neuss einfällt: 53:19. Zweimal hintereinander auf die Sekunde genau die gleiche Zeit laufen, muss man auch erst mal schaffen. Danke Duisburg, du bist immer für eine Überraschung gut! Wir sehen uns Anfang März wieder.


Danke für die Fotos an den großartigen Christian Siedler, der nicht nur fotografieren, sondern auch gleichzeitig laufen kann. Und zwar zufällig neue Bestzeit. Glückwunsch!

Donnerstag, 12. Januar 2017

Raceday No. 28 - Neujahrslauf Ratingen 2017

Kommentare :
Laufen ist anstrengend, man sieht dabei beschissen aus und es macht keinen Spaß. Das ist eigentlich alles, was ich zum Ratinger Neujahrslauf sagen möchte. Aber weil man manchmal auch die nicht so schönen Sachen aufschreiben muss (und damit das hier kein reines Fotoalbum wird), denke ich mir noch ein paar Sätze dazu aus.


Mit meiner Harakiri-Partnerin-in-Crime Naomi habe ich ausgeheckt, dass wir zu Beginn des Jahres einen 5er laufen. Einen schnellen 5er. Weil man die Distanz ja sonst nie läuft und weil wir wissen wollen, wie schnell wir sein können. Weil mit dem Beginn der Winterlaufserie, die Ende März mit einem Halbmarathon endet, die langsamen und langen Läufe wieder anfangen. Wir sind jung und hungrig und wollen vorher noch einmal ballern. Kurz und hart. Auf die Fresse. Halt so.

Kann man machen. Aber muss man dann auch wollen. Wenn schon von Anfang an klar ist, dass fünf von fünf Kilometern voraussichtlich hart werden, dann sollte man die richtige Einstellung dafür mitbringen. Dann sollte man in Kauf nehmen, dass es weh tut. Vom Anfang bis zum Ende. Das Zeitziel lautet: unter 25 Minuten. Ich bin beim Martinslauf die ersten drei Kilometer jeweils in 4:50 min/km gelaufen. Wenn das drei Kilometer lang geht, dann auch fünf. Nur halt (noch) keine zehn. Genau 25 Minuten, also glatte 5er Pace ist das mindeste, was auf der kurzen Strecke drin sein sollte.


Am Vortag hält das Rheinland Eisregen und Glatteis bereit. Und zwar nicht zu knapp: Schon normales Gehen ist eine echte Herausforderung, an Laufen ist überhaupt nicht zu denken. Der Renntag selbst versteckt sich im Nebel - aber immerhin wieder mit Temperaturen im positiven Bereich. Keine Glätte. Ein Problem weniger, denn es gibt sicher Schöneres als Kopfsteinpflaster bergab bei Glatteis. So habe ich den Kopf ja jetzt frei, um mir über die Anstiege Gedanken zu machen. Denn wo es runter geht, muss man vorher auch rauf ... Ich weiß, dass es jede Runde zwar sanft, aber lange bergauf geht. Dass danach nochmal ein Schlenker kommt, der bergab, bergauf und am Ende wieder bergab bedeutet. Vielleicht nicht gerade die idealste Strecke für einen Bestzeitenversuch. Egal. Wir wollen es ja so. Selbstgewähltes Leid. 



Dieses Mal sind wir immerhin so schlau und wärmen uns vor dem Start auf. Vermutlich nicht die schlechteste Idee. Wir sortieren uns in der Startaufstellung recht weit vorne ein, aber natürlich nicht weit genug. Wenige Sekunden vor dem Start entdecke ich unmittelbar vor uns eine Horde Ladies in pinken T-Shirts. Was schon von hinten wie ein Junggesellinnenabschied wirkt, entpuppt sich beim Startschuss als kein bisschen sympathischer: Dass es nun losgeht, quittieren die Damen nicht etwa, indem sie sich in Bewegung setzen, sondern mit schrillem Kreischen und Arme-in-die-Luft-reißen. Selbstverständlich trabt der Trupp danach mit fünf Mann (äh, Frau) nebeneinander ganz gemächlich los. Ich möchte dezent ausrasten. Klar, das ist nur ein Neujahrslauf und nicht die Deutsche Meisterschaft, es ist nur ein 5er, ein Jedermannrennen. Schön für die pinken Laufmamas (sic!), dass sie laufen und offenbar Mütter sind (scheinbar ist die Kombination eine beeindruckende, die sich mir nicht vollständig erschließt). Schön, dass beim 5er auch Menschen laufen, die eher unambitioniert unterwegs sind, alles prima, Bewegung ist toll, aber stellt euch doch verdammt nochmal einfach weiter hinten hin und haltet nicht den kompletten Verkehr auf. 25 Minuten sind jetzt auch echt keine Zielzeit, mit der man sich guten Gewissens noch weiter vorne einsortieren kann - ich fühle mich jedenfalls doof, wenn ich Leuten im Weg bin.

Ich habe die Nase voll und wiesele mir den Weg frei. Bewusst schnell, deutlich zu schnell, aber Hauptsache erst mal weg. Gleich am Berg wirds sowieso noch langsamer, also erst mal raus aus dem Pulk. Naomi verliere ich bei der Wuselei aus den Augen, drehe mich noch einmal um und entdecke sie ein paar Meter hinter mir. Der Start war ja schon mal maximal nervig.


Ich laufe heute absichtlich wieder mit Uhr, damit ich die Zeiten halbwegs im Blick behalten kann. Allerdings kann die Uhr (immer noch) keine Pace anzeigen und so bin ich auf die Kilometermarkierungen angewiesen, die ich einfach nicht sehe. Oder zu spät sehe und nicht verstehe, ob sie für den 10er (mit etwas anderer Streckenführung) oder den 5er sind. Na schön. Dann halt weiterhin die Augen offen halten. 

Ich gucke so viel in der Gegend rum, dass ich Menschen am Rand erkenne, die mich nicht erkennen. Gut, ich renne schon nach 500 Metern mit einem knallroten Tomatenschädel durch die Stadt und gucke dabei wohl ziemlich unbegeistert. Die Beine sind schwer, das anfängliche Rennen rächt sich schnell. Der "Berg" kommt. Es ist der Hauser Ring, ich kenne und hasse ihn vom Triathlon, denn er ist tückisch. Sanfte Steigung, kaum sichtbar, aber dafür lang. 700 Meter lang. Zieht sich wie Kaugummi. Mir geht der Gedanke nicht aus dem Kopf, dass es zwei Runden gibt. Zwei fucking Runden, zwei Mal hier hoch, dann am Krankenhaus vorbei wieder runter, 180° Kurve, Naomi überholt. Sie fragt, ob ich Schmerzen hätte, weil ich das Tempo so deutlich gedrosselt habe, mir fällt dazu nichts ein. Nochmal 300 Meter bergauf. Wenn es von der 2,5-km-Runde einen Kilometer lang nur hoch geht, möchte ich die Strecke hiermit mal selektiv nennen. Scheiße!


Die Beine sind immer noch schwer. Der Kopf ist woanders. Dass ein 5er kein Zuckerschlecken ist, wenn man ihn so schnell wie möglich laufen will, war mir auch vorher klar. Dass ich mich heute nicht zusammenreißen kann und schlicht keine Lust habe auf Anstrengen und Aushalten, damit hatte ich nicht gerechnet. Es gehört zu mir, die Dinge in Frage zu stellen. Mir Gedanken zu machen. Für und Wider abzuwägen. Alle Blickwinkel zu beleuchten. All das ist ungefähr das Dämlichste, was man während eines Laufs so machen kann: Die Frage nach dem Warum darf man einfach nicht stellen. Warum zur Hölle tust du dir das an? Die Krönung des Ganzen ist dann bloß, wenn man sich dessen ganz genau bewusst ist: Es ist Scheiße, was du hier machst. Du musst aufhören, nachzudenken. Schalt den Kopf endlich aus.

Die Beine wollen schon von Anfang an nicht und im letzten Drittel der ersten Runde reift in mir die Erkenntnis, dass es das Beste ist, aufzuhören. Auszusteigen. Mein erstes DNF, did not finish. Warum nicht bei einem verdammten 5er? Geht halt heute nicht. Was soll ich sagen? Beine nicht gefunden, nicht bei der Sache, hat keinen Zweck. Einmal ärgern und danach weitermachen. Ich ahne, dass ich es mir anders überlegen könnte, wenn ich erst mal die Zielgerade runter laufe und zur zweiten Runde abbiege, aber ich rechne nicht ernsthaft damit. Ich kann nicht mehr. Und ich will nicht mehr. Wirklich.


Kopfsteinpflaster. Bergab. Rechts und links Zuschauer. Ich weiß ganz genau, wo meine Eltern stehen, wo Naomis Eltern stehen, wo Christian mit der Kamera ist. Ich will keinen sehen, schaue nicht nach rechts oder links. Ich will auch nicht gesehen werden, bin gar nicht hier, steige ja gleich so oder so aus, scheiß doch drauf. "Zieh Maren, weiter so!" Ich kenne die Stimme. Erkenne die Stimme. Wusste nicht, dass er hier ist, aber natürlich ist er das, für ihn ist es das gleiche Heimspiel wie für mich. Ein Witz, dass mich irgendjemand bei dieser kläglichen Performance überhaupt so lautstark anfeuert. Nicht ein kleines bisschen, sondern laut und bestimmt, wie all die süßen Lügen des Ausdauersports ("Sieht gut aus!"). Dieses "Zieh dran!" im Befehlston ist exakt genau das, was ich in dem Moment brauche.

Auf einmal ist abbrechen keine Option mehr. Du wirst diesen bescheuerten 5er ja jetzt zu Ende bringen, nach 2,5 Kilometern aufhören wegen akuter Unlust ist ja wohl ein schlechter Scherz. Ich habe immer noch kein Kilometerschild sinnvoll zuordnen können, aber die Zeit auf der Uhr nach einer Runde sieht noch ganz gut aus. Ich vermute, dass ich das Tempo nicht halten kann, dass ich froh sein kann, wenn ich überhaupt noch einen Fuß vor den anderen setze. Und weil es keine andere Möglichkeit gibt, mache ich genau das. Scheiß auf irgendwelche Zeiten, es kann nicht immer gut laufen, aber bring es jetzt einfach zu Ende.

Ich krieche den Berg hoch, bin bergab nur mit atmen beschäftigt, hasse die enge Kurve, schleiche ein letztes Mal bergauf und freue mich auf die Zielgerade, die einfach nur lange bergab geht. Der Startbogen ist in Sicht, einige Meter dahinter auch der Zielbogen. Was für eine Schwachsinnsidee, bei so einem kurzen Lauf aufgeben zu wollen und was für ein Glück, dass ich hier jetzt endlich die Ziellinie überqueren kann. Weit entfernt von der angepeilten Zeit, aber mit einem Hauch von Stolz, durchgehalten zu haben. Durchgehalten bei einem 5er, was sich lächerlich anfühlt, aber im Endeffekt genau das ist, was wohl die meisten Volksläufer vereint. Seien es pinke Laufmamas oder ehrgeizige Bloggerinnen an einem schlechten Tag - am Ende sind wir doch alle nur froh über das, was wir geschafft haben.

Da der 5er ja nun mal eine Distanz ist, der ich mich nur selten stelle (genau genommen erst zum dritten Mal), ist es keine allzu große Überraschung, dass das Ganze trotz schlechter Beine und nölendem Kopf etwas schneller ging als beim letzten Mal. 25:47 Minuten lautet ab sofort die neue Bestzeit auf 5 Kilometern. Bedeutet: die sub25 steht noch auf der To-Do-Liste. Ziele braucht der Mensch!


Fotos: Christian Siedler. Danke dafür. Und danke Friedemann.

Freitag, 6. Januar 2017

Raceday No. 27 - Neusser Silvesterlauf 2016

Kommentare :
Menschen laufen Silvesterläufe. Menschen laufen Neujahrsläufe. Weil ich am 1. Januar üblicherweise mit Schlafen und fröhlichem Auskatern beschäftigt bin, laufe ich lieber an Silvester (und freue mich über einen Neujahrslauf am 8. Januar). Irgendwie finde ich es auch ganz charmant, das Jahr laufend ausklingen zu lassen. Mit der Gang zusammen geht es also nach Neuss, das ist dieses kleine feine Städtchen direkt neben Düsseldorf. Ich kenne die Gegend vom Radeln: Bei so vielen Ausfahrten habe ich die Autobahnbrücke über den Rhein schon herbeigesehnt. Heute laufe ich unten durch. Lieben Dank an das Runningteam Grafenberg, das mich erfolgreich eingeschleust hat! Irgendwann trau ich mich auch mal mit euch in den Wald ...


Ich habe für den Lauf keinen Plan, außer mich nicht komplett aus dem Leben zu schießen, damit ich abends noch halbwegs fit bin (haha!). Ansonsten habe ich nichts vor. Keine perfiden Pläne. Die sub50, die wir uns beim letzten 10er Anfang November vorgenommen haben, will ich heute nicht angreifen. Verträgt sich nicht allzu gut mit dem Plan, noch was vom Abend haben zu wollen und außerdem: Welcher normale Mensch ist bitte an Silvester in Bestform? Ich definitiv nicht. So beeindruckt es mich auch wenig, dass ich immer noch nicht die Batterie meiner Pulsuhr gewechselt habe und deshalb im Blindflug unterwegs sein muss. Was solls.


Der Start ist wuselig und eng auf der schmalen Strecke. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich es mal schaffe, mich vernünftig einzusortieren ohne die ersten paar hundert Meter Slalom laufen zu müssen. Wir starten zu viert: Maria wieselt wie erwartet sofort davon, Kati will es ruhig angehen und lässt sich zurückfallen. Ich vermute Naomi bei ihr und laufe das Tempo, was mir gerade einfällt. Fühlt sich gut an. Die Temperaturen sind irgendwo im Keller, aber die Strecke ist wunderbar: Vom Start auf dem Deich geht es runter über die Wirtschaftswege zwischen den Feldern, durch eine dörfliche Wohnsiedlung, quer über einen Pferdehof und wieder durch die Felder. Die Sonne scheint, die Wiesen sind aus irgendeinem verrückten Grund ganz schön grün und ich laufe als einer von vielen bunten Punkten aufgereiht wie an einer langen Schnur quer durch die absolut traumhafte Kulisse. Es ist still, so unheimlich leise. Nur Schritte und atmen. Über allem die Sonne, die nicht wärmt, aber trotzdem alles schöner macht. Ich versuche, den Moment vollständig aufzusaugen. Die letzten Sonnenstrahlen des Jahres.

Silvester ist ja durchaus so ein Zeitpunkt, an dem man schon mal ein bisschen emotional werden kann. Zurückschauen auf das, was war. Den Dingen entgegenblicken, die da kommen. Im Moment kommen hier nur Kilometermarkierungen, und zwar eine nach der anderen. Huch, irgendwie geht das flott! Ich höre in mich hinein: Es geht mir gut. Ich trödele nicht, aber ich renne auch nicht wie verrückt. Ein anstrengendes Mittelding, das ich mir noch ein paar weitere Kilometer zutraue. Um mich trotzdem bei Laune zu halten, fahre ich die ultimative Jahresendzeit-Ablenkungstaktik: Ich versuche mir ins Gedächtnis zu rufen, bei welchen Veranstaltungen ich 2016 gestartet bin und wie die jeweils gelaufen sind. Ich weiß aus dem Jahresrückblick, dass es insgesamt 18 waren - was für eine lächerliche Aufgabe, die jetzt alle aufzuzählen, schließlich war ich ja dabei. Aber gut, ich laufe allein, habe nichts besseres zu tun, los gehts.


Der Anfang ist einfach. Duisburger Winterlauferie Teil 1, 2 und 3. Ich erinnere mich an den wunderbaren 10er im Januar, der mit 1:01:41 eine neue Bestzeit bedeutet hat - ein Witz im Vergleich zu aktuellen Zeiten. Ich erinnere mich aber noch sehr genau an das Gefühl, nach dem Ärger mit dem Knie wieder schmerzfrei laufen zu können. An die pure Dankbarkeit. Der 15er im Februar ist mir kaum in Erinnerung geblieben. Dafür allerdings der Halbmarathon im März. Ich bin danach noch zwei schnellere gelaufen, aber dieser war der schönste. Weil der Plan komplett aufgegangen ist, weil ich durchlaufen konnte, weil es keinen Einbruch gab. Ich hoffe, dass mir die Winterlaufserie 2017 in genauso guter Erinnerung bleibt.

Danach wirds schwer. Ich grübele, was ich im April und Mai gemacht habe, weiß es nicht mehr und springe vorerst zu Juni. T3! Triathlon zuhause! Aber da war doch vorher noch was? Oh ja, der Velothon, klitzekleines Radrennen quer durch Berlin. Nach Düsseldorf kam der Triathlon in Hamburg, die Cyclassics, das Rad Race Battle, der Triathlon in Krefeld, der in Ratingen und schon bin ich im September. Ok, Rhein City Run noch im Oktober, Martinslauf im November, Ende. 12. Hä? Wie kann ich denn sechs Events vergessen? Ich nehme die Finger zur Hilfe, fange nochmal von vorne an und zähle nach. Mittlerweile bin ich bei Kilometer 6 und das erste Brett fällt vom Kopf: Race am Rhein! Münsterland Giro! Offenbar denke ich beim Laufen gar nicht so sehr ans Radeln.


Macht 14, fehlen immer noch vier. Kilometer 7. Nochmal von vorn, kann doch nicht wahr sein! Wenn mich irgendwer dabei beobachtet, wie ich hier lang renne und mit den Fingern zähle ... Was war denn nun im April? Ach scheiße, ja, der Brückenlauf! 5 km, die ich nur aus dem Grund bis zum Schluss gelaufen und nicht gewandert bin, weil ich wusste, dass Christian irgendwo gegen Ende mit der Kamera steht. Oh! Und da war ja noch die Breitscheider Nacht, der erste 10er unter 60 Minuten. Fehlen immer noch zwei, aber ich habe keine Lust mehr. Außerdem gehts bergauf über eine Autobahnbrücke. Ich kann nicht mehr nachdenken, muss überleben.

Ich habe mir vorgenommen, auf den letzten drei Kilometern das Tempo zu erhöhen. Bei Kilometer 7 verschiebe ich den Plan auf die letzten beiden. Beim Schild mit der 8 finde ich, dass das aktuelle Tempo eigentlich auch nicht so schlecht ist und dass ab 9 ja auch noch genug Zeit zum Rennen ist. Gefühlt krieche ich die Brücke rauf und freue mich gleichzeitig, dass ich mir auf den letzten Kilometern so erfolgreich die Zeit vertrieben habe. Oben nutze ich die Gelegenheit und schaue mich um. Naomi ist unten zu sehen, nicht allzu weit hinter mir. Dann wird sie bestimmt gleich nach der Brücke den Warp-Antrieb aktivieren und an mir vorbei düsen. Ich lege mir schon mal zurecht, was ich ihr Schönes hinterher rufen könnte ("Schau dich nicht um! Bring das ohne mich zu Ende! Lass mich hier einfach sterben!"), aber sie kommt nicht.

Ich laufe zurück durchs Wohngebiet, freue mich über jeden, der meinen Namen ruft und bin vollkommen fasziniert, was die Neusser hier für eine Stimmung machen. Wenn die Silvesterpartys hier auch so hoch her gehen, dann Prost Mahlzeit! Ein letztes Mal geht es von der Straße auf den schmalen Weg, zurück auf den Deich, die letzten Meter. Raus aus der Stille im Grünen durch eine bunte Gasse, rechts und links Menschen, Klatschen, Rufe, Musik, noch eine letzte Kurve, es geht bergab, ich wollte den Rheinblick genießen, aber ich sehe nur den Zielbogen, laufe, laufe, laufe. Und bin da.


Tatsächlich sehen wir uns alle erst hier im Ziel wieder. Maria die Rakete ist schon länger da und hat Wasser organisiert - kann ich ziemlich gut gebrauchen! Als Medaillen gibt es Neujährchen, die man sich um den Hals hängen und später aufessen kann. Wie wunderbar!

Ich stelle fest, dass das olle Telefon sich aufgehängt hat, stoppe Strava zu spät und habe somit keine Ahnung, wie schnell oder langsam das Ganze war. Ich weiß nur, dass ich zufrieden bin, dass nicht deutlich mehr drin gewesen wäre, aber dass ich mir auch nichts vorwerfen kann. Es ging teilweise leicht, aber nicht zu einfach, wie die knallrote Birne beweist. 53:19 Minuten ist schließlich die offizielle Zeit. Bäm. Nur eine halbe Minute über Bestzeit und nur wenige Sekunden schneller als beim katastrophalen Martinslauf, der gefühlt nur aus Rennen und Wandern bestand. So unterschiedlich kann sich also die gleiche Zeit anfühlen!


Danke Silvesterlauf, danke 2016! Ich bin versöhnt mit diesem Laufjahr und freue mich aufs nächste!

P.S. Vergessen habe ich übrigens den spontanen Rhein Ruhr Halbmarathon im Juni in Duisburg und den Kö-Lauf in Düsseldorf - die aktuelle Bestzeit auf 10 km. Kann einem im Eifer des Gefechts offenbar schon mal entfallen! ;-)


Fotos: Christian Siedler. Danke!