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Donnerstag, 4. April 2019
Rennradfrauen: Wir sind viele!
Vor ein paar Wochen habe ich auf Instagram die Frage gestellt, wieso die Frauenquote bei Jedermann-Radrennen so niedrig ist - bei Rund um Köln beispielsweise knapp um die 10 Prozent insgesamt. Ich dachte, vielleicht würde eine Handvoll Leute reagieren, wenn überhaupt. Tatsächlich hat mich die Flut der Reaktionen ziemlich umgehauen, denn mir haben unheimlich viele Frauen und auch einige Männer geschrieben. Auf Insta als direkte Antwort auf die Frage, als private Nachricht oder extra per E-Mail. Das Thema scheint auf jeden Fall zu bewegen und daher möchte ich die häufigsten Antworten noch einmal mit euch teilen und weiterhin Ideen sammeln, wie wir das ändern könnten. Dieser Artikel ist eingebettet in die Aktion "Frauen im Sport", die Hannah von den Ausdauercoaches ins Leben gerufen hat. Meinen Steckbrief für das Projekt findet ihr hier. Ich freue mich, einen kleinen Teil beitragen zu können!
Nicht alles, was folgt, ist meine Meinung. All das haben mir Frauen als Gründe geschrieben, weshalb sie selbst nicht an Radrennen teilnehmen oder was sie glauben, weshalb die Frauenquote bei Rennen so gering ist:

- Mit Abstand häufigste Antwort: "ich bin zu untrainiert", "ich bin nicht fit genug"
- Zweithäufigste Antwort: "ich habe Angst, zu langsam zu sein"
- "ich glaube, viele trauen sich nicht"
- Mehr Männer als Frauen fahren Rennrad
- Angst vor Klickpedalen und der Geschwindigkeit
- Angst vor dem Fahren in der Gruppe
- Angst vor Stürzen im Getümmel
- "ich habe noch nie darüber nachgedacht"
- "ich habe keine "Buddies" zum Biken und möchte nicht alleine bei Events fahren"
- gemeinsamer Start mit den Männern
- Frauen denken, Männer würden rabiat fahren
- Frauen sind gescheiter und wissen, wie gefährlich das ist
- mangelnde Wertschätzung gegenüber Radfahrerinnen
- keine Lust
- Frauen genießen den Sport und wollen sich nicht miteinander messen
Puh, das hat mich teilweise, vor allem bei der Häufung der immer wieder gleichen Antworten, ganz schön ins Grübeln gebracht. Keine Lust - kein Ding! Keiner sollte sich zu irgendetwas gezwungen fühlen, nur weil es gerade scheinbar alle machen. Wenn aber strukturelle Gründe dazu führen, dass bestimmte Gruppen sich etwas nicht zutrauen, dann beschäftigt mich das. Und zwar so sehr, dass ich mir den Kopf darüber zerbreche, wie sich das verändern lässt. Deshalb habe ich auch euch gefragt, was Veranstalter und Radfahrer/innen ändern müssten. Heraus kam dabei das:
- Frauentouren organisieren
- sich gegenseitig motivieren
- respektvoll miteinander umgehen, besonders die schnelleren mit den langsameren Frauen
- Ehrungen für Frauen (auch bei kleinen Veranstaltungen mit wenigen Starterinnen)
- getrennte Starts für Männer und Frauen
- Vorbilder sichtbar machen

Vor allem der letzte Punkt motiviert mich immer wieder, mit dem Blog und auf Social Media weiterzumachen. Weiterhin Geschichten zu erzählen, zu zeigen was möglich ist, mit Ideen und "einfach mal machen" anzustecken. Hin und wieder bekomme ich Mails, in denen steht: "Du hast mir Mut gemacht, deshalb habe ich mich für XYZ angemeldet". Das freut mich unglaublich! Macht euch gegenseitig weiterhin Mut! Ich möchte nicht akzeptieren, dass es anscheinend häufig ein weibliches Problem ist, sich selbst zu unterschätzen. Die in den meisten Rennen auf den kurzen Strecken geforderte Mindestdurchschnittsgeschwindigkeit liegt um die 25 km/h. Wer da im Training bei ähnlichem Höhenprofil auch nur halbwegs dran kommt, wird bei gesperrten Straßen, mit Windschatten und Adrenalin keine Probleme haben. Niemand muss also absurd schnell sein, um ein Rennen zu fahren. Man muss sich nur trauen! Bei Läufen oder Triathlons tritt man ja auch ohne Probleme als Breitensportler an. Ich habe jedenfalls noch keinen 10-Kilometer-Läufer gehört: "Ich bin zu langsam, ich habe sowieso keine Chance, vorne mitzulaufen, also lasse ich es lieber."
Thema Vorbilder: Bei vielen der großen Jedermann-Rennen gibt es auch ein Profirennen, spontan fallen mir beispielsweise Rund um Köln, Eschborn-Frankfurt und Hamburg ein. Müsste es nicht konsequenterweise auch Frauenprofirennen im gleichen Kontext geben?
Seit dieser Umfrage sprüht mein Kopf vor Ideen, manche davon sind Hirngespinste und andere werden gerade Realität. Das werden sie aber nur, wenn man nicht nur davon redet, sondern auch Sachen macht: Heute Abend findet deshalb in Köln bei einem Bierchen die erste "Rund um Köln | Frauenrunde" statt. Ich habe mir gedacht, wenn Unsicherheit anscheinend bei vielen ein großes Thema ist, dann hilft es vielleicht, Frauen zusammen zu bringen. Ein Streckentest mit der Frauenrunde folgt Ende des Monats. Danach kann auf jeden Fall keine mehr sagen, sie kenne keine, mit der sie bei Events fahren könne ;-)
Ich würde die Diskussion gerne weiter anstoßen und freue mich auf eure Kommentare auf Facebook, Instagram oder Twitter: Was müsste passieren, damit mehr Frauen an den Startlinien stehen?
Fotos: Neil Baynes für Rund um Köln
Werbung: Wahrscheinlich ist dieser Artikel genau wie das Engagement in Köln Werbung. Die Frauenrunden sind in Absprache mit dem Rund um Köln Škoda Velodom Orgateam entstanden, jedoch auf meine Initiative hin und ohne Gegenleistung. Ich werbe dafür, sich den Sprung ins kalte Wasser zu trauen und mal bei Events teilzunehmen. Ich werbe auch für gegenseitige Bestärkung, für Mut und für das Bilden von Rudeln.
Thema Vorbilder: Bei vielen der großen Jedermann-Rennen gibt es auch ein Profirennen, spontan fallen mir beispielsweise Rund um Köln, Eschborn-Frankfurt und Hamburg ein. Müsste es nicht konsequenterweise auch Frauenprofirennen im gleichen Kontext geben?
Seit dieser Umfrage sprüht mein Kopf vor Ideen, manche davon sind Hirngespinste und andere werden gerade Realität. Das werden sie aber nur, wenn man nicht nur davon redet, sondern auch Sachen macht: Heute Abend findet deshalb in Köln bei einem Bierchen die erste "Rund um Köln | Frauenrunde" statt. Ich habe mir gedacht, wenn Unsicherheit anscheinend bei vielen ein großes Thema ist, dann hilft es vielleicht, Frauen zusammen zu bringen. Ein Streckentest mit der Frauenrunde folgt Ende des Monats. Danach kann auf jeden Fall keine mehr sagen, sie kenne keine, mit der sie bei Events fahren könne ;-)
Ich würde die Diskussion gerne weiter anstoßen und freue mich auf eure Kommentare auf Facebook, Instagram oder Twitter: Was müsste passieren, damit mehr Frauen an den Startlinien stehen?

Fotos: Neil Baynes für Rund um Köln
Werbung: Wahrscheinlich ist dieser Artikel genau wie das Engagement in Köln Werbung. Die Frauenrunden sind in Absprache mit dem Rund um Köln Škoda Velodom Orgateam entstanden, jedoch auf meine Initiative hin und ohne Gegenleistung. Ich werbe dafür, sich den Sprung ins kalte Wasser zu trauen und mal bei Events teilzunehmen. Ich werbe auch für gegenseitige Bestärkung, für Mut und für das Bilden von Rudeln.
Mittwoch, 8. März 2017
Kooperationen: wieso, weshalb warum? Mehr Transparenz, bitte!
Manchmal möchte ich Dinge erklären, nach denen gar keiner gefragt hat. Manchmal ist das sicher Quatsch - aber in diesem Fall glaube ich, es kann nicht schaden, alle auf den gleichen Stand zu bringen. Ich habe bei Unterhaltungen im Freundes- und Bekanntenkreis festgestellt, dass das Wissen zum Thema Blogger und Zusammenarbeit mit Unternehmen doch sehr unterschiedlich ist. Weil mir wichtig ist, dass meine Leser (also du!) wissen, wie ich dazu stehe und vor allem, warum, möchte ich dazu einmal meine Sicht schildern.
Ich schreibe aber schon lange nicht mehr nur für mich - wahrscheinlich habe ich das nie gemacht, weil meine Geschichte von Anfang an öffentlich war - seit dem Entschluss, Laufschuhe zu kaufen. Jeder kann hier mitlesen: Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, Internet-Bekanntschaften, Leute die mich mögen, Leute, die mich nicht mögen. Ich schreibe also auch für dich. Vielleicht, weil du zufällig auf irgendeinem Social-Media-Kanal über mich gestolpert bist, weil du vielleicht einen ähnlichen Weg gehst, weil du Ratschläge oder Erfahrungsberichte suchst. Vielleicht kennen wir uns aber auch schon seit Ewigkeiten, vielleicht bist du neugierig, wie meine Geschichte weiter geht. Vielleicht bist du auch missgünstig und hoffst, dass endlich mal was so richtig schief läuft - ich weiß es ja nicht, vielleicht. Vielleicht interessierst du dich auch gar nicht so brennend für Sport, vielleicht auch nicht für mich, vielleicht magst du einfach nur meinen Schreibstil und findest meine Artikel unterhaltsam.
Ich schreibe also für mich. Und ich schreibe für dich. Inzwischen schreibe ich auch für Unternehmen. Nicht immer, aber manchmal. Sponsored Posts entstehen in Kooperation mit Firmen - entweder, weil sie mich oder ich sie kontaktiert habe. Unternehmen profitieren von Links auf ihre Website - gut für die Suchmaschinenoptimierung und gut, wenn Menschen den Links folgen und sich für Produkte oder Veranstaltungen interessieren. Oder wenigstens schon einmal davon gehört haben. Diese Artikel sind üblicherweise vergütet, das heißt, ich stelle sie dem Kooperationspartner in Rechnung. Dass ich für eine Berichterstattung Geld bekomme, heißt nicht, dass jemand anderes den Inhalt des Artikels bestimmt. Was genau ich schreibe, entscheide ich selbst. Man könnte sagen: Die Tatsache, dass ich über etwas schreibe, ist käuflich - aber das Wie nicht. Denn wenn jemand möchte, dass ich Laufschuhe teste und davon erzähle, dann kann es auch vorkommen, dass ich die Schuhe beschissen finde.
Zurück zum Blog und für wen ich schreibe. Wichtig ist mir dabei: Alle drei Bereiche überschneiden sich. Ich schreibe niemals nur für mich, sondern habe mögliche Leser immer im Hinterkopf. Du wirst hier auch niemals einen Artikel lesen, der nur unterhaltsam ist und aus dem ich für mich selbst nichts mitnehmen konnte, in dem nichts Persönliches von mir drinsteckt. Und es wird auch keinen Artikel geben, nur um einem Unternehmen (oder meinem Konto) einen Gefallen zu tun, der völlig an mir oder dir vorbei geht. Ich wähle also sehr genau aus, worüber ich schreiben möchte und worüber nicht. Wie ich dann etwas bewerte, was ich für ein Fazit ziehe - das bleibt meine unabhängige Entscheidung.
Neben einer kurzfristigen Zusammenarbeit gibt es auch längerfristige Projekte, wie beispielsweise im letzten Jahr mit Velothon und Cyclassics und in diesem Jahr ab sofort mit SiS - Science in Sport. Zum sich-benutzen-Lassen als Markenbotschafter gibt es sehr geteilte Meinungen. In der Bewerbungsphase für die Asics Frontrunner beispielsweise habe ich Kommentare gelesen, die jenseits von Gut und Böse waren. Wahrscheinlich ist es etwas kurz gedacht, den Kritikern puren Neid zu unterstellen. Mit Sicherheit haben die Bedenkenträger nicht ganz Unrecht, wenn sie meinen, dass Marken davon oftmals stärker profitieren als die Botschafter, die ein Paar Laufschuhe, Startplätze oder Energy Gels bekommen. Dennoch sehe ich in solchen Modellen auch eine Chance: auf Unterstützung für Training oder Wettkampf, Kontakte online und offline, Erlebnisse, etwas Neues auszuprobieren. Wichtig ist, dass man hinter dem stehen kann, was man da in die Kamera hält. Wenn man sich dafür nicht verbiegt, spricht für mich nichts dagegen. Und mal ehrlich: Es ist mir scheißegal, ob auf meiner Trinkflasche nun SiS, Erdinger Alkoholfrei oder Fortuna Düsseldorf steht - auf den Inhalt kommt es an. Nur beim FC Bayern sähe das etwas anders aus.
Ich hoffe, der Artikel bringt ein wenig Licht ins Dunkel - wenn noch Fragen offen sind, nur zu. Ansonsten freue ich mich weiterhin über Rückmeldungen und Interaktionen und vor allem auf eine spannende Saison. Bis bald!
Für wen schreibe ich eigentlich?
2014 habe ich angefangen zu laufen und gleichzeitig jeden Schritt - egal ob vorwärts oder rückwärts - hier zu dokumentieren. Am Anfang als Verpflichtung für mich selbst, weil gute Vorhaben sich oftmals leichter umsetzen lassen, wenn man sie laut ausspricht und weil etwas sozialer Druck in dem Fall auch nicht schaden konnte. Ich habe also in erster Linie für mich geschrieben. Und das mache ich immer noch häufig - vor allem nach Rennen, nach denen ich unzufrieden bin und nicht so recht weiß, warum, hilft mir das Schreiben, meine Gedanken zu sortieren, mir eine Meinung zu bilden, eine Verbesserungsstrategie fürs nächste Mal auszuhecken. Ich liebe es, zu schreiben und ich brauche das - zum Kopf frei kriegen, um mir über Dinge klar zu werden, und manchmal einfach nur, weil ich gern mit Buchstaben jongliere. Wenn ich nicht schreiben würde, wäre ich nicht komplett.Ich schreibe aber schon lange nicht mehr nur für mich - wahrscheinlich habe ich das nie gemacht, weil meine Geschichte von Anfang an öffentlich war - seit dem Entschluss, Laufschuhe zu kaufen. Jeder kann hier mitlesen: Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, Internet-Bekanntschaften, Leute die mich mögen, Leute, die mich nicht mögen. Ich schreibe also auch für dich. Vielleicht, weil du zufällig auf irgendeinem Social-Media-Kanal über mich gestolpert bist, weil du vielleicht einen ähnlichen Weg gehst, weil du Ratschläge oder Erfahrungsberichte suchst. Vielleicht kennen wir uns aber auch schon seit Ewigkeiten, vielleicht bist du neugierig, wie meine Geschichte weiter geht. Vielleicht bist du auch missgünstig und hoffst, dass endlich mal was so richtig schief läuft - ich weiß es ja nicht, vielleicht. Vielleicht interessierst du dich auch gar nicht so brennend für Sport, vielleicht auch nicht für mich, vielleicht magst du einfach nur meinen Schreibstil und findest meine Artikel unterhaltsam.
Ich schreibe also für mich. Und ich schreibe für dich. Inzwischen schreibe ich auch für Unternehmen. Nicht immer, aber manchmal. Sponsored Posts entstehen in Kooperation mit Firmen - entweder, weil sie mich oder ich sie kontaktiert habe. Unternehmen profitieren von Links auf ihre Website - gut für die Suchmaschinenoptimierung und gut, wenn Menschen den Links folgen und sich für Produkte oder Veranstaltungen interessieren. Oder wenigstens schon einmal davon gehört haben. Diese Artikel sind üblicherweise vergütet, das heißt, ich stelle sie dem Kooperationspartner in Rechnung. Dass ich für eine Berichterstattung Geld bekomme, heißt nicht, dass jemand anderes den Inhalt des Artikels bestimmt. Was genau ich schreibe, entscheide ich selbst. Man könnte sagen: Die Tatsache, dass ich über etwas schreibe, ist käuflich - aber das Wie nicht. Denn wenn jemand möchte, dass ich Laufschuhe teste und davon erzähle, dann kann es auch vorkommen, dass ich die Schuhe beschissen finde.
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| Eingerahmt zwischen Werbebannern beim Rad Race Battle 2016 in Hamburg. Das Foto hat Christian Siedler für mich gemacht. |
Was du wissen sollst
Dieses Vorgehen - also etwas zu bekommen und darüber zu berichten - ist schon ziemlich alt und vom Journalismus übrigens gar nicht so weit entfernt, wie es auf den ersten Blick aussieht: Früher habe ich oft Konzertberichte geschrieben (Verrisse übrigens noch lieber als Lobhudeleien). Im Gegenzug gab es zwei Gästelistenplätze und eine Fotoerlaubnis. Hätte ich das damals nicht gemacht, wären meine Wände wohl in einem anderen Ausmaß mit Konzertkarten tapeziert, hätte ich sehr viele Bands noch nicht von der Muss-ich-in-diesem-Leben-noch-live-sehen-Liste streichen können und würde ich nicht wissen, wie es sich anfühlt, voller Adrenalin mit dem Herzschlag im Takt der wummernden Bässe im Fotograben zu stehen, wenn das Licht ausgeht. Ich bin verdammt froh, dass ich das erleben durfte.Zurück zum Blog und für wen ich schreibe. Wichtig ist mir dabei: Alle drei Bereiche überschneiden sich. Ich schreibe niemals nur für mich, sondern habe mögliche Leser immer im Hinterkopf. Du wirst hier auch niemals einen Artikel lesen, der nur unterhaltsam ist und aus dem ich für mich selbst nichts mitnehmen konnte, in dem nichts Persönliches von mir drinsteckt. Und es wird auch keinen Artikel geben, nur um einem Unternehmen (oder meinem Konto) einen Gefallen zu tun, der völlig an mir oder dir vorbei geht. Ich wähle also sehr genau aus, worüber ich schreiben möchte und worüber nicht. Wie ich dann etwas bewerte, was ich für ein Fazit ziehe - das bleibt meine unabhängige Entscheidung.
Neben einer kurzfristigen Zusammenarbeit gibt es auch längerfristige Projekte, wie beispielsweise im letzten Jahr mit Velothon und Cyclassics und in diesem Jahr ab sofort mit SiS - Science in Sport. Zum sich-benutzen-Lassen als Markenbotschafter gibt es sehr geteilte Meinungen. In der Bewerbungsphase für die Asics Frontrunner beispielsweise habe ich Kommentare gelesen, die jenseits von Gut und Böse waren. Wahrscheinlich ist es etwas kurz gedacht, den Kritikern puren Neid zu unterstellen. Mit Sicherheit haben die Bedenkenträger nicht ganz Unrecht, wenn sie meinen, dass Marken davon oftmals stärker profitieren als die Botschafter, die ein Paar Laufschuhe, Startplätze oder Energy Gels bekommen. Dennoch sehe ich in solchen Modellen auch eine Chance: auf Unterstützung für Training oder Wettkampf, Kontakte online und offline, Erlebnisse, etwas Neues auszuprobieren. Wichtig ist, dass man hinter dem stehen kann, was man da in die Kamera hält. Wenn man sich dafür nicht verbiegt, spricht für mich nichts dagegen. Und mal ehrlich: Es ist mir scheißegal, ob auf meiner Trinkflasche nun SiS, Erdinger Alkoholfrei oder Fortuna Düsseldorf steht - auf den Inhalt kommt es an. Nur beim FC Bayern sähe das etwas anders aus.
Zu guter Letzt
Ich freue mich, dass ein Projekt, an dem seit mehr als drei Jahren mein Herz hängt, auch von Zeit zu Zeit etwas für mich abwirft. Ich bin dankbar für dein Feedback, für Kommentare, für wunderbare Nachrichten, die mir manchmal den ganzen Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Es gibt nichts Schöneres, als wenn jemand schreibt, dass er hier mitgelesen hat, seine eigene Motivation gefunden und den Ehrgeiz geweckt hat. Das freut mich ehrlich von Herzen und ist absolut unbezahlbar. Was aber bezahlbar ist, ist eine Kommunikationsdienstleistung für ein Unternehmen oder eine Marke - und nichts anderes ist ein Sponsored Post. Es ist schön, hin und wieder auch finanziell etwas davon zu haben, was ich gerne mache, was ich ganz gut kann - und was ich sowieso mache. Denn: Natürlich steckt nicht hinter jeder Verlinkung, jeder Erwähnung eine Vereinbarung. Über Dinge, dir mir gefallen und von denen ich glaube, dass sie für dich interessant sein könnten, berichte ich natürlich auch von selbst - diese sind dann natürlich nicht als sponsored gekennzeichnet.Ich hoffe, der Artikel bringt ein wenig Licht ins Dunkel - wenn noch Fragen offen sind, nur zu. Ansonsten freue ich mich weiterhin über Rückmeldungen und Interaktionen und vor allem auf eine spannende Saison. Bis bald!
Montag, 6. Juli 2015
Bundesjugendspiele? Was soll der Quatsch?
Die aktuelle Diskussion über die Bundesjugendspiele bringt mich ins Grübeln. Erst dachte ich: "Was soll der Quatsch, da regen sich mal wieder ein paar bekloppte Eltern auf, die kriegen sich auch wieder ein." Mittlerweile habe ich mich ein bisschen im Freundes- und Bekanntenkreis umgehört und bin ziemlich schnell auf Menschen gestoßen, die behaupten, noch heute schwierig Zugang zu Sport zu finden, da sie durch die Bundesjugendspiele traumatisiert seien. Erster Gedanke: "Stell dich nicht so an." Leute stellen sich aber an. Und deshalb will ich dem mal auf den Grund gehen.
Ich bin da etwas vorbelastet: Ich habe als Jugendliche bei Kinderturngruppen als Helferin assistiert, mit 18 einen Übungsleiterschein gemacht und Eltern-Kind-Turnen geleitet. Außerdem habe ich vom Seepferdchen bis zum Junior-Retter auch verschiedene Schwimmgruppen betreut. Und ich finde, Kinder müssen verdammt nochmal Sport machen. Und zwar nicht erst in der Schule, sondern so früh wie möglich. So früh, dass sie es noch nicht doof finden.
Die Mutter, die diese Petition angezettelt hat, ist der Meinung, schwächere Kinder würden bei den Bundesjugendspielen gedemütigt. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass bei uns jemals jemand wegen einem Zettel, auf dem nicht "Sieger", sondern "Teilnehmer" stand, bloßgestellt worden wäre. Oder dass jemand ausgelacht worden wäre. Wie bei allen Dingen im Leben ist es klar, dass es Gewinner und Verlierer gibt. Der eine kann halt unheimlich weit springen, der andere ist dafür gut im Schreiben oder Rechnen. Nicht jeder kann alles, aber jeder kann irgendetwas. Hier sehe ich Lehrer und Eltern absolut in der Pflicht, Kindern das zu vermitteln. Und welches Fach eignet sich besser als Sport, um gewinnen und verlieren zu lernen? Kein Kind hat etwas davon, wenn nach jedem Spiel alle Gewinner sind. Das ist eine schöne rosarote Fantasiewelt, aber im Leben gewinnen nicht alle. Und nicht immer. Wir müssen lernen, einzustecken. Wir müssen auch lernen, besser zu sein als andere. Beides ist nicht immer einfach. Wir müssen uns bewerben, wir durchlaufen Vorstellungsgespräche und Assessment Center und müsen dann damit klarkommen, dass jemand anderes besser war und die Stelle bekommt. Wir müssen trotzdem weiter an uns glauben. Wir dürfen nicht an uns zweifeln, wenn wir in irgendetwas versagt haben. Wir müssen üben. Diese Lektion vermittelt Sport ganz wunderbar: Wer trainiert, wird besser. Besser, als man vorher war. Vielleicht sogar besser als andere.
Die Teilnahme an einer Mathearbeit ist genauso verpflichtend wie die an den Bundesjugendspielen. Komischerweise ist hierbei Lehrern, Eltern und vielleicht sogar einigen Schülern klar, dass man dafür üben muss. Wer an einem einzigen Tag im Jahr in einem sportlichen Wettbewerb antreten muss, ohne konstant dafür Grundlagen zu schaffen und zu trainieren, der kann nur scheitern. Oder Glück haben, dass die anderen noch schlechter sind. Das heißt: wer einmal im Jahr einen Wettkampf veranstaltet, der sollte auch vermitteln, dass man durchaus dafür üben kann - z.B. im Sportunterricht. Gleichzeitig sehe ich die Eltern in der Verantwortung: Haben diejenigen, die jetzt ihre Kinder vor der Demütigung der Bundesjugendspiele beschützen wollen, eigentlich ihre Sprösslinge vorher schon mal mit Sport in Berührung gebracht? Ich will mal behaupten: vielleicht nicht, weil sie entweder selbst schlechte Erfahrungen gemacht haben oder weil sie es nicht so wichtig fanden. Na klar haben Kinder, deren motorische Entwicklung nicht gefördert wurde und die keine frühe Bewegungserziehung genossen haben (zum Beispiel durch Krabbelgruppen und Kinderturnen), später Nachteile. Sie haben ja ein ganz anderes Körpergefühl. Und diese Eltern, die da etwas versäumt haben, beschweren sich jetzt? Anstatt einen Wettbewerb abzuschaffen, solltet ihr lieber zwei Dinge nachholen: Sorgt dafür, dass eure Kinder sich bewegen, dass sie Purzelbäume machen und Bäume hochklettern! Und stärkt ihr Selbstbewusstsein! Bringt ihnen bei, dass sie nicht in allem die Besten sind, aber dass ihr ihre Anstrengungen anerkennt. Sport kann auch ohne Ehrenurkunde Spaß machen - nur lernt man das selten in der Schule. Aber auf jeden Fall im Verein.
Da lernt man übrigens noch ganz andere Dinge. Inklusion zum Beispiel habe ich in der Schule nicht erlebt. Im Verein war das ganz natürlich: Der Schwimmer hat nur einen Arm? So what? Niemanden stört es, ob du groß, klein, dick, dünn, halbseitig gelähmt oder total beweglich bist. Diese Grüppchen, bei denen es die Coolen und die Loser gibt, gab es natürlich auch in meiner Schule. In meinem Verein nicht. Solche Werte lernen wir auch nicht durch eine einzige verpflichtende Sportveranstaltung im Jahr, sondern wir verinnerlichen sie, wenn sie konsequent im Unterricht, zuhause und im Sportverein gelebt werden.
Ich hatte übrigens bei den Bundesjugendspielen immer Ehren- und Siegerurkunden. Ich glaube nicht, dass ich irgendeinen Funken Talent gehabt hätte, ich glaube einfach, ich hatte Bock darauf und die Grundlagen waren nicht die schlechtesten. Natürlich kann ich heute nicht mehr turnen, aber dass ich es als Kind gemacht habe, hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass ich kein totaler Bewegungslegastheniker geworden bin. Beim Sprint war schon vorher immer klar, dass entweder diese eine Mitschülerin oder ich das Rennen machen. Die Frage war dann jedes Jahr bloß, wer es dieses Mal sein würde - ich glaube, wir haben uns ganz gut abgewechselt. Werfen konnte ich übrigens noch nie, ganz im Gegensatz zu meiner Schwester. Die fiel bei den Bundesjugendspielen auf, weil sie deutlich weiter geworfen hat als ihre Mitschülerinnen. Unsere Eltern haben sie daraufhin zum Handball geschickt - sie spielt immernoch gut.
Die besten Schüler haben sich bei den Bundesjugendspielen damals für die Stadtmeisterschaften qualifiziert. Sprint und Weitsprung liefen bei mir immer gut, also musste ich oft in den Nachbarstadtteil fahren und meine Schule vertreten. Natürlich bin ich dabei immer kläglich gescheitert - du kannst leicht die Beste einer Klasse sein, wenn keiner dabei ist, der Leichtathletik als Hobby hat. Du bist dann aber die letzte, wenn du gegen die Besten der ganzen Stadt antreten musst - die natürlich im Verein trainieren. So nah liegen Sieg und Niederlage beeinander, und was juckt es mich? Nichts. Ich habe übrigens für den Artikel meine Wohnung auf den Kopf gestellt, um die Urkunden zu finden. Sie waren mir scheinbar so wichtig, dass ich sie bei irgendeinem Umzug in den Papiermüll befördert habe.
Wer also meint, dass er einen Schaden davongetragen haben könnte, weil er bei den Bundesjugendspielen nur Teilnehmer war: schließ das Kapitel. Wenn du willst, mach trotzdem Sport. Wenn du nicht willst, probier es mal aus. Du wirst schnell merken, dass du heute ganz anders bewertet wirst. Du wirst nicht mehr an deinen Klassenkameraden gemessen, sondern nur an dir selbst. Du wirst schnell Verbesserungen feststellen. Und wenn du dich traust, bei einem Wettlauf mitzumachen, obwohl du vorher weißt, dass du nicht gewinnen kannst, dann verdienst du Anerkennung. Volksläufe heißen nicht umsonst so - jeder kann mitmachen. Zuschauer haben Respekt vor Teilnehmern - nicht erst, wenn sie einen Marathon finishen, sondern auch, wenn sie 10 Kilometer laufen. Beim Triathlon in Düsseldorf haben wir letztens für den Schwimmer, der nach 46 Minuten als letzter aus dem Wasser stieg, lauter geklatscht als für den ersten, der schon nach 21 Minuten an uns vorbei rannte.
Es ist heute alles anders als damals. Du trittst nur gegen dich selbst an. Schön beschrieben hat das übrigens auch Thorsten Firlus: "Ich habe nie an Bundesjugendspielen teilgenommen. Aber beim Ironman Austria."

Die Mutter, die diese Petition angezettelt hat, ist der Meinung, schwächere Kinder würden bei den Bundesjugendspielen gedemütigt. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass bei uns jemals jemand wegen einem Zettel, auf dem nicht "Sieger", sondern "Teilnehmer" stand, bloßgestellt worden wäre. Oder dass jemand ausgelacht worden wäre. Wie bei allen Dingen im Leben ist es klar, dass es Gewinner und Verlierer gibt. Der eine kann halt unheimlich weit springen, der andere ist dafür gut im Schreiben oder Rechnen. Nicht jeder kann alles, aber jeder kann irgendetwas. Hier sehe ich Lehrer und Eltern absolut in der Pflicht, Kindern das zu vermitteln. Und welches Fach eignet sich besser als Sport, um gewinnen und verlieren zu lernen? Kein Kind hat etwas davon, wenn nach jedem Spiel alle Gewinner sind. Das ist eine schöne rosarote Fantasiewelt, aber im Leben gewinnen nicht alle. Und nicht immer. Wir müssen lernen, einzustecken. Wir müssen auch lernen, besser zu sein als andere. Beides ist nicht immer einfach. Wir müssen uns bewerben, wir durchlaufen Vorstellungsgespräche und Assessment Center und müsen dann damit klarkommen, dass jemand anderes besser war und die Stelle bekommt. Wir müssen trotzdem weiter an uns glauben. Wir dürfen nicht an uns zweifeln, wenn wir in irgendetwas versagt haben. Wir müssen üben. Diese Lektion vermittelt Sport ganz wunderbar: Wer trainiert, wird besser. Besser, als man vorher war. Vielleicht sogar besser als andere.
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| Für den Laufkurs musste ich im letzten Jahr mal wieder auf den Sportplatz. Lang ists her... |
Da lernt man übrigens noch ganz andere Dinge. Inklusion zum Beispiel habe ich in der Schule nicht erlebt. Im Verein war das ganz natürlich: Der Schwimmer hat nur einen Arm? So what? Niemanden stört es, ob du groß, klein, dick, dünn, halbseitig gelähmt oder total beweglich bist. Diese Grüppchen, bei denen es die Coolen und die Loser gibt, gab es natürlich auch in meiner Schule. In meinem Verein nicht. Solche Werte lernen wir auch nicht durch eine einzige verpflichtende Sportveranstaltung im Jahr, sondern wir verinnerlichen sie, wenn sie konsequent im Unterricht, zuhause und im Sportverein gelebt werden.

Die besten Schüler haben sich bei den Bundesjugendspielen damals für die Stadtmeisterschaften qualifiziert. Sprint und Weitsprung liefen bei mir immer gut, also musste ich oft in den Nachbarstadtteil fahren und meine Schule vertreten. Natürlich bin ich dabei immer kläglich gescheitert - du kannst leicht die Beste einer Klasse sein, wenn keiner dabei ist, der Leichtathletik als Hobby hat. Du bist dann aber die letzte, wenn du gegen die Besten der ganzen Stadt antreten musst - die natürlich im Verein trainieren. So nah liegen Sieg und Niederlage beeinander, und was juckt es mich? Nichts. Ich habe übrigens für den Artikel meine Wohnung auf den Kopf gestellt, um die Urkunden zu finden. Sie waren mir scheinbar so wichtig, dass ich sie bei irgendeinem Umzug in den Papiermüll befördert habe.
Wer also meint, dass er einen Schaden davongetragen haben könnte, weil er bei den Bundesjugendspielen nur Teilnehmer war: schließ das Kapitel. Wenn du willst, mach trotzdem Sport. Wenn du nicht willst, probier es mal aus. Du wirst schnell merken, dass du heute ganz anders bewertet wirst. Du wirst nicht mehr an deinen Klassenkameraden gemessen, sondern nur an dir selbst. Du wirst schnell Verbesserungen feststellen. Und wenn du dich traust, bei einem Wettlauf mitzumachen, obwohl du vorher weißt, dass du nicht gewinnen kannst, dann verdienst du Anerkennung. Volksläufe heißen nicht umsonst so - jeder kann mitmachen. Zuschauer haben Respekt vor Teilnehmern - nicht erst, wenn sie einen Marathon finishen, sondern auch, wenn sie 10 Kilometer laufen. Beim Triathlon in Düsseldorf haben wir letztens für den Schwimmer, der nach 46 Minuten als letzter aus dem Wasser stieg, lauter geklatscht als für den ersten, der schon nach 21 Minuten an uns vorbei rannte.
Es ist heute alles anders als damals. Du trittst nur gegen dich selbst an. Schön beschrieben hat das übrigens auch Thorsten Firlus: "Ich habe nie an Bundesjugendspielen teilgenommen. Aber beim Ironman Austria."
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