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Montag, 29. Dezember 2014

Krafttraining für Schwimmer

Als ob drei Sportarten nicht genug wären, habe ich letztens beschlossen, dass ich einen neuen Trainingsplan im Fitnessstudio brauche. Den alten hatte ich seit Ende Juni, als die Sommerspiele gestartet sind. Der war ein ziemliches Rundum-Programm, aber ohne spezielles Ziel. Als ich plötzlich mit dem Rennradeln angefangen habe, haben wir noch zwei Übungen für den Nacken dazu genommen, weil ich mit der ungewohnten Position erst nicht klar kam und auf dem Rad immer recht schnell Nackenschmerzen bekommen habe. Ich habe bis September fast jeden Tag nach dem Plan trainiert. Nach den Sommerspielen und auch nach dem Triathlon war die Motivation ziemlich im Keller. Wozu den Plan abarbeiten, wenns dafür keine Punkte mehr gibt?

Beim Laufkurs machen wir ja auch einige Kräftigungsübungen für die Beine und Füße - und ich brauche noch eine Taktik, wie ich den Spaß nach Ende des Kurses auch weiter mache... Radeln steht im Augenblick total hinten an. Die andere große Baustelle neben dem Laufen ist das Schwimmen. Ich versuche ja gerade, mir von Null an wieder Kraulen beizubringen und stelle dabei fest, dass man dafür viel mehr Kraft braucht, als ich dachte. Und meine Arme können so ungefähr gar nix. Also bin ich mit folgender Idee ins Studio gedackelt: Krafttraining, wovon die Arme beim Schwimmen profitieren. Termin ausgemacht, neuen Trainingsplan gebastelt bekommen. Und so sieht er aus:
Wir haben neue Cable Art Trainingsgeräte, was ich ganz witzig finde, weil ich bei drei verschiedenen Übungen auf dem gleichen Gerät sitzenbleiben kann und nur Gewicht, Griffe und Bewegungen ändere. Gut für Faule und auch gut, wenns ab Januar im Studio vermutlich wieder übertrieben voll sein wird - wenn man einmal den Platz am Gerät erkämpft hat, muss man den so schnell nicht wieder hergeben.
Hier bleib ich gemütlich sitzen für Butterfly reverse, Shruggs und Dips. Gefällt mir.
Dass die Arme wirklich gar nichts können, habe ich nach dem ersten Mal gemerkt. Ganz böser Muskelkater, von den Unterarmen bis zu den Schultern. Meine verhassten Ausfallschritte habe ich auch noch dabei, außerdem noch eine Rücken- und eine Bauchübung. Rücken mit Rotation zu den Seiten (ja das lässt mich tatsächlich ans Kraulen denken) und wie es der Trainer netterweise beim Bauch aufschrieb: "alles (sehr fettes Ausrufezeichen)". Also auch Mitte und beide Seiten. Da mein Rücken nach dem Sturz vom Pferd noch immer weh tut, wenn ich ihn belaste, habe ich die Übungen beide zwar probiert, lasse sie aber momentan noch weg. Sorgt nur für noch mehr Schmerzen. Sollte jetzt aber endlich mal besser werden und wenn nicht, ja, dann gehe ich vielleicht tatsächlich mal zum Arzt.
Die letzte Übung heißt: Bauch (Alles)!! 
Ich habe den Plan jetzt 3x gemacht und nach den letzten beiden Trainings keinen bösen Muskelkater mehr gehabt. Auch nicht den netten, diesen, der einem nur sagt, dass man was getan hat. Also Zeit, beim nächsten Mal die Gewichte zu erhöhen. Ich hab vor, mindestens 1x, eigentlich aber 2x die Woche zu trainieren. Samstags oder sonntags, je nachdem wie ich arbeiten muss, und mittwochs. Mal sehen, wie lange das klappt... Und ich bin sehr gespannt, obs beim Schwimmen hilft. Ich werde berichten!
Umkleiden-Selfie. Hallo!

Montag, 13. Oktober 2014

Ich schwimmte, schwamm und schwomm

Das beste am Triathlon ist das Radeln. Zum Glück dauert das auch am Längsten. Das Laufen ist die größte Qual für mich, aber so langsam finde ich ein wenig Gefallen daran, seit die Regelmäßigkeit beim Training funktioniert. Bleibt also Schwimmen. Klar sind das alles Baustellen, aber vielleicht ist doch nicht die letzte, sondern die erste Disziplin die größte davon. Ich bin beim Ratingen-Triathlon 500 Meter in knapp 14 Minuten geschwommen. Brust. Da ist noch Luft nach oben! Ziemlich viel sogar.

Deshalb gehe ich jetzt samstags vor dem Wasserballtraining schwimmen. In den letzten beiden Wochen hat das schon mal ganz gut geklappt. Bisher sah mein Schwimmtraining ja so aus, dass ich mindestens die 500 Meter geschwommen bin, meistens etwas mehr. Brust, natürlich. Mal 1, 2 Bahnen Kraul, aber dann war auch immer gleich Ende. Na gut, ich bin beim Triathlon nicht ertrunken, aber gebracht hat mir das ansonsten glaube ich herzlich wenig. Außer vielleicht die Zuversicht, dass ich die Strecke unter den vorgegebenen 20 Minuten schaffe.
Ich will bitte die Freibadsaison zurück. Sofort.
Ziel für 2015: Ich möchte die 500 Meter kraulend zurücklegen können und dabei im besten Fall auch noch schneller sein als jetzt. Sollte ich tatsächlich mit der Kurzdistanz liebäugeln (hust!), dann müssten es sogar mindestens 1000 Meter werden. Gelernt habe ich das ja mal, vor ungefähr 15 Jahren. Und niemals so technisch exakt, wie es hätte sein müssen. Ich habe deshalb viel gelesen. Viele Videos geguckt. Und viele Technik-Übungen gefunden, von denen ich tatsächlich nur die wenigsten kannte (danke an dieser Stelle an die Trainer von früher, dass ich nur Badewannen-Schwimmen machen durfte und ihr mich mit Chicken-Wings verschont habt!).

Außerdem habe ich mich daran erinnert, dass ich immer echt gerne mit Flossen geschwommen bin. Der Vortrieb ist aber auch einfach wunderbar! Um wieder etwas mehr Spaß an der Sache zu bekommen, hab ich die Flossen aus dem Schrank ausgegraben und ins Schwimmbad getragen. So schnell wie die Beine auf einmal waren, kam ich mit dem Armzug gar nicht hinterher. Huiiiiii... Also direkt mal Schwimmbrett her. Ohne Arme. Geht immer noch flott. Tipp vom Mannschaftskollegen: mal das Brett senkrecht ins Wasser tauchen. Aufrecht und nur halb. Oder quer. Und komplett. Scheiße, geht das in die Beine! Zur Abwechslung mal auf dem Rücken. Mit Armen, ohne Arme. Ich hab keine Bahnen mitgezählt. Vorher und nachher gabs ein paar Bahnen Brust ganz normal, ans Kraulen hab ich mich irgendwie nicht rangetraut (schon gar nicht, nachdem die Flossen wieder runter von den Füßen waren!).
Ich kann im Himmel schwimmen.
Letzten Samstag hab ich das gleiche nochmal gemacht, allerdings dieses Mal die Flossen absichtlich ans Ende gelegt. Nach dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen... Und die "Arbeit" sah tatsächlich so aus, dass ich immer abwechselnd eine Bahn Brust und eine Kraul geschwommen bin. Zur Erinnerung - mehr als eine am Stück habe ich ja bisher nicht auf die Reihe gekriegt. Jetzt habe ich das Ganze bewusst superlangsam gemacht und versucht, an alles zu denken, was ich gelesen hatte. Ist natürlich völlig unmöglich. Ich werde die nächsten Wochen auf jeden Fall mit ein paar lustigen Technik-Übungen verbringen, die mich hoffentlich so sehr nerven, dass ich mich dann schon freue, anschließend wieder "normal" schwimmen zu dürfen. Mit dem System, nach jeder Bahn abzuwechseln, bin ich insgesamt bestimmt 8 oder 9 Bahnen gekrault. Und später nochmal mit Flossen nur Beine. Das macht echt Spaß!

Letzten Sonntag (am langen Wochenende) habe ich mich außerdem dran erinnert, dass ich ja nach den Sommerspielen weiterhin Krafttraining machen wollte. Ähm.. bisher lief das nicht ganz so regelmäßig. An dem Tag hatte ich aber zu viel Zeit übrig (selten, aber wahr) und bin daher den ganzen Trainingsplan durchgegangen. Gerade den Nacken hatte ich auf dem Rad zwischendurch schon wieder gemerkt. Die Übungen will ich echt öfter machen... Arme/Schultern, Beine, etwas Rücken und etwas Bauch können ja auch nicht schaden. Wenn ich das ein, zwei Mal die Woche hinkriege, ist das schon ganz ok. Die Belohnung für das aktive Wochenende gabs dann in Form von Tragen-Lassen:
 

Mittwoch, 27. August 2014

Gabi die Bergziege

Nun also der Rest der letzten Woche, wird Zeit, endlich mal wieder auf den aktuellen Stand zu kommen!

Schwimmen
Samstag war ich den ganzen Tag im Fitness-Studio - ihr ahnt es schon - natürlich zum Arbeiten. Leider hat das Wasserballtraining noch immer Sommerpause, deshalb bin ich abends einfach so ins Schwimmbad gefahren. Mit Null Bock, denn das Wetter war so mittel und Eintritt zahlen nervt auch. Das Gute am Allwetterbad: Es hat auch ein Becken drinnen. Das schlechte: Es hat auch ein Becken drinnen. Und das geht gar nicht. Es ist immer voll, auf der "Sportbahn" dümpelt eine Omi neben der anderen und plötzlich geht ein Aquafitness-Kurs mitten im Becken los, ohne dass man es hätte ahnen und flüchten können. Also bin ich trotz eher herbstlichen Temperaturen lieber nach draußen gestiefelt - nicht ohne den Gedanken im Hinterkopf, dass es am 14. September mit etwas Pech noch kälter sein könnte. Und siehe da: Ich hatte das Becken komplett für mich allein. Auf einmal kam sogar die Sonne nochmal raus, als wollte sie mir das Ganze noch etwas angenehmer machen. Hach!

Ist das nicht ein wundervoller Anblick?

Das Wasser war frisch, aber nicht zu kalt. Ich aber scheinbar schon, denn ich war grandios langsam. Für die 500 Meter hab ich tatsächlich an die 13 Minuten gebraucht. Ich glaube letztes Mal ohne Pulsuhr (nur grob mit Minutenzeiger) etwas um die 10 Minuten gemessen zu haben. Das kann doch nicht sein? Na gut, 13 Minuten sind immer noch weit unter der 20-Minuten-Grenze, allerdings waren das hier schöne kurze 25er-Bahnen und die hatte ich wie gesagt ganz für mich allein. Vielleicht hab ich mich auch bei den Bahnen verzählt, schön wärs!

Das Brust-Schwimmen funktioniert ansonsten soweit wunderbar, nichts zieht oder tut weh, aber besonders flott bin ich damit eben nicht. Im Anschluss bin ich zwei Bahnen gekrault - ja, es geht noch und ja, das schnelle Vorwärtskommen macht irgendwie Spaß. Aber eben nur bis zum nächsten Beckenrand, denn dann ist Schluss. Kondition, wo bist du? Ich hab nochmal alles mögliche über die Theorie beim Kraulschwimmen gelesen: Beinschlag, Armzug, Wasserlage, Atmung... Und das ist auf jeden Fall die nächste Baustelle. Ich werde das nicht in den nächsten 2 1/2 Wochen (what?!) so gut drauf haben, dass ich mich trauen würde, das im Wettkampf zu testen. Bis dahin heißt es: schneller Brustschwimmen und ab Mitte September Kraulen üben. Üben, üben, üben. Rückenkraul kann ich übrigens ganz gut. Aber hilft ja nichts.

Nützliches Zeug und der Beweis, dass die Sonne schien.
Rennradeln + Laufen
Sonntagmorgen, Sonnenschein, freie Straßen. Nur Gabi und ich. Anstrengend, aber toll! Dieses Mal habe ich die Runde andersrum begonnen, damit ich auch mal den Rückweg der Triathlon-Strecke kennenlerne. Und siehe da: andersrum ist sehr gut! Der Berg ist viel kürzer und weniger hart als auf dem Hinweg, die Abfahrt danach umso länger (logisch, irgendwie). Was mich auch sehr beruhigt, ist das Ende der Strecke: Während der Start am Schwimmbad extrem nervt und eine Gerade ewig lange gaaaanz langsam steigt, ist das gleiche auf dem Rückweg sehr angenehm. Super zum Rollen lassen und aufs anschließende Laufen einstellen, behaupte ich einfach mal.

Was mir allerdings ziemliche Sorgen bereitet, ist der letzte und steilste Anstieg auf dem Hinweg der Runde. Eigentlich sind das zwei fiese steile Abschnitte, dazwischen eine kurze Ebene. Ja, den Weg gehts danach auch wieder runter, klar, aber leider muss ich da insgesamt zwei mal hoch. Statt dem Rennrad brauche ich eine Bergziege. Oder zumindest ein Pony. Denn obwohl ich im niedrigsten Gang gefahren bin, war ich ziemlich am Pusten. Ich muss mir noch irgendwas Tolles einfallen lassen, woran ich denke, damit ich nicht ständig im Kopf habe "scheiße, du musst da später nochmal rauf!". Jemand Vorschläge?

Weil mir irgendwie danach war, hab ich noch einen Schlenker eingebaut und die Runde etwas vergrößert. Die Gegend ist dort etwas hügelig (ja, für rheinische Verhältnisse schon! Grenzt ja beinahe ans Bergische!), aber komischerweise waren die Anstiege nicht mehr so schlimm. Dafür hatte ich bergab mächtig Schiss, obwohl inzwischen endlich mein Helm angekommen ist (ich habe einen anderen bestellt, der teurer war, aber weniger als drei Monate Lieferzeit hatte...dafür ist er weiß-rosa. Ich wollte das nicht. Wirklich.). Wenn die Straße ein paar kleine Schäden hat und ich da mit knapp 40 km/h auf der wackeligen Gabi entlang sause, finde ich das irgendwie überhaupt nicht witzig. Deshalb hatte ich die Finger auch an der Bremse und wurde natürlich promt bergab überholt, ja, ganz stark. Sah ziemlich profimäßig aus der Typ, aber an der übernächsten Ampel hatte ich ihn locker wieder. Ha!

Mein Plan sah vor, direkt im Anschluss laufen zu gehen. Koppeltraining und so. Laufen war ich dann auch, allerdings nur sehr kurz und nicht die ganze Runde, die ich wollte. Irgendwie war der Kopf nicht frei und wollte nicht. Außerdem haben die Waden mächtig gezwickt (ich schätze, das verdanke ich der Jump-Stunde vom Freitag...). Zu allem Überfluss war der Tag stressig, weil ich schon spät dran war und im Anschluss sofort zum Sommerfest im Fitness-Studio musste. So sind es nur knapp 2 Kilometer geworden, die aber in ner für mich normalen Zeit und natürlich ohne Gehen. Obwohl ich viel lieber gegangen wäre. Sehr viel lieber.

Beim Radeln ist fotografieren echt schwierig. Deshalb lieber das hier: Nach dem Schwimmen noch kurz in der Abendsonne liegen. Hach.
Krafttraining
Montagabend, Regen. Wäre eigentlich gern nochmal richtig gelaufen, aber wieder hat es nicht einfach mal ein bisschen geregnet, sondern ziemlich geschüttet. So macht das doch keinen Spaß! Laufband fand ich auch eine blöde Alternative und deshalb bin ich zwar im Studio gelandet, aber erst mal an den Geräten. Gabi hat mir ordentliche Nackenschmerzen bereitet, deshalb werde ich zum einen nochmal was an der Lenker-Einstellung ändern und zum anderen ein paar Übungen machen. Wer trainiert sonst schon den Nacken? Kann mich jedenfalls erinnern, dass der bei den Bauch-Übungen immer am meisten weh tat. Manchmal echt noch vor dem Bauch. Deshalb mache ich jetzt so eine Art Schulterzucken mit 10-kg-Hanteln (wtf?!) und andere Späße. Danach war ich auf dem Crosser, allerdings nicht besonders lange. Trotzdem schön zu sehen, dass bei gleichbleibender Belastung über die Zeit auch der Puls endlich mal gleich bleibt. Den Punkt möchte ich gern mal beim Laufen erreichen - und zwar nicht konstant bei 90% der maximalen Herzfrequenz!

Folterinstrumente.

Spinning
Dienstagabend bedeutet Spinning. Den ganzen Tag über ging es mir überhaupt nicht gut, ich habe keinen blassen Schimmer, was ich dieses Mal falsches gegessen habe - auf jeden Fall hat der Magen ordentlich rebelliert. Nachdem der Nachmittag im Büro eine echt Quälerei war, wurde es gegen Abend besser. Obwohl ich mich am liebsten ins Bett gepackt hätte, bin ich zum Studio gefahren. Raceday. Na prima. Zum Glück nicht die ganze Stunde, sondern nur die zweite Hälfte. Vorher gings auch zur Sache, allerdings eher Intervall-mäßig. Die Waden haben immer noch ordentlich gezwickt (war auch eine hervorragende Idee, den Tag auf Schuhen mit Absatz zu verbringen) und irgendwie war ich nicht ganz bei der Sache. Lief aber trotzdem irgendwie und der Zielsprint hat sogar Spaß gemacht. Im Nachhinein jedenfalls ;-) Den wirds beim Triathlon zwar nicht geben - ich hab ja schon beschrieben, wie schön sich das Ende der Radstrecke zum langsam ausrollen lassen eignet - aber was solls. Läuft.

Donnerstag, 31. Juli 2014

Ich kann, wenn ich will!

Ich habe immer noch nicht wieder angefangen, zu laufen. In den letzten dreieinhalb Wochen kam es genau ein Mal dazu – kurz vor dem Start hatte ich allerdings mein Handy mit dem Display nach unten auf Asphalt geworfen (weiß der Teufel, warum). Kurzerhand „jetzt erst recht!“ beschlossen und mit Pulsgurt, aber ohne Runtastic etc. losgezogen. Eine kleine Runde vom Stall aus, die ich so noch nie gelaufen war. Eine wirklich kleine Runde. Die hätte man ohne Probleme noch um den Golfplatz verlängern können, konnte ich an diesem Tag aber nicht. Wollte nicht. Das soeben komplett zerstörte Telefon ging mir überhaupt nicht aus dem Kopf. Display gesprungen = unbenutzbar. Man sollte meinen, das könnte doch mal eine halbe Stunde lang egal sein, später ist ja noch genug Zeit, sich zu ärgern. War nicht egal. Also habe ich die absolut kürzeste Version der Strecke genommen. Auch das war Mist. Aber wenigstens war es überhaupt ein kleines bisschen.

Das Schweigen des Schweinehundes
Das war am 6. Juli. Heute ist der Juli schon fast vorbei. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Nun ja, die Sommerspiele im Fitness-Studio haben meinen Ehrgeiz geweckt und den Schweinehund verstummen lassen. Ich war 5 Tage in Berlin, habe sämtliche WM-Spiele mit deutscher Beteiligung gesehen und ansonsten war ich im Studio. Fast jeden Tag. Sonst nichts. Im Augenblick bedeutet das Platz 4 in der Teamwertung – mein Dad und Teampartner ist seit dem Wochenende allerdings aus dem Urlaub zurück. Wir können jetzt also wieder zusammen Gas geben und Platz 3 bestimmt wieder erreichen. Inzwischen gibt es 23 Teams, also 46 Teilnehmer. In der Einzelwertung habe ich meinen vierten Platz verteidigt und den Vorsprung auf den fünften weiter ausgebaut.

Vegane Extrawurst beim Seminar - offenbar kein Problem für Berliner Caterer.
Damit das auch so bleibt, habe ich bisher alle Bonusaufgaben mitgemacht. Da war zuerst das Zirkeltraining, von dem ich schon berichtet habe. Das würde ich gern nochmal ohne Muskelkater mitmachen! Die nächsten Aufgaben waren weniger anstrengend, z.B. das Endspiel tippen oder in schwarz-rot-gold/gelb trainieren. Die letzte Aufgabe hatte es dann wieder in sich: Kilometerfressen. 5 Bonuspunkte für entweder 15 km Laufband, 20 km Crosstrainer oder 25 km Rad. Man musste sich von Anfang an für ein Gerät entscheiden und konnte auch weniger Punkte machen, z.B. nur 5 oder 10 km usw.

Bei mir stand fest: Laufen ist raus. Schließlich sollten 5 Punkte her und ich wollte nicht drei Stunden gehend auf dem Laufband verbringen. Fahrrad hätte die kürzeste Zeit gebraucht, allerdings komme ich mit den Rädern im Cardiobereich nicht klar. Wenn man sonst auf Spinning-Bikes sitzt, gehen die einfach gar nicht (noch schlimmer ist das sicher, wenn man „richtige“ Räder gewöhnt ist). Außerdem viel zu langweilig, mindestens eine Stunde auf dem Hintern zu sitzen. Also Crosser. Ich habe jetzt schon öfter eine Stunde darauf verbracht, aber noch nie mehr als 14, 15 Kilometer erreicht. Musste ich ja auch nicht. Ich glaube außerdem, dass die Berechnung der Distanz sehr willkürlich ist. Eigenartige Form, sich fortzubewegen auf jeden Fall.

Um es kurz zu machen: Ich habe die 20 Kilometer vollgemacht. Dafür habe ich 84 Minuten auf dem Crosstrainer rumgeturnt. Dabei habe ich einiges gelernt:

  • Das Gerät schaltet sich nach 60 Minuten + 4 Minuten Cooldown von selbst aus (zum Glück hatte ich mir den Kilometerstand gemerkt).
  • Die Distanz wird nicht schneller erreicht, wenn der Widerstand größer ist – anders als beim Fahrrad bedeutet viel Watt nicht auch viel Strecke. Stufe 1, 5 oder 39 – völlig egal. Stufe 1 funktioniert übrigens hervorragend, wenn man eineinhalb Stunden durchhalten will.
  • 84 Minuten sind genug Zeit, um 3 Flaschen Wasser zu trinken.
  • Wenn die Füße einschlafen, einfach mal für eine Weile die ganze Sohle auf die Trittfläche pressen. Fühlt sich komisch an, wirkt aber Wunder.
  • Ich kann, wenn ich will.

Die letzte Erkenntnis ist wohl die wichtigste. Das gleiche Fazit lässt sich übrigens aus der Tatsache ziehen, dass ich momentan jeden Abend nach der Arbeit 20 km (mit dem Auto ;-) ) ins Fitness-Studio fahre. Dass ich Freunden, die „mal was trinken gehen“ absage und lieber eine Runde schwitze – schließlich gibt’s dafür Punkte (mit Belohnung bin ich offenbar schnell zu ködern, ich sammele auch Payback-Punkte…). Je nach Kursangebot steht jedenfalls dienstags, freitags und sonntags zuerst eine Stunde Spinning und im Anschluss eine Stunde Gerätetraining auf dem Plan, an den anderen Tagen nur Geräte oder auch mal nur Cardio im Studio, wenn der Muskelkater vom Vortag noch zu sehr zwickt.
Heute nur Essensfotos. Neben all dem Low Carb darf auch mal Frühstück mit selbst gekochter Marmelade sein!
Neue Scheißhausideen
Wenn diese Aktion Ende August vorbei ist, könnte ich also genauso gut jeden Tag laufen. Oder zumindest wieder 3x die Woche. Oder 4x. Ich werde es aber nicht wollen. Vielleicht weil mein Ziel – Tough Mudder 2015 – in zu weiter Ferne ist. Ich brauche eines, das nicht so weit weg ist, das nicht zu einfach ist aber auch nicht zu furchteinflößend.

Ich habe vor ein paar Tagen durch Zufall erfahren, dass die kürzeste Triathlon-Distanz nur 500 m Schwimmen beinhaltet. Warum hat mir das noch keiner gesagt?! Ich hab Bock. So sehr. 20 km Rad sind okay, 5 km Laufen irgendwie auch. Aber selbst das erfordert einiges an Vorbereitung, ich habe nicht mal ein einigermaßen vernünftiges Fahrrad (kommt davon, wenn man nur indoor fährt und ansonsten Omas klapprige alte Mühle benutzt!). Außerdem habe ich ja keinen blassen Schimmer wie es sein wird, die drei für sich einzeln okayen Dinge direkt hintereinander zu machen. 

Ich habe kein Rad und ich habe gehört, das Schwimmen sei für die meisten das Schlimmste. Aber: ich bin schon mein Leben lang im Schwimmverein (kein Witz, seit dem Tag meiner Geburt). Zwar bin ich völlig aus der Übung, aber die Grundlagen hab ich wenigstens theoretisch drauf. Kraulen konnte ich praktisch noch nie gut, aber ich spiele schon seit ein paar Wochen mit dem Gedanken, wieder anzufangen (danke für den Floh im Ohr, Jörn!). Ich werde es einfach tun. Entweder übe ich Kraulschwimmen, bis die Kondition das mitmacht, oder ich werde zur schnellsten Brustschwimmerin, die die Volkstriathleten in unserem Dorf je gesehen haben. Das ist ziemlich ambitioniert. Nicht unwahrscheinlich, dass mir übermorgen eine neue Scheißhausidee einfällt. Aber ich weiß ja jetzt – wenn ich nur will, kann ich auch.

Samstag, 5. Juli 2014

Warum ich seit drei Wochen nicht gelaufen bin und ich mich so gut fühle wie nie

Mein neuer Trainingsplan. Hat nicht viel mit Laufen zu tun. Ich hasse ihn trotzdem. Mehr dazu unten.
Mein letzter Lauf war am 14. Juni: 4 Kilometer, 28 Minuten. Danach war ich fünf Tage auf dem wunderbaren Hurricane Festival. Ich habe an der zauberhaften Fahrradgarderobe auf Räder aufgepasst, wirklich gute (London Grammar, Marcus Wiebusch), mittelmäßige (Bonaparte, Dave Hause) und schlechte Bands (Jennifer Rostock, aber glücklicherweise nur für wenige unfreiwillige Minuten) gesehen und viele tolle Menschen getroffen. Und auch viele Idioten, die an Bauzäune pissen, während man auf der anderen Seite sitzt und frühstückt. So weit so gut. Und ja, ich habe vorher tatsächlich darüber nachgedacht, Laufschuhe mitzunehmen. Dann habe ich gedanklich mögliche Szenarien durchgespielt: Schicht an der Fahrradgarderobe morgens um 8 (übrigens an einem sonnigen Tag die beste Zeit auf einem Festival!), aufstehen um 6? Äh nee. Mittags laufen, während die Schnapsleichen von gestern längst schon wieder auf dem alten Pegel sind? Im Zick-Zack um Flunkyball-Felder, Pavillon-Ruinen und Grillreste? Irgendwie nicht. Schließlich bin ich zur der realistischen Einschätzung gelangt, dass Laufsachen nur unnötiger Ballast wären (wie im letzten Jahr übrigens die Stricknadeln) und dass es auch ganz schön sein könnte, einfach mal ein paar Tage gute Musik zu hören, gute Leute zu treffen und bei einer guten Sache dabei zu sein. Punkt. Und so war das Hurricane wirklich wundervoll.
Links Feuerwerk bei Casper, oben rechts die Fahrradgarderobe in der Abendsonne, unten rechts: Crew-Bändchen sind hässlich und aus Papier, aber dafür pink. 
Am Tag meiner Rückkehr sind in meinem Fitness-Studio die Sommerspiele gestartet. Ein wunderbarer Trick, um die Mitglieder durchs Sommerloch zu bringen: Für jede Stunde Training im Studio gibt es einen Punkt, für jeden Kurs ebenso – allerdings jeweils höchstens einen pro Tag. Insgesamt kann man also zwei schaffen, wenn man erst zum Spinning geht und Krafttraining hinten dran hängt. So wie ich am letzten Dienstag. Dabei fielen mir zwei Sachen auf: Als ich den Trainingsplan vor einem Jahr das letzte Mal befolgt habe, war das alles viel anstrengender. Und: 17 Minuten auf dem Crosser sind kein Problem. Kurz zur Erinnerung: Im Januar konnte ich nicht länger als eine Minute am Stück joggen – vor einem Jahr konnte ich auch nicht mehr als 5 Minuten auf dem Crosstrainer verbringen, ohne dass das Gerät wild piepste und die Watt-Zahl soweit runter regelte, bis es nicht mehr weiter ging. Deshalb direkt am Mittwoch wieder 33 Minuten auf das Ding, dabei lief Fußball, alles cool.

Dann die dämliche Idee: Wenn das Krafttraining zu einfach ist, wie wärs mit einem neuen Trainingsplan? Also Termin gemacht, Freitagabend. Kein gut besuchter Abend im Studio, wunderbar. Wieder erst zum Spinning – dann zur Folter. Witzig auch irgendwie, dass allein die eine Stunde Spinning bei den letzten Sommerspielen für mich schon Folter genug war – so sehr, dass ich danach niemals auf die Idee gekommen wäre, noch etwas anderes zu tun, als unter die Dusche zu kriechen.

Freitagabend scheint also ein hervorragender Tag für neue Trainingspläne zu sein – jedenfalls hatten gleich zwei Trainer Zeit für mich (oder einfach nichts Besseres zu tun) und haben sich deshalb gemeinsam Folterübungen für mich ausgedacht. Schönen Gruß an Cathrin und Chris an dieser Stelle.

Kurz zusammengefasst: Es war hart. Ich hab viel gejammert. Es ging irgendwann zu Ende. Ich bin mit zitternden Armen und Beinen nach Hause gewankt, keiner weiß, wie ich es vier Etagen nach oben geschafft habe. Samstag war ich bewegungsunfähig, Sonntag ein Zombie. Muskelkater aus der Hölle. Schmerzen von der Kniekehle bis zum Hintern, die normales Laufen völlig unmöglich gemacht haben. Kindergeburtstag allerdings gegen das, was im Trizeps los war. Dips sind Mist. Samstag war es schon zu anstrengend, den Fön zu halten. Sonntag war gar nicht mehr daran zu denken, die linke Hand in die Nähe des Kopfes zu bringen – super zum Haare waschen oder Zopf binden. Für den Zombie-Look sind schlaff herunterhängende Arme allerdings wirklich toll.

Das war wirklich schlimm. Aber kein Grund, Samstagnachmittag nicht eine Stunde auf dem Crosser rumzuhampeln. Ja, in Level 1 – aber hey, eine Stunde! Die Schmerzen haben dabei sogar nachgelassen – es war wirklich auszuhalten. Allerdings nur so lange ich in Bewegung war. Ungünstig, dass man irgendwann mal von dem Ding runter muss. 

Crosstrainer-Actionfoto
Noch viel ungünstiger, was Sonntag auf dem Programm stand: eine Stunde Cardio im Studio (an Kraftübungen war ja nicht im Ansatz zu denken), eine Stunde Spinning, danach: Bonusaufgabe. Fun Fact 1: Beim Spinning taten die Arme viel viel mehr weh als die Beine. Muss man auch erst mal schaffen. Im Prinzip hätte der Tag an dieser Stelle wegen mir gut auf der Couch weitergehen können. Dann also die Bonusaufgabe: 3 Punkte für eine Stunde Zirkeltraining. 16 Stationen, 45 Sekunden Belastung, 20 Sekunden Pause. Alles Kraftübungen: von sämtlichen Späßen mit Kurz- und Langhanteln über Liegestütz bis zu Sprüngen auf Kästen und wieder runter – volles Programm. 

Als die einzelnen Stationen vorgestellt wurden, wollte ich weinen oder schreiend im Kreis laufen oder beides. Beim Aufwärmen (als ob das nötig gewesen wäre!) habe ich die Arme nicht waagerecht auf Schulterhöhe bekommen. Und dann habe ich irgendwie diese zwei Runden durch den Zirkel überlebt. Fun Fact 2: Am Montag wurde die ganze Misere besser. Und zwar stündlich, so dass man fast zugucken konnte. Magic.

So. Dienstag war ich wieder beim Spinning und hab anschließend zum ersten Mal allein meinen neuen Trainingsplan durchgezogen. Bis auf die Ausfallschritte, bei denen direkt nach dem Radeln die Oberschenkel doch noch übel gezogen haben, konnte ich alle Übungen machen. Und habe sogar viel mehr Wiederholungen beim Bauch geschafft als beim ersten kläglichen Versuch am Freitag. Das Beste an der ganzen Geschichte: der Muskelkater am Mittwoch verdient den Namen eigentlich kaum, das war mehr so ein wohliges Ziehen. Donnerstagabend gings weiter, heute auch. Läuft.

Das Schlechte bei der ganzen Sache: Keine Zeit mehr, auch noch zu laufen. Also – ich hätte am Wochenende schon Zeit gehabt – aber da war ja schon jeder Gang zum Kühlschrank oder zum Klo oder wo man sonst zwangsläufig eben mal so hin muss eine Qual. Aber: Mir gehts super. Das schlechte Gewissen hält sich in Grenzen. Vielleicht bringt das Crossen ja ausdauermäßig ein bisschen was, vielleicht trau ich mich demnächst auch mal aufs Laufband. Im Moment bin ich bei der Punkte-Sache zu ehrgeizig, als dass ich draußen laufen würde. Stand Dienstag: Teamwertung Platz 3, Einzelwertung Platz 4. Männchen und Weibchen gemischt, 20 Teams = 40 Leute. Ha! Das muss aber erst mal gehalten werden – echt schwierig, wenn ständig Deutschlandspiele sind, der Teampartner seit heute für 3 Wochen im Urlaub ist und man selbst nächste Woche auch 5 Tage weg ist. Und wenn man gegen Studenten und Abiturienten antritt, die einfach mal genug Zeit haben, um jeden Tag 2 Punkte zu holen. Ich muss auch noch arbeiten! Aber: Ich gebe mein Bestes. Und es macht Spaß. Meistens.