Sonntag, 30. August 2015

2 Wochen bis zur Kurzdistanz: wie läufts denn so?

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Noch zwei Wochen bis zum Ratingen Triathlon. Meiner ersten Kurzdistanz. Zeit, mal kurz zu rekapitulieren, wie es denn gerade so läuft. Gefühlt im Moment: gar nicht mal so gut.

Die Kurzdistanz in Ratingen bedeutet 1000 m schwimmen, 40 km radeln, 10 km laufen. Und da gibts einige Unsicherheiten: Kann ich 1000 m unter 30 min kraulen, ohne dabei komplett wahnsinnig zu werden, weil ich die letzte im Wasser sein werde? Wie schaffen meine Beine die recht hügelige Radstrecke gleich 4x? Und das wichtigste: Wie sehr kann und will ich mich auf der Laufstrecke danach noch quälen? Grob kalkuliert werde ich länger als drei Stunden insgesamt brauchen. Das erste Mal 1000 m am Stück gekrault bin ich vor einigen Wochen und das hat ganze 28 min gedauert - hier ist noch ziemlich viel Luft nach oben. 40 km radeln geht gut in 90 min, allerdings auf flacher Strecke - wenn die Angaben von Strava stimmen, bedeuten 4 Runden insgesamt 600 hm. Meine letzte offizielle 10-km-Zeit ist aus dem April: 64 min. Aktuell könnte ich die bei einem reinen Lauf bestimmt unterbieten, aber keine Ahnung, wie das nach mindestens zwei Stunden Belastung vorab so aussieht.


Nachdem die letzte Volksdistanz in Gladbeck Anfang Juni ja nicht ganz so nach meinen Vorstellungen lief, weil ich am Ende nicht durchlaufen konnte, wollte ich die Kurzdistanz etwas besser organisiert angehen. Zum Beispiel mit einem Trainingsplan. Im Idealfall mit einem, den jemand geschrieben hat, der davon was versteht. Die Finanzen haben mir dann einen Strich durch die Rechnung gemacht: Zwischen 50 und 80 € pro Monat kann ich zurzeit einfach nicht ausgeben, damit mir jemand aufschreibt, was ich wann zu trainieren habe. Also ist mein Trainingsplan Marke Eigenbau und enthält auch keine Einheiten, sondern ist nur das Grundgerüst, an welchem Wochentag ich schwimme, radele oder laufe. Das ist schon mal deutlich organisierter als bei meinen beiden Volksdistanzen, aber natürlich weit entfernt vom Nonplusultra. Vorab: ich hab mich sowieso kaum an den Plan gehalten. Das wäre garantiert auch nicht anders gewesen, wenn ich dafür Geld ausgegeben hätte. Wichtig ist ja, ob ich damit zufrieden bin, was am Ende rauskommt. So viel zur Theorie. Was macht die Praxis?

Swim
Anfang des Jahres bis Juni war ich regelmäßig 2x die Woche schwimmen. In Gladbeck war das meine leichteste Disziplin - ich kam mit dem Gefühl aus dem Wasser, noch ewig weiterschwimmen zu können. Das ging für mich einigermaßen flott und fühlte sich einfach gut an. Dann ist mein Vereinsschwimmbad in die Sommerpause gegangen, so dass ich aufs öffentliche Freibad ausweichen musste. Aus zwei Terminen pro Woche wurde nur noch einer - denn kein Mensch geht im Sommer am Wochenende ins Freibad, um zu schwimmen. Meine wöchentliche Schwimmeinheit freitags ist seit Anfang Juli nur 1x ausgefallen und wurde 1x in den See verlegt. Trotzdem vermisse ich den zweiten Schwimmtag und fühle mich bei weitem nicht mehr so fit wie vor der Sommerpause. Mein Hallenbad hat jetzt wieder geöffnet, wir haben also wieder Vereinsschwimmen. Die nächsten beiden Wochen bleiben mir noch, um alles aufzuholen, was im Sommer irgendwie verloren gegangen ist.


Die Fakten: Ich bin die 1000 m schon am Stück gekrault, ich bin dabei nicht schnell, aber unter der vorgegebenen Zeit von 30 min. Ich werde die Strecke schaffen, zur Not mit Brust am Ende, wenn es gar nicht anders geht. 


Bike
Bruno fühlt sich gut an. Ich freunde mich mit ihm an, bin schon 100 km an einem Tag geradelt und kann jetzt Reifen wechseln. Im Rennen möchte ich das trotzdem auf keinen Fall machen müssen. Ursprünglich sah mein dilettantischer Trainingsplan vor, dass ich 2x pro Woche auf dem Rad sitze: 1x unter der Woche und 1x am Wochenende. Das hat in genau 2 der letzten 8 Wochen funktioniert. Es gab zwei Wochen, in denen ich kein einziges Mal geradelt bin. Meistens war ich 1x die Woche für 1-3 Stunden auf dem Rad. Die letzte Ausfahrt waren 60 km mit Hügeln und Wind, nach 40 km war ich so erschöpft, dass ich den Rest nur noch im Schneckentempo nach Hause gerollt bin. Oft genug habe ich meinen Plan also über den Haufen werfen müssen, weil der Körper nach Pausen verlangt hat. Was noch aussteht: Da die Radstrecke in Ratingen ja wirklich nicht gerade die einfachste ist, möchte ich sie allein für den Kopf vorher unbedingt 4x hintereinander abfahren.

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Die Fakten: 40 km radeln sind an sich kein Problem, Bruno macht auf Anstiegen mehr Spaß als Gabi. Ich hätte mehr trainieren können, aber es wird zu schaffen sein. Den Hügel rauf nach Eggerscheidt werde ich hassen, spätestens in der dritten Runde.


Run
Wäre der Triathlon vor vier Wochen gewesen, hätte ich mich bombastisch vorbereitet gefühlt. Das war Anfang August, vielleicht hätte ich doch in Sassenberg starten sollen... Ich konnte locker 12-13 km laufen und hatte oft dieses Gefühl, dass es zwar anstrengend, aber gut auszuhalten ist. Dass es ewig so weitergehen könnte. Der Trainingsplan wollte 3x pro Woche laufen, tatsächlich war ich meistens 2x, manchmal nur 1x,  manchmal 3x. Ich habe mich bisher nicht an Intervalle ran getraut und ich laufe ohne Pulsuhr. Ich laufe einfach. Mal länger, mal kürzer, mal schneller, mal langsamer. Mal lockerer und in letzter Zeit sehr häufig auch wieder leidender. Nachdem ich ein paar Tage krank und eine Woche lang nicht laufen war, fühlte sich der erste Lauf danach an wie der erste überhaupt. Ich musste Gehpausen einlegen und kam gefühlt überhaupt nicht vom Fleck. Dann gab es noch einen kleinen Ausflug in den Grafenberger Wald, der nicht umsonst so heißt. Die Hügel haben mir schon nach einem Kilometer den Rest gegeben, so dass die komplette Runde nur vier Kilometer lang (bzw. kurz) war und ich danach echt durch war. Da war es wieder, das Gefühl, dass mich bei schlechten Läufen beschleicht: "Wieso machst du das überhaupt? Du bist keine Läuferin! Geh lieber. Gehen wäre sooo viel angenehmer!"



Aber wenn es beschissen läuft, wird es auch irgendwann wieder besser. Und so hatte ich Freitagabend Lust auf einen langen Lauf. Also hab ich mir meinen Vater geschnappt und bin mit ihm um zwei Seen gelaufen - eigentlich habe ich mich von ihm ziehen lassen, denn alleine wäre ich bestimmt langsamer gewesen und hätte alle paar Meter für ein Foto angehalten, weil der See in der Abendsonne wirklich toll aussah. Es sind 13 km in 1:26 Std. geworden - ich bin absolut zufrieden. Klar wars anstrengend, am meisten ab Kilometer 11, als sich plötzlich die Hüften und ein Knie gemeldet haben. Aber davor war ich komplett schmerzfrei und bin froh, dass es wieder läuft.



Die Fakten: Die 10 km haben ihren Schrecken verloren. Auch wenn die letzten kürzeren Läufe beschwerlich waren, weiß ich, dass ich die Distanz eigentlich locker schaffe. Aber ich weiß noch gut, wie ich bei den Volksdistanzen mit den 5 km gekämpft habe - wie sich 10 km nach mehr als zwei Stunden schwimmen und radeln so anfühlen, weiß ich erst in zwei Wochen. Ich fürchte: hart.

Und sonst so?
Eigentlich wollte ich das Krafttraining weiter machen, was mir beim Schwimm-Wiedereinstieg echt geholfen hat. Etwas Stabi für die Rumpfmuskulatur ist auch nie verkehrt. Das ist aber echt langweilig und ich zwinge mich dazu zurzeit nicht. Ins Fitnessstudio habe ich keine Lust abends nach der Arbeit noch zu fahren (ist leider nicht gerade um die Ecke, sondern bedeutet einen Umweg von insgesamt 40 km), außerdem habe ich gemerkt, dass ich mehr als einen Abend Ruhe brauche. Und das bedeutet wirklich Kopf ausschalten, auf die Couch setzen, Serien gucken, früh schlafen. Ich will trotzdem versuchen, ein paar Übungen zuhause fest zu integrieren, aber im Moment bereitet mir eine zusätzliche Verpflichtung nur Stress, also: muss jetzt so gehen. Auf die Blackroll schaffe ich es zuhause immerhin von Zeit zu Zeit und ich habe das Gefühl, das tut richtig gut.


Koppeltrainings habe ich auch vernachlässigt - und zwar sehr. Eigentlich darf man keinem erzählen, dass ich bisher seit Gladbeck nur ein Mal gekoppelt habe. Diese Einheit war dafür wirklich gut: Der Lauf war nur knappe 5 km lang und natürlich anstrengend. Ziemlich anstrengend. Aber ich konnte trotzdem alle Gedanken an Gehpausen verscheuchen und den Punkt erreichen, an dem das Laufen wieder erträglicher wird. 1-2x koppeln steht in den nächsten zwei Wochen noch an - wenn es noch einmal gut klappt, kann ich für das Minimum an Training wohl ganz zufrieden sein.

Fazit
Ich habe kein einziges Mal schwimmen, radeln oder laufen ausfallen lassen, weil ich keine Lust hatte. Manchmal habe ich erst beim Umziehen gemerkt, dass ich eigentlich keinen Bock auf Laufen habe. Ich bin dann trotzdem gegangen und es war gut. Das Training ist selbstverständlich geworden. Ausgefallen sind Einheiten nur dann, wenn der Körper eine Pause brauchte - nicht der Kopf. Schwimmen war nicht optimal, weil die Sommerpause meinen festen Dienstag und Samstag im wundervoll leeren Vereinsschwimmbad durcheinander gebracht hat. Beim Radeln bin ich ziemlich wetterabhängig und auch ortsabhängig, weil ich Bruno gefühlt ständig durch die Gegend transportiere. Gelaufen bin ich, wenn ich gesund war, immer. Zum Beispiel durch herbstlichen Dauerregen mitten im August.

Eine Woche unfreiwillige Trainingspause hat mir eine Infektion an den Händen, vermutlich aus dem Schwimmbad, beschert.
Klar, es könnte immer besser laufen. Ich habe nicht alles gegeben; ich hätte mich beispielsweise zu mehr Stabi-Einheiten zwingen können. Ich hätte einen vernünftigen Plan ausarbeiten und mich durch Tempoläufe, Intervalle und was weiß ich nicht alles quälen können. Ich weiß, dass vieles hätte besser sein können, aber ich starte, um anzukommen. Um gut durchzukommen. Und das werd ich. Hoffentlich.

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