Dienstag, 30. September 2014

Radeln zwischen Rheinland und Ruhrpott

Das Radfahren macht mir am meisten Spaß. Man kann lange Strecken zurücklegen, richtig schnell werden, aber auch mal einfach nur rollen lassen. Man kann Anstiege hochklettern, oben sehen, was man geschafft hat und dann wieder hinunter sausen und sich den Wind um die Nase wehen lassen. Ich muss nochmal sagen: Ich bin so froh, dass ich mir wegen dieser ganzen Triathlon-Schnapsidee einfach mal spontan ein Rennrad zugelegt habe. Auch wenn Gabi 23 Jahre alt ist und wahrscheinlich doppelt so schwer wie ihre heutigen Kollegen - ich hab sie irgendwie ins Herz geschlossen.
Ruhrpottromantik im Hintergrund
Gabi soll keine Winterpause machen. Ich möchte kein Schönwetterradler sein. Wobei, schönes Wetter vielleicht doch. Aber schön heißt ja nicht gleich warm. Blöd nur, dass es so früh dunkel wird (jetzt schon! Kackmist!), aber ich habe einen Plan für den Winter ausgeheckt: unter der Woche Spinning (dienstags, eventuell noch freitags), am Wochenende mindestens alle zwei Wochen draußen fahren. Ist ja hier im Rheinland nicht so, als würde von November bis März Schnee liegen. Bei Regen muss ich mal schauen, auf jeden Fall soll Gabi nicht in der Garage einmotten. Die lange Thermo-Radhose liegt bereits im Schrank.
Rheinbrücke bei Krefeld. Keine Ahnung wer die Dame ist, aber auf jeden Fall hat sie heiße Gepäckträgertaschen.
Am Sonntag habe ich die zum Glück noch nicht gebraucht, der Sommer war zurück! Temperaturen über 20° und Sonne - also erst mal die kürzeste verfügbare Hose an und raus. Wie wundervoll das war. Abdrücke an den Oberschenkeln und an den Handgelenken beweisen, dass man auch im Spätsommer noch braun werden kann... Ich bin zum ersten Mal mit den neuen Handschuhen gefahren. War so weit ok, aber gegen Ende der Runde taten mir doch wieder die Hände weh. Wahrscheinlich haben die 500 Meter über Kopfsteinplaster ihr übriges getan und so hatte ich hinterher wieder einen leicht tauben kleinen Finger. Und noch heute, zwei Tage später, Muskelkater im anderen Oberarm kurz über der Armbeuge. Hä?
Blick auf den Rhein von der Krefelder Brücke
Unterwegs war ich mit meinem Dad und Marc, der ja schon am Anfang einige Tipps für Gabi und mich hatte. Und da er schon ein bisschen länger mit dem Rad draußen in der Welt rumfährt, kennt er natürlich auch mehr Strecken. Ich bin ja bisher fast nur die Triathlon-Strecke mit ein wenig Drumherum gefahren. Jetzt durfte es mal etwas mehr sein und ging deshalb über die Felder bis Krefeld, auf die andere Rheinseite, am Fluss entlang zurück, über die Autobahnbrücke und mit einem Abstecher durch Düsseldorf wieder nach Hause (Gabis Zuhause). Gut 47 Kilometer in gut 2 Stunden - ja, gemütlich mit dem 23er Schnitt, aber gut. Sonntags bei schönem Wetter am Rheinufer entlang zu radeln, bedeutet halt auch, Slalom um Familien mit Kinderwagen und spazierende Renter zu fahren... Und Renter auf Fahrrädern. Noch schlimmer!
Der unheimlich große Krefelder Hafen.
Übrigens habe ich es jetzt auch endlich geschafft, an der Ampel dank der Klicks mit dem Rad umzukippen. Wäre das also auch abgehakt. Der Vorteil beim Aus-dem-Stand-Umkippen ist ja immerhin, dass man sich nicht sonderlich verletzten kann (oder? Kann man? Erzählt mir keine Gruselgeschichten!). Eine kurzzeitig schmerzende Hüfte und ein aufgeschürftes Bein mit blauen Flecken hab ich davongetragen. Gabi hat nichts abbekommen.
Wenn das keine schöne Runde ist!
Auf der linken - also der falschen! - Rheinseite gibt es einen neuen Radweg, oben auf so einer Art Deich (ja alle Nordlichter lachen sich jetzt scheckig). Trotzdem ganz schön windig da oben! Ich hab ein bisschen vom Windschatten der beiden anderen profitiert und irgendwie ging das auch vorbei. Als nächstes kam die Autobahnbrücke, auf die so ein Kreisel hoch führt. Habt ihr schon mal versucht, sowas mit nem normalen Rad hochzufahren? Mit meiner City-Gurke sterbe ich dabei. Immer. Ich hatte nicht gedacht, dass es mit Gabi besser wäre und schon vorher gejammert, dass ich da nie hoch kommen würde... Doch. Gas gegeben und rauf da. Noch ein paar schiebende Radfahrer überholt und zack - oben. War gar nicht schwer. Sah nur so aus. Der Rest der Strecke war sehr schön flach mit ziemlich viel Natur - genau richtig für die erste etwas längere Ausfahrt. Es war wundervoll und ich freue mich echt aufs nächste Mal!

Montag, 29. September 2014

Lauftreff rockt.

Die Sache mit dem Lauftreff hatte ich beim letzten Mal ja schon angedeutet. Ich laufe mit meinen Kolleginnen Nadine und Anja und es gibt folgende Regeln: 
  1. When you're in, you're in. Jeden Donnerstag. 
  2. Bei jedem Wetter.
  3. Jeder läuft noch mindestens ein weiteres Mal pro Woche.
So weit so gut. Letzte Woche war der erste Termin. Natürlich war ich mir vorher sicher, ich wäre die Langsamste, würde alle aufhalten, zwischendurch gehen müssen und es wäre - natürlich - die reinste Qual. Tatsächlich lief es dann so: Der Abend war angenehm warm und sonnig und wir sind eine Dreiviertelstunde durch Köln gelaufen. 
Springbrunnen im Sonnenuntergang. Gehts noch kitschiger?
Die beiden anderen haben sich schon so eingegroovt, dass sie direkt das passende Tempo finden. Das konnte ich auch gut mithalten, wäre ich aber allein wahrscheinlich nicht gelaufen. Ok, bei mir steht ja nur "langsam" oder "sehr langsam" zur Auswahl. Mir fällt es aber schwer, so richtig langsam unterwegs zu sein, wenn ich alleine bin. So langsam, dass man gleich schnell gehen könnte, macht mich aggressiv. Aber so langsam waren wir auch nicht - das Tempo war gut. So gut, dass wir uns pausenlos unterhalten konnten. Natürlich hatte ich vorher noch angekündigt, dass ich beim Laufen nicht reden kann. Kann ich auch nicht! Eigentlich.
Schon ganz schön herbstlich hier.
Die Strecke war auch echt angenehm, vom Büro aus kurz durchs Wohngebiet und dann durch den Park. Stadtwald heißt das hier in Köln, wenn ich richtig aufgepasst habe. Wieso man einen Park Wald nennt, weiß ich auch nicht. Insgesamt war das eine echt kurzweilige Geschichte, das Laufen lief fast wie von selbst so nebenher.  
Linke Seite: Hinweg, rechte Seite: Rückweg.
Die ein oder andere Straße mit Ampel war dazwischen, ansonsten gabs keine Pausen. War auch ok, überraschende Erkenntnis des Tages: Wer langsam läuft, hält länger durch. Insgesamt 5,8 Kilometer in knapp 45 Minuten. Läuft. Und: zu dritt ist cooler als alleine.
Der unschlagbare Vorteil beim Laufen direkt nach Feierabend: Wenn man eine Stunde später nach Hause fährt, sind die Straßen so wunderbar frei. Der Abend hat mich dann noch mit Foo Fighters aus dem Radio ("Best of you") und diesem Anblick vorbeirauschender Bäume vor rosa Wolken belohnt:
Der nächste Donnerstag kann kommen!

Montag, 22. September 2014

Und dann?

Triathlon vorbei. Geschafft. Unglaubliche 70 Leute haben für diese Nachricht bei Facebook auf "Gefällt mir" geklickt. Dabei wollte ich nur mir selbst und meinem Couchpotato-Ich beweisen, dass ich was schaffen kann. Mich haben Glückwünsche erreicht, als wäre ich zum Mond geflogen oder hätte etwas anderes unheimlich Beeindruckendes geschafft. Das verwundert mich, macht aber auch ein bisschen stolz. Ich habe diesen Blog aus dem gleichen Grund angefangen, aus dem ich mir im Januar mein erstes Paar Laufschuhe gekauft habe: psychologische Kriegsführung. Denk dir nicht nur irgendwas aus, sondern erzähle Leuten davon. Gib dafür Geld aus. Erschaffe eine Verpflichtung gegenüber dir selbst.

Ich war vor acht Monaten nicht dazu in der Lage, länger als eine Minute am Stück zu laufen. Ich habe letzte Woche eindreiviertel Stunden damit verbracht zu schwimmen, zu radeln und - zu laufen. Wenn man es so sieht, habe ich also schon etwas geschafft. Aber ich bin gar nicht so stolz auf das Finishen an sich. Ich bin stolz, dass ich überhaupt mitmachen wollte. Dass ich mich angemeldet habe, dass ich fünf Wochen lang an nichts anderes gedacht habe, bis auf wenige Ausnahmen jeden Tag etwas dafür getan habe. Dass ich nicht irgendwann keinen Bock mehr hatte. Und jetzt der berühmte Satz: "Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt..." - ja, ich hätte es nicht geglaubt. Natürlich nicht. Aber ich bin immer noch überzeugt davon, dass jeder (gesunde) Mensch das machen kann. Und ich glaube, dass es gut ist. Es kann nur gut sein, sich selbst in den Arsch zu treten und etwas zu machen, das man niemals auch nur in Erwägung gezogen hätte und von dem man nie gedacht hätte, das jemals machen zu wollen und zu können. Und genau deshalb finde ich es super, dass das so vielen Leuten gefällt. Es ist toll zu sehen, wer sich so alles mit einem freut. (Wer nicht, ist übrigens auch interessant)

Im letzten Artikel hatte ich schon von der Leere berichtet. Die kam eigentlich gleich mit dem Zieleinlauf. Und so richtig klar wurde sie mir beim gemütlichen Nachhause-Strampeln mit Gabi. Was nun? Du bereitest dich mehrere Wochen auf diesen einen Tag vor, machst dir ununterbrochen die absurdesten Gedanken über sämtliche Kleinigkeiten und trainierst und trainierst. Und dann ist es geschafft - toll! - aber was kommt dann? Ich habe mir eine Woche Pause gegönnt und Sachen gemacht, die vorher zurückstecken mussten: Freunde getroffen, Wein getrunken, abends die Füße hochgelegt. Alles super. Aber ich will dranbleiben. Ich habe noch kein genaues Ziel (Termine für 2015 sind bisher blöderweise kaum zu finden), aber ich habe Lust, weiter zu machen. Wäre doch zu schade, die erreichte "Form" wieder dahinschwinden zu sehen.

Es gibt viele Baustellen. Ich kann mir gut vorstellen, nächstes Jahr nochmal eine Volksdistanz zu machen. Oder zwei. Ich würde auch gern endlich von den 5 Kilometern wegkommen und mal 10 laufen. Und wenn man die 10 schafft, ist es auch nicht mehr weit bis zur Kurzdistanz... Ich muss schwimmen üben. Kraulen. Und laufen, laufen, laufen. Und radeln. Ich träume schon davon, dass Gabi irgendwann mal einen leichten, schnittigen Nachfolger bekommt. Irgendwann. Ich höre das Konto aufschreien und Gabi (mit ihren schweren Knochen) auch.

Auf Laufen habe ich keine Lust. Deshalb habe ich jetzt einen saucoolen Lauftreff, Donnerstag gehts los. Das ist nicht nur zum Spaß, sondern es gibt Regeln. Mehr dazu nach dem ersten Lauf.

Mit Papa war ich auch laufen. Ich hatte beschlossen, dass eine Woche Nichtstun (und Erkältung auskurieren) genug ist. Sonntag musste ich um 10 Uhr arbeiten und bin von selbst auf die wundervolle Idee gekommen, vorher zu laufen. Vor dem Frühstück! Ich! Laufen! Morgens! Schwer zu glauben, aber durch einen Trick wurde daraus Realität: Papa fragen, ob er mitkommt. Der Frühaufsteher ist sowieso auch am Wochenende um 7 wach, daher war halb 8 starten kein Problem. 
Sonntagsmorgens im Wald, kurz vor dem Regen. Grüngrau.
Die allerersten Meter waren komisch und die Beine wollten nicht. Dann wurde es super. Ja, ungelogen. Ungefähr drei Kilometer lang lief es wirklich gut, machte fast Spaß und war irgendwie... leicht. Dann mussten wir über eine Autobahnbrücke, von der ich vorher dachte, ich breche spätestens auf halber Strecke keuchend zusammen. Das war nicht der Fall, aber oben angekommen waren wir uns trotzdem einig, dass wir uns den Abstieg im Gehen gönnen. Ab dann wars vorbei: Stein im Schuh, Nase läuft, keine Puste mehr, kein Bock mehr. Mäh.

Kreuz Breitscheid. Kennt ihr vielleicht aus der Stauschau.

Auf den letzten zwei Kilometern hat die Begleitung als Motivation nicht mehr gereicht und ich hab mir Musik angemacht. Rise Against, hatte ja letztes Mal schon hervorragend geklappt. Dieses Mal nicht. Falsche Ohrstöpsel, falsches Lied, alles doof. Auf dem letzten Kilometer fing es an zu regnen. Und: das war gut! Im Regen loslaufen ist ein Kampf mit dem Schweinehund, ja. Aber wenn man einmal unterwegs ist und wird plötzlich nass - dann ist das prima. Jedenfalls wenn man den Großteil schon hinter sich hat und nicht noch die ganze Runde vor sich. Man wird nass, aber das ist egal, denn man zieht die Klamotten gleich sowieso aus und springt unter die Dusche. Wann hat man diese Situation schon mal im normalen Leben? Auf dem Weg zur Arbeit nass werden ist ärgerlich. Vollbepackt mit Einkäufen auch. Beim Laufen? Super!

Am Ende waren es 6,2 Kilometer in 42:27 Minuten. Drei davon waren wirklich gut und der letzte in gewisser Weise auch. Projekt dranbleiben: gestartet.

Mittwoch, 17. September 2014

Raceday No. 2 - Ratingen Triathlon 2014

Fangen wir mal am Ende an: geschafft! Beide Daumen hoch auch für Cathrin und Marcus, die beide in weniger als eineinhalb Stunden angekommen sind. Ihr seid spitze! Nächstes Mal wieder? Danke auch für den Support an der Strecke und die Fotos an Mama, Papa, Sara und Chris. Und viele Grüße an die tausend anderen Leute, die mich erkannt haben, aber ich sie nicht.
So sieht das Finisher-Lächeln aus. Yay!
Ich hab ein paar Tage gebraucht, um alle Gedanken zu sortieren. Dass der Kopf nicht ganz klar ist hängt wohl damit zusammen, dass ich mir eine dicke Erkältung eingefangen habe. Wurde Montag im Laufe des Tages immer schlimmer und führte dazu, dass ich gestern den ganzen Tag und heute immerhin den halben im Bett verbracht habe. Aber so langsam wirds besser und deshalb jetzt endlich der Rückblick auf Sonntag:
  1. Frühstück runterwürgen. Es gab Pfirsich-Maracuja-Haferbrei mit Apfel, Himbeeren und Schokoflocken. Geht eigentlich immer, auch wenn kein Hunger da ist. Half aber nichts gegen die Übelkeit vor dem Start.
  2. Letzte Sachen einpacken.
  3. Gabi abholen fahren, Tasche mit Umziehsachen bei den Eltern ins Auto laden und mit den wichtigsten Sachen auf dem Rücken und Gabi losrollen. Ja, ich hatte Angst, keinen Parkplatz zu bekommen und bin deshalb lieber mit dem Rad gefahren. 
Erste Amtshandlung: Gabi einchecken. Da war die Wechselzone noch schön leer... Es war aber auch später kein Problem, sie wieder zu finden. Auf dem Bild fehlen die Laufschuhe, die hab ich noch an den Füßen. 
Kurz vor dem Start sind wir noch zu Scherzen aufgelegt. Und gut eingepackt. War ungemütlich und sah nach Regen aus. Konnte ja keiner ahnen, dass es später noch gefühlte 30° werden sollten.
Kurz vor dem Schwimmstart. 
Vitamin B sorgte für die Wunsch-Badekappenfarbe und noch besser - die Bahn unserer Wahl. Die Außenbahnen sind zwar mit etwa 2 Meter mehr Weg in die Wechselzone verbunden, sind dafür aber breiter. Im Wasser ging mit etwa 10 Leuten pro Bahn das hektische Gerede los: "Was schwimmst du?" - "Hä?" - "WAS DU SCHWIMMST!" - "Brust?" - "Die Zeit Mann!" - "Langsam." - "WIE LANGSAM?" - schließlich haben wir es irgendwie geschafft, uns in einer Reihenfolge aufzustellen, die zumindest für mich Sinn gemacht hat. Bin als letzte gestartet und als letzte angekommen, war also keinem im Weg. 

Dann also das Schwimmen selbst: Ich hatte ja befürchtet, dass ich panisch werden würde, wenn mir alle wegschwimmen und ich nicht von der Stelle komme. Das ist aber zum Glück nicht passiert - ich wusste ja, dass ich langsam bin und bin daher einfach mein Ding geschwommen. Sabotiert hat mich dabei zu Beginn mein Arm, der einfach übelst weh getan hat. Vom Oberarm bis in die Schulter, ganz merkwürdig und bisher nicht dagewesen. Ignorieren, weiter schwimmen. Nach 13:45 bin ich dann endlich mal aus dem Wasser geklettert. Vorher gabs noch eine kurze Diskussion, weil die beiden Grazien, die anhand der verschiedenfarbigen Badekappen die Bahnen mitzählen sollten, es bei mir nicht auf die Reihe gekriegt haben. Nach 10 Bahnen waren sie der Meinung, ich müsste noch 2. Das war definitiv nicht so. Ich weiß nicht, ob ich so überzeugend war oder einfach nur Glück hatte, aber jedenfalls durfte ich dann raus.



Obwohl ich als eine der letzten aus dem Wasser gekommen bin, war die Wechselzone noch voller Menschen. Was machen die da alle so lange? Ich hab die Füße aufs Handtuch gestellt und zumindest von unten abgetrocknet, dabei Helm und Brille angezogen, Startnummer umgeschnallt, Socken über die noch halb nassen Füße, Schuhe drüber und los. Wahrscheinlich hat das ewig gedauert, kam mir aber unheimlich schnell vor. War auch zumindest so schnell, dass ich meiner kleinen Fangemeinde schon weggefahren war, bevor sie es zur Radstrecke geschafft hatte. 


Ja, so eine Rahmenschaltung ist schon eine unheimlich tolle Erfindung. Nicht. 
Verschalten? Kann ich.
Der Anfang war holprig. Der Puls konstant übertrieben hoch, die Beine ein bisschen verwirrt - ein paar Meter hats erst mal gedauert, bis ich so einigermaßen drin war. Atmen, treten, atmen, treten. Das Schöne auf der Radstrecke: Bis auf zwei THW-Männchen auf Klappstühlen an jeder Einmündung ist man ziemlich einsam. Ok, in der Nähe vom Schwimmbad tummeln sich noch ein paar Zuschauer, oben auf dem blöden Eggerscheider Berg auch. Hinter einer Kurve standen völlig einsam vier oder fünf Anwohner, die mit Dosen und Rasseln eine Mordsstimmung gemacht haben - und zwar für jeden, der da vorbei kam. Saucool!
Ab in die zweite Runde. 
Ganz ehrlich: Radeln hat Spaß gemacht. Es war ordentlich anstrengend, ich bin die Anstiege im kleinsten Gang hoch gekrochen und habe mich gezwungen, bergab einfach mal laufen zu lassen und durchzuatmen. Gut fürs Ego: Überholt haben mich nur Männer als der Kurzdistanz, die gleichzeitig auf der Radstrecke waren und vier Runden abreißen mussten. Ein paar Frauen aus meiner Wertung hatte ich beim Wechseln ja überholt, ein paar andere dann tatsächlich noch auf dem Rad. Zwei davon bergauf. An meinem verhassten blöden Berg, beide Male. Fühlt sich gut an!


Was beim Radeln wirklich blöd war: gleich drei 180°-Kurven auf der Strecke. Aber ansonsten: läuft!


Ans Laufen gings dann danach auch bei mir. Hätte lieber mit Gabi noch zwei Runden gedreht, als selbst einen Fuß vor den anderen zu setzen. Was auf jeden Fall funktioniert hat: Beim Radfahren keinen Gedanken ans Laufen verschwenden. Ich bilde mir wieder ein, dass das Wechseln relativ flott geklappt hat: Schuhe aus, Schuhe an, Helm aus, Nase putzen, ein Taschentuch für unterwegs mitnehmen. Los. So schnell kanns nicht gewesen sein, da für die Radzeit 54:09 gemessen wurde. Da sind beide Wechsel enthalten, ich habe für die erste Runde auf dem Rad aber auf der Pulsuhr knapp 21 Minuten gestoppt. Insgesamt ca. 45 Minuten könnte also hinhauen, vielleicht etwas weniger. Wie lange habe ich dann bitte zum Wechseln gebraucht?! Ok, die Wege sind recht lang und ich hab das Rad auf dem Rückweg auch ein Stück im Gehen geschoben (da dachte ich dann tatsächlich mal "Kacke, du musst gleich noch genug laufen!"). 

Laufen also. Die verhasste Disziplin. Und auch noch am Schluss. Ich war fest entschlossen, die Scheiße einfach irgendwie zuende zu bringen. Ging aber nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Der Kopf wollte. Der Körper aber nicht. Während ich die Sonne auf dem Rad noch ganz angenehm fand, war es beim Laufen auf einmal gefühlt brennende Hitze. Habe keine Luft mehr bekommen und war überzeugt, ich würde umkippen, wenn ich nicht kurz gehen und durchatmen würde. Wollte aber nicht gehen, denn wenn ich einmal aus dem Laufen raus bin, ist es so schwer, weiterzumachen. Musste dann aber gehen. Ich habe das Gefühl, ich bin mehr gegangen als gelaufen. Kann nicht sein, wenn ich mir die Zeit ansehe (36:42) - ich war zwar schon mal schneller, aber auch deutlich langsamer. 
Zieleinlauf!
Ich habe in keiner Sekunde daran gedacht, aufzuhören. Ja, beim Laufen hatte ich keinen Bock mehr. Während der Rest irgendwie schnell vorbei geflogen ist, haben sich die beiden Laufrunden wie Kaugummi gezogen. Nach 1:44:37 bin ich angekommen. 80. von 90, 13. meiner Altersklasse - aber was spielt das für eine Rolle, wenn man ankommen will? Das hab ich geschafft. Und gleichzeitig mit der Freude darüber war da auf einmal eine Leere: Ziel erreicht. Und was kommt jetzt?

Samstag, 13. September 2014

What if you fly?

Morgen ist es so weit! Auf meiner To-Do-Liste stand heute: Kleiner Shoppingmarathon, um ein Geburtstagsgeschenk zu finden. Gabi nochmal ein paar Meter fahren und schauen, ob die reparierte Schaltung sauber funktioniert. Startunterlagen abholen.

Gabi gehts prima. Ich hab sogar das Gefühl, dass die Schaltung besser als vorher läuft. Alles gut! Wir sind extra langsam und wirklich gemütlich gefahren. Mit normalen Klamotten (autsch!), ohne Pulsuhr oder Runtastic oder irgendwas. Die Radtour führte bis zum Schwimmbad, um das sich morgen alles dreht. Ich habe meine Startnummer und sämtlichen anderen Kram bekommen, bin kurz über die Messe geschlendert und habe beschlossen, dass ich heute NICHTS mehr kaufen werde.

Dann gings wieder heim. Wasserball muss heute ohne mich stattfinden, weil ich nach dem Schwimmen immer total hinüber bin und oft bis zum Nachmittag des nächsten Tages Erkältungssymptome habe. Früher war das nur Niesen am gleichen Abend, inzwischen Nase zu und das volle Programm - ich tippe auf eine schöne Chlor-Allergie. Da reichts wohl, wenn ich morgen schwimme und mich nicht schon vorher fix und fertig fühle.
Ich packe meinen Koffer... Es fehlt noch alles Trockene, was ich nach dem Duschen anziehen will. Das meiste hiervon kommt in die Wechselzone oder direkt an den Körper. Hoffentlich nichts vergessen!
Morgen gehts also los. Ich möchte nochmal ein paar Sachen zusammenfassen: Ich habe Ende Juli, also vor 7 Wochen, zum ersten Mal ernsthaft über den Triathlon nachgedacht. Ich bin seit 5 Wochen angemeldet. Ich habe seit 4 Wochen ein Rennrad und habe vorher noch nie auf einem gesessen. Ich weiß, dass so ein Volkstriathlon an sich keine besondere Sache ist und ich bin überzeugt davon: Wenn ich das mit so wenig Vorbereitung irgendwie ins Ziel bringe, dann kann das jeder. Zumindest jeder, der will.

Ich fühle mich trotzdem ganz gut vorbereitet. Ja, ich hätte wahrscheinlich mehr laufen können. Ich hätte auch mehr Koppeltrainings machen können und wenn ich jeden Tag geschwommen wäre, würde ich dafür vielleicht auch keine verdammten 14 Minuten brauchen. Aber ich glaube, ich habe alles getan, was möglich war und denke, ich komme schon irgendwie ins Ziel.

Diese Ahnung ist ziemlich beruhigend. Ich weiß nicht, ob ich so entspannt wäre (ich bin nicht entspannt! Ich bin langsam echt aufgeregt! Aber im Hinterkopf weiß ich, dass ich so gut vorbereitet wie möglich bin und dass ich es schaffen kann) - also, ich weiß nicht, ob ich diese Einstellung hätte, wenn es da nicht einen Haufen guter Leute gäbe. Einen riesigen Haufen. Ganz egal, wie das morgen ausgeht - dass ich heute so denke, liegt an euch.

Papa - du hast so gut wie jedes Radtraining mitgemacht, sei es auf dem Spinningbike oder draußen. Du bist mit deinem verdammten Cityrad genauso schnell wie ich auf dem Rennrad und bergauf sogar schneller. Wenn ich den Scheiß morgen schaffe, rockst du auch deinen 10-Kilometer-Lauf im Oktober. Wenn du dich nicht anmeldest, mache ich das für dich. Danke für die Gesellschaft und die Fachsimpelei beim Radeln und die Hilfe bei diversen Gabi-Reparaturen.

Marcus - du bist so ein Vogel. Wir sprechen so locker drüber, wie es mit nem Triathlon aussieht und du meldest dich sofort an. Ohne einmal im Schwimmbad gewesen zu sein. Respekt. Danke fürs Mutmachen und den regelmäßigen Austausch zum Trainingsstatus. Wir sehen uns morgen im Ziel!

Sven P., Marc und Gudula - ihr seid die Fahrrad-Experten. Ohne Sven hätte ich jetzt keine Gabi! Allein dafür ist dir mein ewiger Dank sicher ;-) Für euch alle gilt: danke für eure Profi-Einschätzungen, Fachsimpeleien und Tipps. Das mit mir und dem Radeln, das könnte noch was werden. Und ja, ich werde mir Handschuhe kaufen!
Erin Hanson, The Poetic Underground.
Silvia und Nadine - ich würde euch beide sofort als Mental-Trainerin engagieren, wenn es irgendwann mal soweit kommt. Es war immer sehr hilfreich, mit euch zu quatschen. Ihr seid komplett verschieden, aber eure Ratschläge sind die gleichen - obwohl ihr a) mit Sport nicht viel am Hut habt oder b) Marathon-Läuferin seid. Unglaublich. Danke!

Kaja - du hast mich im April schon beim Citylauf mitgezogen. Danke für das grauenvolle gemeinsame Lauftraining, bei dem du deine Schuhe vergessen hattest, eigentlich total kaputt warst und es brüllend heiß war. Ohne dich wäre ich an dem Abend aber niemals die ganze Strecke gelaufen und das war echt wichtig, obwohl es keinen Spaß gemacht hat. Du hast ziemlich viel Nörgelei ertragen. Schade, dass du morgen nicht dabei sein kannst.

Sven K. - danke für das Mini-Techniktraining beim Schwimmen. Ich hab über den Winter da noch einiges zu tun... Cathrin - mit dir zu schwimmen war nicht sehr motivierend! Du bist einfach zu gut ;-) Falls du morgen startest, wünsche ich dir viel Erfolg und alles Gute. Du rockst das. Und falls du nicht dabei bist: Der Termin für 2015 steht auch schon. Und dann für dich erst recht alles Gute. Friedemann - danke für die Expertentipps, die haben sicher auch mit reingespielt, dass ich dachte, es wird schon irgendwie machbar sein. Und ja, die Strecke hat es in sich. Aber aufgeben kommt nicht in die Tüte.

Dann gibt es noch eine ganze Reihe, die sich immer wieder nach dem Trainingsverlauf erkundigt hat - schön zu sehen, dass ihr mitfiebert: Mama, Sara, Steffi, viele viele liebe Menschen aus dem TuSfit, einige denkwerker und all die fantastischen Menschen in diesem Internet. So viele Daumen, wie morgen gedrückt sind - da kann ja gar nichts mehr schief gehen!

Freitag, 12. September 2014

Run, baby run!

Ich gebe zu, die letzten Tage war es hier sehr ruhig. Das liegt daran, dass ich ein paar anstrengende Messetage hinter mir habe. Zeit oder Kraft fürs Training war somit keine da - aber da wusste ich bereits bei der Anmeldung zum Triathlon und so wars auch gedacht. Montag war ich das letzte Mal laufen. Auf der Messe war ich als Aussteller, hier meine Strategien, um das möglichst unbeschadet zu überstehen:
Ich nenne es Wettkampf-Vorbereitung. Vielleicht ist es auch einfach nur Erholen.

  • Keine Schuhe mit Absatz! Gibt nur Muskelkater in den Waden und noch stärker schmerzende Füße. Tag 1: Schicke Ballerinas für auf der Messe, bequeme Ballerinas für An- und Abreise. Daraus gelernt für Tag 2: Sneakers für den kompletten Tag. Was solls!
  • So viel schlafen wie möglich! Die Tage fangen früh an und enden spät, deshalb: Standparty auslassen und zuhause direkt ab ins Bett. Auch wenns erst 22 Uhr ist. Hat überraschend gut funktioniert!
  • Den Tag danach freinehmen. Die Füße erholen sich so langsam, aber auch der Kopf brauchte eine Pause. Zwei Tage absoluter Trubel und ununterbrochen präsent sein zehrt an den Nerven und strengt mental unheimlich an - mich jedenfalls. Deshalb heute: ausschlafen, mit dem Cityrad zum Rhein düsen, in die Sonne legen und lesen. 
Ich hoffe, der Stress der letzten Tage konnte mir nicht allzu viel anhaben und ich habe heute und morgen genug Zeit, wieder Kraft zu tanken. Als ich eben gemütlich am Park vorbei geradelt bin, hatte ich jedenfalls Bock, zu laufen. Ich! Laufen! Hatte bestimmt nur mit dem guten Wetter zu tun, aber das könnte gerne Sonntag auch noch so sein. 
 
Heute Nachmittag am Rhein. Frei haben rockt.
Laufen
Montagabend war also die letzte Gelegenheit zum Laufen, bevor der Messewahnsinn losging. Damit ich auch wirklich gehe, hatte ich mich über dieses Internet verabredet - zufällig hatte sich nämlich in der Düsseldorf-Laufgruppe bei Facebook jemand gefunden, der (bzw. die) am gleichen Abend etwa die gleiche Strecke laufen wollte. Blöderweise sagte sie mir kurz vorher wieder ab, aber da war ich schon so drauf eingestellt, dass ich auch allein zum Park geradelt bin. 

Kurz vor dem Rückweg: Im Park wirds langsam dunkel. Aber der Rasen ist gemäht.
Ich bin wieder meine alte 5-Kilometer-Runde durch den Volksgarten/Südpark gelaufen. Vielleicht erinnert ihr euch? An diesem Montagabend war ich fest entschlossen, die scheiß Strecke endlich komplett zu laufen, was ja bisher nur beim Lauftreff geklappt hatte. Wenn ich alleine bin, erlaube ich mir eher, zu gehen... Aber das hat jetzt aufgehört, und zwar mit einem ganz einfachen Trick: Rise Against. Eine meiner Lieblingsbands. Wenn nicht sogar DIE Lieblingsband. Sowohl von der Musik als auch von Texten her - ich möchte immer aufstehen, die Faust in die Luft recken und schreien, wenn ich sie höre. Eher blöd im Büro, aber super zum Laufen. Auch die neue Platte eignet sich echt hervorragend als Motivation, selbst wenn Tim McIlrath einem "I don't want to be here anymore" ins Ohr brüllt. Oder auch gerade dann.
Und so bin ich die ganze Strecke gerannt. Alleine. Ohne es zu merken. Am Ende waren es 5,3 Kilometer in knapp 35 Minuten, bei ziemlich konstanter Pace von etwa 6:30. Läuft! Vorteil bei Musik in den Ohren - abgesehen von der Motivation und Ablenkung: man hört sich selbst nicht atmen. Nachteil: man hört auch sonst nichts. Eigentlich bin ich so gerne draußen, selbst wenns nur im Park ist, hört man immer Enten schnattern und Vögel zwitschern. Das musste jetzt zu Trainingszwecken leider mal ausfallen. 
Das vielleicht letzte bisschen Sonne tanken: heute am Rheinufer.
Also: Ich weiß, dass ichs kann. Jetzt muss ichs Sonntag nur noch machen. Nach dem Schwimmen und Radeln. Bin gespannt. 

Montag, 8. September 2014

Letztes Wochenende vorm Triathlon = Trainingsendspurt!

Das letzte Wochenende vor dem Triathlon. Die letzte "richtige" Möglichkeit, zu trainieren. Der Plan: am Samstag erst mal ab aufs Rennrad. Anschließend ein bisschen Koppeltraining, aber nur ganz kurz anlaufen. Abends schwimmen und Wasserball. Der Plan für Sonntag sah vor, dann richtig laufen zu gehen und eventuell nochmal auf der 50-Meter-Bahn zu schwimmen. Ganz schön straffes Programm! Hat natürlich auch nicht alles so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Extrem wichtig bei brennender Sonne: Sonnenbrille.
Good news: Ich habe einen Anzug. Es ist ein Einteiler, er passt und ich war wie gesagt Freitagabend schon damit laufen. Ich hatte verschiedene Modelle bei verschiedenen Shops bestellt und war der Verzweiflung schon ziemlich nah, als endlich dieses eine Paket eintrudelte. Irgendwie war ich gleich verliebt. Es passt, ist nicht soo schlimm, wie ich befürchtet hatte und war zudem noch knapp 40€ günstiger als UVP. Ha! Außerdem gabs übrigens ein Neukunden-Willkommensgeschenk, mit sowas haben sie mich ja immer gleich. War ein Turnbeutel, den werde ich mit Sicherheit am Sonntag einweihen. Der Anzug ist also dieser hier: Zoot Women's Performance Tri Team Backzip Racesuit (noch länger ging wohl nicht!), bestellt bei Rose. Ich glaube übrigens, es ist ein Zeichen, dass ich die Bestellung an dem Tag abgeschickt habe, an dem auch das neue Album von Zoot Woman rauskam. Ha.
Bei Crank Toys in Düsseldorf Angermund gabs neue Bremsbeläge für Gabi.
Rennradeln
Ich wollte damit unbedingt mal auf dem Rad gesessen haben und auch im Wasser gewesen sein. Deshalb gings wie geplant Samstagmittag mit Gabi los. Zuerst haben wir einen Abstecher zum Radshop unseres Vertrauens gemacht, denn schließlich hat die gute Gabi ja schon einige Jahre auf dem Buckel und ich war nicht sicher, ob ihre Bremsen wohl am Renntag durch die Kontrolle kommen würden. Benny vom Fahrradladen war da ähnlich unsicher und deshalb hat Gabi jetzt vorne und hinten nigelnagelneue Bremsbeläge. Sofort ausgetauscht und das Samstag kurz vor Ladenschluss - merci!
Kurze Wartezeit mit Papa während der Gabi-Reparatur.
Danach konnte es also richtig losgehen. Ich wollte bewusst kein Stück von der Triathlon-Radstrecke fahren, das haben wir jetzt wirklich oft genug gemacht. Seit ich die beiden Runden letzte Woche komplett gefahren bin, ist die Angst, das irgendwie nicht schaffen zu können, auch weg. Das Ziel am Samstag war wirklich nur Fahren um des Fahrens willen. Ich hätte gern eine lange Strecke ohne Ampeln gehabt, um mal richtig in die Pedale treten zu können, deshalb hat es uns zum Rhein gezogen. Obwohl das Wetter wirklich eklig aussah, hatten sich gefühlt drölftausend Menschen an die Promenade verirrt. Das war also mehr Slalom und Bremsen als alles andere. Wir waren echt nicht schnell unterwegs, aber dafür weit. Ich hatte Runtastic leider nicht die ganze Zeit mitlaufen und nach einem Stopp blöderweise vergessen, auf "Fortsetzen" zu drücken... deshalb kann ich nur schätzen und den Rest von Papas Runtastic dazu rechnen - es müssten in etwa 37 Kilometer gewesen sein.

Wir habens bis zum Rhein geschafft - Zeit für eine kleine Pause und ein paar Fotos.
Laufen
Danach gings für Gabi in die Garage, Laufschuhe an und los. So schnell ging das noch nie, bisher war immer mindestens eine Pipipause dazwischen. Dieses Mal nur ein paar Meter Gehen und dann habe ich mich gezwungen, zu laufen. Am Anfang wars nicht schön, die Waden haben ziemlich laut gebrüllt, dass ich mit dem Scheiß lieber sofort aufhören soll. Bin trotzdem gelaufen und es wurde besser. Nach dem Radeln laufen ist anfangs schlimm, aber dann beflügelt es irgendwie mehr, als nur zu laufen. Gut zu wissen! Trotzdem war nach 10 Minuten Schluss, nachdem der böse Anfang überstanden war. Aber genau so hatte ich mir das gedacht.


Schwimmen
Eigentlich hätten die Beine nach dem Radeln und kurz Laufen schon genug gehabt, aber samstags ist nun mal Wasserballtraining und das bedeutet: Schwimmbad ohne Eintritt. Super Sache, also hin da. Und zwar mit dem Einteiler, der sich auf dem Rad bisher gut geschlagen hatte. Ja, das Polster ist tatsächlich ziemlich dünn, aber so soll es ja sein. Und 20 Kilometer kann der Arsch auch einfach mal aushalten.

Ich habe beim Schwimmen nicht auf die Uhr geschaut. War außerdem sowieso im Hallenbad, also auf 25er Bahnen. Abgesehen davon, dass die rechte Schulter weh tat, liefs aber gut. Der Anzug stört beim Schwimmen nicht, auch der BH passt noch drunter und macht keinen Ärger. Hervorragend! Einzige Unsicherheit, die bleibt: mit dem nassen Ding aufs Rad setzen, aber das probier ich jetzt nicht auch noch aus. Irgendwas muss ja auch für Sonntag noch spannend bleiben! Ich bilde mir auf jeden Fall ein, dass der Einteiler mir Auftrieb verleiht (nein, keine Luftpolster). Den toten Mann konnte ich auf jeden Fall super.

Nach dem Schwimmen gab es noch ein enttäuschendes Wasserballspiel mit sage und schreibe fünf Teilnehmern (inklusive mir). Wir haben beschlossen, zwei gegen zwei auf ein Tor zu spielen - ratet wer im Tor war? Na klar, meine müden Beine und ich. War super.
Ganz ok für so einen Samstag!
Krafttraining & Spaziergang
Sonntag habe ich erst mal was Tolles gemacht: ausgeschlafen. Kommt auch viel zu selten vor. Leider habe ich beim Aufwachen festgestellt, dass die Beine noch schwerer waren als am Tag vorher - danke, Gabi! Also kein Laufen. Wirklich nicht. Auf Schwimmen hatte ich auch nicht schon wieder Lust und war außerdem der Meinung, dass es an meiner sagenhaft langsamen Zeit eh nichts mehr zu verbessern gibt - jedenfalls nicht jetzt noch. Und es läuft ja. Um mit dem komplett freien Tag nicht gar nichts anzufangen, war ich wenigstens im Fitnessstudio und habe brav meine Übungen für Nacken und Arme erledigt.


Ein bisschen Bewegungsdrang war anschließend noch da und das Wetter schön. Also hab ich mir das Pferd geschnappt und mit ihm einen Spaziergang gemacht - ja, einen Spaziergang. Sonntags. Bei schönem Wetter. Sowas, das alte Leute tun. Und es war wunderbar: Wir sind eine Stunde durch die Gegend gewandert, haben uns die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und Blumen genascht (ich nicht). Schön wars!

Sonntag, 7. September 2014

Freibadwetter

27° und Sonnenschein. Schön wärs, genau das Wetter war auch für Donnerstag angesagt. Abends waren es dann knapp über 20° mit ziemlich vielen Wolken. Freibadwetter! Haha. Natürlich war ich trotzdem dort, obwohl es erst mal gar nicht so einfach war, das richtige Bad zu finden. Ich wollte endlich mal auf 50-Meter-Bahnen trainieren - naja, eigentlich wollte ich nicht, aber habe inzwischen eingesehen, dass es sein muss. Das Schwimmbad, in dem das Rennen stattfindet, hat nur bis 20 Uhr auf. Ich arbeite bis 18 Uhr und müsste dann je nach Verkehr mindestens eine Stunde dort hin fahren - nicht gut. Also nach einem Bad in der Nähe der Arbeit gesucht - erfolglos. In Köln gibt es ein einziges Freibad mit langen Bahnen. Das hat im September allerdings bereits geschlossen. Ein Hallenbad gibts noch, das ist allerdings Leistungszentrum und damit nicht öffentlich. In Düsseldorf gibt es mit 50-Meter-Bahnen (noch) kein Hallenbad, aber zwei Freibäder - eines davon hatte bereits zu, aber da andere war tatsächlich noch geöffnet. Und zwar noch genau bis Sonntag. Glück gehabt!
Strandbad Lörick bei schönstem Badewetter.
Ich war nicht alleine, sondern hatte die lustige Cathrin als Begleitung dabei. Lustig deshalb, weil sie sich noch später als ich angemeldet hat - nämlich erst letzte Woche. Allerdings ist sie auch ungefähr drei mal so fit wie ich und davon daher: wird schon! Wir waren also im Freibad, obwohl das Wetter eher zu Tee und Wolldecken auf dem Sofa eingeladen hätte.

Zum Schwimmen gibts nicht viel zu berichten, daher die Kurzfassung:
1. Lange Bahnen sind lang.
2. Ich habe 14 Minuten für 500 Meter gebraucht. 14! Das zieht sich echt ordentlich.
3. Seit ich an "Daumen unten, kleiner Finger oben und Wasser wegschaufeln" denke, tut mir dabei die rechte Schulter weh. War auszuhalten, aber nervt.
4. Auf den paar gemütlichen Bahnen danach habe ich Krämpfe in beiden Händen bekommen, die waren nicht auszuhalten. Bin mit Fäusten geschwommen. Super effektiv.
5. Kaltes Wasser ist kalt.
6. Das war ein sehr kurzer Besuch im Freibad. Brrrrrr!

Also insgesamt: Schwimmen ist sehr langsam, aber werde ich schon schaffen. Ums Radeln mache ich mir auch nicht allzu viele Sorgen. Bleiben zwei Unbekannte: das Laufen und mein Kopf. Über den Kopf werde ich mir kommende Woche noch genug Gedanken machen können. Laufen war ich Freitagabend. Und zwar mit zwei Neuerungen: 1. meine Schwester, 2. der Anzug. Ja, ich habe endlich einen Einteiler gefunden, die ganze Odyssee schreibe ich bei Gelegenheit mal auf... Fürs erste mal damit draußen rumlaufen war es mir auf jeden Fall lieber, ein Shirt drüber zu ziehen.
Ungewohnter Anblick für mich: Laufhose, die überm Knie endet. Zum Glück schau ich mir selbst nicht beim Laufen zu. Das können andere übernehmen.
Die Runde war Mist. Freitag war plötzlich das Sommerwetter da, dass beim Schwimmen am Tag vorher schön gewesen wäre... 25° und Sonne war ich gar nicht mehr gewöhnt. Dazu dann blöderweise obenrum die zwei Schichten, die ich ja selbst so wollte. Dumm gelaufen. Dazu kam, dass wir viel zu schnell unterwegs waren: meiner Schwester wars zu langsam, mir zu schnell, mein richtiges Tempo habe ich irgendwie nicht gefunden. Nach nem Kilometer hatte ich schon keine Lust mehr, und zwar nicht nur ein bisschen kein Bock, sondern absolut keine Lust noch einen Fuß vor den anderen zu setzen. Verschnaufen, gehen, irgendwas anderes tun als laufen. War nix. Weiterlaufen.

Wir haben die Runde ziemlich abgekürzt, am Ende waren es nicht ganz 4 Kilometer, Pace 6:15. Der erste Kilometer sogar unter 6 Minuten. Zur Erinnerung: ich laufe normalerweise so 7, manchmal 6:40. Aber: Auch wenn ich mir von Anfang an nichts Schöneres als Gehen vorstellen konnte, hab ich irgendwie die Zähne zusammengebissen und bin gelaufen. Bis zum Ende. Hätte ich alleine nicht gemacht - danke Kaja, dass du mitgekommen bist, obwohl das für dich eher ein Spaziergang war.

Das Laufen ist also die einzige Disziplin, die mir Sorgen bereitet. Ziemliche sogar. Ja, ich habe das Lauftraining wirklich schleifen lassen. Es macht aber auch einfach keinen Spaß! Beim Rad ist das ganz anders: Ich habe von Anfang an die Geschwindigkeit gemocht, die Wechsel zwischen "die Seele aus dem Leib treten" und den Berg runter rollen lassen... Beim Laufen gibts keine Pausen, das ist einfach immer anstrengend. Ich würde nicht sagen, dass mir Berge inzwischen auf dem Rad Spaß machen, aber es ist irgendwie gut, sich anzustrengen und mit brennenden Beinen oben anzukommen. Beim Laufen brennen die Beine, die Lunge und der Kopf denkt die ganze Zeit: "Lass das sein, ich hasse die Scheiße." Beste Voraussetzungen für nächste Woche, was?

Donnerstag, 4. September 2014

Gabi, wir machen das schon!

Über das (übrigens noch immer bestehende) Klamottenproblem haben wir ja bereits gesprochen. Jetzt gibts was Positives zu berichten (ja, tatsächlich!): Ich denke, mit Gabi läuft es ganz gut. Also: ja, natürlich sind wir nicht besonders schnell. Aber es läuft und das Radeln bereitet mir für nächste Woche Sonntag (aaaaah!!) wirklich die geringsten Sorgen.

Grund dafür sind die letzten beiden Touren: Sonntag gut 25 km mit meinem Vater und Marcus, dem zweiten Irren, der sich einfach so für den Triathlon angemeldet hat. Ich weiß nicht, ob die beiden extra langsam gefahren sind oder nicht - jedenfalls lief es ganz gut. Nachdem die ersten Kilometer immer so eine Qual mit brennenden Beinen waren, bin ich dieses Mal bewusst erst mal 5 km ganz gemütlich gerollt. Hab auch erst danach runtastic eingeschaltet und so kamen dabei am Ende knapp 20 km in gut 49 Minuten rum, 24er Schnitt. Das ist ok fürs erste, meine ich! (nochmal zur Erinnerung: bis vor 3 Wochen habe ich niemals auf einem Rennrad gesessen und das war erst die insgesamt fünfte Ausfahrt mit Gabi). Spitze waren hier übrigens 47,7 km/h, die 50 knacken wir irgendwann auch noch ...
Während der Fahrt. Natürlich ganz langsam.
Die Berge auf der Triathlon-Radstrecke (ja, ich möchte "Berge" dazu sagen, als Flachländer darf ich das!) haben so langsam etwas von ihrem Schrecken verloren. Trotzdem blieb immer dieser Gedanke im Hinterkopf: "Du musst den Eggerscheidter Scheißberg zwei Mal hoch! ZWEI MAL!" Einmal ist schon scheiße. Deshalb wollte ich das unbedingt vor dem Wettkampftag zumindest beim Training mal gemacht haben - also zwei Mal.

Dienstag war es dann so weit: Gabi und Papas Cityraddingsbums in den Transporter gepackt, zum Start gefahren und dann die komplette Runde. Zwei Mal. Okay, es fehlte ein Stück, weil man bei einer Abbiegung in die eigentlich falsche Richtung fahren und nach einer Weile eine 180°-Wendung hinlegen muss. Das wollte ich auf der Landstraße dann lieber nicht üben, der Teil ist aber kurz und harmlos (bis auf die Wende, fürchte ich). Ich bin vorher auf dem Parkplatz ein paar Meter gefahren, aber richtig warm war ich natürlich nicht. Deshalb war die erste Runde auch anstrengender als die zweite - und nicht nur für die Beine, sondern auch für den Kopf. Ich muss mir zwei Gedanken beim Radeln wirklich absolut verbieten: 1. "Och nööö, das ist jetzt schon voll anstrengend und gleich musst du auch noch laufen!" und 2. "Der schlimme Berg liegt noch vor dir und da musst du zwei Mal rauf!"
Nicht besonders schön anzusehen die Strecke: hin, zurück, hin, zurück.
Also kurz: die erste Runde war ok. Die zweite war super. Wir haben knappe 48 Minuten gebraucht, dabei wie gesagt einen kleinen Teil ausgelassen, aber auch an absolut jeder Ampel ewig gestanden. Das beruhigt mich echt, weil ich nicht damit gerechnet hatte, kürzer als eine Stunde für die Radstrecke zu brauchen. Es sieht danach aus, als wäre etwas unter 50 Minuten drin, vielleicht sogar 45 ohne Ampeln. Wenn ich es schaffe, beim Rennen in diesem Tunnel zu sein, wo alles außenrum egal ist und man einfach nur trampelt und atmet, dann kann nicht mehr viel schiefgehen. Zumindest beim Radfahren.

Mittwoch, 3. September 2014

Was zieh ich bloß an?

Sprechen wir doch mal über das Klamotten-Problem. Als ich mich vor ein paar Wochen für den Triathlon angemeldet habe, war die erste große Sorge: "Ich habe kein Fahrrad!" und direkt danach kam: "Was zieh ich überhaupt an?!" Da der Termin ja nun erschreckend näher rückt, musste ich mich wieder mit der Frage beschäftigen und habe inzwischen einiges ausprobiert.
Wäre irgendwie schön, wenn gar nicht erst unnötig viel Schmerz auftreten würde.
Der Plan sah so aus: Im Badeanzug schwimmen. Radhose und Shirt drüber ziehen, irgendwie Socken an die Füße zaubern, Radschuhe drüber und ab dafür. Zum Laufen dann später nur die Schuhe wechseln (ja, und Helm ausziehen). So weit so gut. Problem Nummer 1: Wo an der Stelle kommt der Sport-BH ins Spiel? Wenn man nicht gerade Körbchengröße A hat, braucht man den nun mal - ganz ehrlich, beim Sport bin ich wirklich neidisch auf alle Frauen mit quasi nicht vorhandenen Brüsten. Und beim Blusen-Kaufen! Das wars dann aber auch.

Ich habe jedenfalls nicht vor, mich in der Wechselzone komplett umzuziehen. Etwas drüberziehen - ja. Etwas ausziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht den Badeanzug. Also Sport-BH unter den Badeanzug. Habe ich direkt mal beim letzten Schwimmen erprobt - spürt man gar nicht. Überraschend, denn ich merke eigentlich alles und mich stört auch alles, das anders als sonst ist. Aus dem Grund habe ich das Neoprenband für den Zeitmessungschip nämlich testweise auch schon mal zum Schwimmen angezogen und das kleine Ding am Bein hat mich unheimlich genervt. Zurück zum BH: wie gesagt beim Schwimmen selbst überhaupt kein Problem. Sieht nur schön blöd aus, weil er am Rücken nicht genauso geschnitten ist wie der Badeanzug, aber was solls. Ich fürchte, nervig wird der BH erst, sobald ich aus dem Wasser raus bin. Trocknen tut das Scheißding nämlich mal gar nicht. Samstagabend nach dem Schwimmen habe ich ihn im Badezimmer pitschnass aufgehängt - Sonntagmittag war er immer noch nass. Da trocknet ja der Badeanzug selbst schneller.
Ich bin übrigens nur noch am Waschen. Ununterbrochen. Der Wäsche-Kreislauf ist unendlich.
Nächster Test: Mit Badeanzug drunter radeln. Hab ich am Wochenende ausprobiert, allerdings mit trockenem BH und trockenem Badeanzug - wir wollens ja nicht gleich übertreiben! Und: lief scheiße. Schon beim Gehen wars so nervig, dass ich froh war, als ich endlich auf dem Rad saß. Aber nicht lange. Der Spaß scheuert nämlich so richtig. Und zwar genau da, wo es weh tut ist. Ich glaube, ich könnte das für 20 Kilometer so gerade eben aushalten - aber schön ist es nicht und laufen ist danach unmöglich. Echt mal.

Ja, schöne Scheiße. Ich fürchte, ich brauche einen Anzug, in dem man alles machen kann: Schwimmen, Radfahren, Laufen. Problem 1: Das (nie vorhandene) Budget ist eigentlich schon seit dem Kauf von Gabi aufgebraucht. Problem 2: Einen passenden Ein- oder Zweiteiler finden, mit dem ich mich auch noch vor die Tür traue. Naja, sind ja noch eineinhalb Wochen Zeit. Hilfreiche Tipps? Gerne!

Montag, 1. September 2014

Brustschwimmen für Beginner

Das Ende der Sommerferien ist Mist, weil die Autobahnen jetzt wieder so elendig voll sind. Das Gute zum Ferienende ist aber auf jeden Fall: Die Wasserball-Sommerpause ist auch vorbei. Hurra! Und weil das letzte Schwimmtraining auch schon wieder eine Woche her war, bin ich diesen Samstag extra schon 45 Minuten früher im Schwimmbad aufgeschlagen. Nachteil: Hallenbad. Oh, wie sehr habe ich dem Freibad und dem Sonnenbad nach dem Bahnenziehen hinterher geweint. Naja, kann man nichts machen.

Direkt vorweg: Ich habe weder Bahnen gezählt noch auf die Uhr geschaut. Keinen blassen Schimmer, wie weit ich geschwommen bin und ob die Zeit für 500 Meter mal so langsam endlich im annehmbaren Bereich liegt (wo ist der überhaupt?). Schätze eher nicht. Aber: Ich habe einen Mannschaftskollegen gebeten, mal einen Blick darauf zu werfen, wie ich schwimme und was ich verbessern kann. Denn theoretisch kann ichs ja, ich habe früher selbst Schwimmunterricht gegeben und Kindern vom Seepferdchen bis zum Junior-Retter alles Mögliche beigebracht. Hilft einem praktisch nur absolut gar nicht, wenn man nicht gegen einen Spiegel schwimmt. Und so ein Hallenbad ist ja keine Reithalle.

Symbolbild.

Der Kollege (danke übrigens, Sven) hat dann natürlich auch gleich einige Sachen festgestellt. Wir reden immer noch vom Brustschwimmen, wie gesagt, Kraulen ist die nächste große Baustelle, die aber nicht mehr in den noch verbleibenden zwei (!!) Wochen behoben wird. Punkt 1: Atmung. Ich atme unregelmäßig aus. Also schon vor jedem Einatmen (besser ist das), aber eben manchmal über und manchmal unter Wasser. Komischerweise fällt es mir beim Kraulen leichter, ins Wasser zu atmen als beim Brustschwimmen. Punkt 2: Arme. Wasser wegschaufeln ergibt ja nur Sinn, wenn die Arme auch so gedreht sind, dass sie sich wie Schaufeln benutzen lassen: Daumen unten, kleiner Finger oben, Handflächen nach außen. Ich habe wohl teilweise mit den Händen horizontal durchs Wasser gewischt, nicht gerade effektiv. Punkt 3: Beinschlag. Manchmal etwas zögerlich und mit einem kleinen Stocken darin. Ich schätze das liegt daran, dass ich die meiste Zeit beim Schwimmen über die Beine nachdenke. Über alles, was ich mal über Stoß- und Schwunggrätsche gehört habe, über die Stellung der Füße, über dieses und jenes. Vielleicht ab jetzt einfach mal machen.

Nachdem ich die drei Dinge gehört hatte, habe ich die nächsten Bahnen gezogen und mich dabei gefühlt, als hätte ich soeben schwimmen gelernt. Wie soll man denn bitte an alles gleichzeitig denken? Arme eindrehen, Beinschlag flüssig, wann hab ich jetzt eigentlich ausgeatmet? Hilfe. Ist doch gar nicht mal so einfach, nach Jahren an automatisierten Bewegungsabläufen etwas zu verändern - und dann dabei direkt an drei Sachen gleichzeitig zu denken. Sofort gemerkt habe ich auf jeden Fall, dass die Schultern mit der neuen Armstellung jetzt mehr zu tun haben. Na prima, ist ja noch unheimlich viel Zeit zu üben und sich daran zu gewöhnen. Nicht.

Äh tja diese Eule war auch schon mal mit im Schwimmbad.

Der Plan ist, diese Woche nochmal abends schwimmen zu gehen und dann kommenden Samstag wieder vorm Wasserballtraining. Das lief übrigens ganz gut - wir sind ja eine Spaß-Mannschaft und machen eher Trainingsspiele als irgendwas anderes. Ich war die meiste Zeit im Tor (nein, normalerweise kann man da nicht stehen), das war ganz gut für den Puls und hat Spaß gemacht.

So, das nächste Mal müssen wir mal über Klamotten reden. Der Triathlon macht mich fertig. Was man sich da alles überlegen muss! Und hat eigentlich schon mal irgendeine Frau Tipps geschrieben? Ich lese ständig nur: "Was man als Anfänger braucht: Badehose, Radhose, Trikot." Witzig!